Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

abstillen und umstellen..

Frage: abstillen und umstellen..

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Hallo liebe Biggi, meine Tochter ist nun schon 8 Monate alt und wird immer noch voll gestillt. Jeden Mittag seit 2 Wochen biete ich ihr was an zum essen. So 4-6 >Löffelchen isst sie dann auch, manchmal auch nur 2... Sie hat es raus, das was auf der Zunge liegt nach draußen zu befördern und zieht die Zunge bei geschlossenem Mund wieder rein. Zufüttern tue ich Karotten/Kartoffel/Gemüse.. Nur Karotten fand sie noch blöder. Nun ist aber der Punkt bei mir anfgekommen, wo ich nimmer so viel stillen möchte. Ich denke 8 Monate sind wirklich ausreichend. Ist es schlimm, wenn ich versuche, die anderen Mahlzeiten, auf Flasche umzustellen? Vorrausgesetzt, sie würde die Flasche annehmen. Möchte ja nicht alle Mahlzeiten durch die Flasche ersetzen, aber sie will halt garnicht anderes als die Brust. Bin schon so ein wenig verzweifelt, weil sie mir schon richtig aufs T-Shirt guckt und weint, wenn sie Hunger hat.. Da ist für der Punkt, wo ich nicht mehr voll stillen mag. Was soll ich nur tun?? Habe vor den 2 Wochen zufüttern schon mal den Anlauf gestartet, aber auch da wollte sie nicht.. Kannst Du mir einen Rat geben?? LG Nicole Danke


Biggi Welter

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Liebe Nicole, selbst voll gestillte Einjährige sind nicht die ganz große Seltenheit und es gibt vereinzelte Berichte über Kinder, die sogar noch weit ins zweite Lebensjahr hinein ausschließlich gestillt wurden und dabei gut gediehen sind und sich altersentsprechend entwickelt haben. Ein Kind, das lange jegliche feste Nahrung verweigert, kann aber wohl kaum zum Essen gezwungen werden, denn: was macht ein Mensch, den man mit Gewalt dazu zwingen will, etwas zu tun? Er blockiert oder zerbricht. Beides ist nicht wünschenswert, schon gar nicht in der Eltern Kind Beziehung. Druck und Zwang sind nicht geeignet, um ein Kind zum Essen zu bringen. Im Gegenteil: je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, um so schwieriger wird die Situation und zum Schluss gibt es in diesem Kampf ums Essen nur Verlierer. Die Situation dürfte bei euch jetzt schon so angespannt sein, dass es sehr viel Geduld und Ruhe brauchen wird, um wieder eine Entspannung zu erreichen, so dass dann mit vieeeeeel Geduld und ganz ohne Druck das Thema feste Nahrung erneut angegangen werden kann. Verweigert ein Kind deutlich länger jegliche Beikost, ist es allerdings sicher nicht verkehrt, das Kind genauer anzuschauen und eventuell auch die Eisen und Zinkwerte zu kontrollieren. Es kommt zwar eher selten vor, doch manchmal liegt die Essensverweigerung der Kinder gerade an einem Mangel dieser Spurenelemente und dieser Mangel verschärft sich dann noch weiter, wenn das Kind nicht isst. Bitte also zum einen Geduld bewahren, dem Kind fingergerechte Nahrung und gemeinsames Essen am Familientisch und mit anderen Kindern (Nachahmungseffekt) anbieten und einmal von der Kinderärztin/arzt nachschauen lassen. Sicherlich kannst Du nun versuchen, auf Flaschennahrung umzustellen, allerdings kann es dir passieren, dass dein Baby noch mehr streikt und gar nicht mehr essen mag. Versuche ganz vorsichtig, erst einmal eine Stillmahlzeit durch die Flasche zu ersetzen, Du wirst sehen, wie dein Kind darauf reagiert. Vielleicht wäre es wirklich erst einmal besser, wenn Du die Blutwerte kontrollieren lässt, vielleicht hat dein Kind tatsächlich einen Mangel und ist gleich besser, wenn dieser behoben ist. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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