Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, meine Tochter ist jetzt 6 Monate alt. Vor 4 Wochen hatte ich eine Brustentzündung, die gut "verheilt" ist. Aber seit ca. 4 Tagen merke ich, daß meine Brust kleiner geworden ist und innen die Milchdrüsen auch irgendwie weniger ?! Antonia hat aber auch seit genau da einen Schub und will aller 3 Stunden gestillt werden. Vor 14 Tagen fing ich an mit einem Mittagsbrei, wobei sie maximal 80 Grammm davon verdrückt (Möhre). Und nachmittags bekommt sie noch ein wenig zerdrückte Banane. Trotzdem ist die Anzahl der Stillsitzungen nicht gesunken, eher das Gegenteil, vorallem nachts. Nun meine Frage: Wie kann ich feststellen, ob ich tatsächlich weniger Milch habe ? Mit den mehrfachen Anlegen pro Tag sollte doch die Produktion wieder angekurbelt werden ? Stilltee hilft gar nicht (1 Liter pro Tag). Ich merke, das Antonia immer wieder an der Brust zieht aber der Spendereflex nur kruz ist und auch nicht mehr so häufig pro Anlegen. Was kann ich tun ? Danke für die Hilfe, Irina.
? Liebe Irina, es ist vollkommen normal, dass die Brust im Laufe der Stillzeit wieder kleiner wird und auch, dass sie sich weicher anfühlt als zu Beginn der Stillzeit. Beides ist KEIN Hinweis auf einen Rückgang der Milchmenge und auch dass eine Frau das Einsetzen des Milchspendereflexes nach einiger Zeit nicht (mehr) spürt ist nicht selten, heißt aber nicht, dass er nicht mehr einsetzt. 80 Gramm Brei nach zwei Wochen ist schon eine ganz ordentliche Menge, aber dennoch sind das gerade mal 20 Kalorien, wenn es sich um gekochte Möhren handelt. Es ist nicht zu erwarten, dass die Zahl der Stillzeiten kurzfristig mit der Einführung der Beikost geringer wird, denn der Begriff BEI-Kost ist wörtlich zu verstehen. Es geht ja zunächst auch nicht um das Ersetzen einer Stillmahlzeit, wie es leider immer noch in vielen Büchern und Broschüren steht, sondern um die ergänzende Fütterung. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit „ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI-Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT-Kost heißen. Dass ein Kind ab der Einführung der Beikost nachts wieder vermehrt aufwacht ist ebenfalls kein seltenes Phänomen. Das liegt zu einem nicht geringen Teil daran, dass ein Kind in diesem Alter entwicklungsbedingt nachts wieder häufiger aufwacht. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht. Für die Mütter ist es meist schwer, diesen „Rückschritt" zu akzeptieren. Doch in Wirklichkeit ist es ein Fortschritt, denn Ihr Kind hat wichtige neue Entwicklungsschritte gemeistert und ist dabei noch weitere anzugehen. Gib deinem Kind jetzt weiterhin die Geborgenheit, die es braucht, damit sie sich wieder beruhigen und sicher fühlen kann. Es zahlt sich aus, in dieser Situation auf das Kind einzugehen und ihm zu zeigen „Wir sind für dich da". Die einzige Methode, die Milchmenge zu steigern besteht darin, die Brust häufiger zu stimulieren und zu entleeren. Die angeblich positive Wirkung von Milchbildungstee konnte wissenschaftlich noch nie bewiesen werden (wohl aber seine Nebenwirkungen) und wenn überhaupt ein solcher Tee getrunken wird, dann keinesfalls in großen Mengen, sondern höchstens eine bis drei Tassen täglich. Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung („schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst Du zu wenig Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe Dich oft aus und entspanne Dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft Dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar „Stilltage" einlegen, das heißt Du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um deine Babys und das Stillen. Vielleicht besuchst Du einmal eine Stillgruppe. Dort wirst Du sehen, dass sich dein Baby keineswegs anders verhält, als die Mehrzahl aller Babys in seinem Alter. Der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann ungeheuer hilfreich sein. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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