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Abstillen und Urlaub

Frage: Abstillen und Urlaub

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Hallo, mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt und wird voll gestillt. Wir möchten Anfang November nach Ägypten fliegen und ich weiß jetzt nicht so ganz ob ich dann noch stillen soll. Eigentlich hatte ich mir 6 Monate vorgenommen aber ich werde so langsam etwas "stillmüde". Ist mein Sohn besser vor Durchfallerkrankungen geschützt wenn ich ihm Nahrung mitnehme oder wenn ich ihn stille? Wann ist denn der richtige Zeitpunkt um mit dem Zufüttern anzufangen? Vielen Dank für Ratschläge!


Biggi Welter

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? Liebe Paula, gerade im Urlaub gibt es nichts Praktischeres als ein gestilltes Baby. Wenn die Reise dann auch noch in ein Land wie Ägypten geht, dann ist das Stillen das Beste, was es für das Kind gibt. Sie müssen sich weder um die Wasserqualität noch um einen notwendigen Stromanschluss sorgen, denn sie brauchen keinen Strom, um Wasser abzukochen und künstliche Säuglingsnahrung herzustellen und Flaschen und Sauger auszukochen. Sie müssen sich keine Sorgen während des Fluges machen, denn alles was Sie brauchen, um ihr Baby zu ernähren, haben Sie dabei, gleich ob das Gepäck mit ankommt oder nicht, ob es Verspätungen gibt oder nicht. Beim Transfer zum Hotel sind ebenfalls keine Probleme da, denn Sie haben nicht nur die gewohnte Nahrung dabei, sondern auch das beste Beruhigungsmittel das es gibt. Das Allerwichtigste jedoch ist, dass Ihre Milch Antikörper enthält, die ihr Kind vor vielen Infektionen und ganz besonders auch vor Magen-Darm-Infekten schützt. Wenn schon eine Reise mit Baby in ein Land wie Ägypten, dann mit einem gestillten Kind. Die ersten sechs Monate braucht ein Baby in der Regel nichts anderes als Muttermilch (auch nicht, wenn es heiß ist, selbst in der Wüste ist Muttermilch ausreichend, um den Flüssigkeitsbedarf eines Babys zu decken, vorausgesetzt es wird nach Bedarf gestillt). Die Bereitschaft des Babys zur Beikost lässt sich an den folgenden Anzeichen erkennen: • es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, • der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen läßt. Dies ist meist etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Ehe diese Zeichen nicht zu erkennen sind, sollte noch keine Beikost eingeführt werden. Eine zu frühe Einführung der Beikost ist nicht sinnvoll, da dadurch der Organismus des Kindes überfordert werden kann, vor allen der Darm und die Nieren des Kindes können überlastet werden und außerdem erhöht eine zu frühe Einführung der Beikost das Allergierisiko. Überlegen Sie sich auch einmal, ob Sie wirklich „stillmüde" sind oder nicht einfach erschöpft sind von der Tatsache, dass Muttersein ein 24-Stunden-Job mit 365-Tage-Bereitschaft im Jahr ist. Abstillen macht das Muttersein nicht einfacher, nur anders und vielleicht noch anstrengender. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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