Milchbübchen
Hallo, mein Kleiner ist jetzt 18 Monate alt, stillen hat immer gut geklappt, ich füttere natürlich bei, etwas chaotisch, er ist bei uns mit am Tisch und was wir essen, ganz unterschiedlich viel... Und an der Brust trinkt er immer vor dem Schlafen, jedem neu-Einschlafen, also vor dem Mittagsschlaf und abends und nachts ca. alle 1-2 Std., wenn ich mal sehr Glück habe, sind auch mal 3 Std. dazwischen, aber das passiert leider nur alle paar Wochen einmal. Ich finde das Stillen eigentlich o.k. oder gut, aber ich glaube schon, dass er nachts besser schlafen würde, wenn er nicht bei jedem kleinen Aufwachen glaubt, an die Brust zu müssen. Schnuller und Flasche wollte er bisher nicht, habe es in den letzten Wochen allerdings nicht nochmal probiert. Jedenfalls zehrt der wenige Schlaf an meinen Nerven und ich denke, es wäre für alle das Beste, wenn ich mal wieder mehr Schlaf kriege... Ich bin auch schon über 40 und habe noch eine große Tochter (10). Wie gehe ich das Abstillen an, ohne Partner? Mein Kleiner ist sehr gefühlsstark, wenn ich es wage, ihm statt der Brust einen Schnuller anzubieten, wird er wütend und schreit und weint sicher lange und das halte ich grad nicht durch. Tagsüber trinkt er ab eigentlich neben dem Mittagschlafnuckeln auch noch 1-2 Mal an der Brust und vor allem auch gerne als Beruhigung, wenn er Trost will. Ich hätte nichts dagegen tagsüber noch zu stillen, aber ich nehme an, das nächtliche Stillen kriege ich besser "weg", wenn ich auch tagsüber abstille, oder? Gibt es eine Methode ohne Schreien lassen? Danke!!
Kristina Wrede
Liebe Milchbübchen, egal ob mit oder auch ohne Partner: Du stellst die Weichen, wer in eurer Familie das Sagen hat. Ich weiß selbst noch, wie viel Respekt ich vor der Willensstärke meiner Tochter hatte, und dennoch: WIR sind die, die sagen müssen, wo es lang geht, egal wie willensstark die Kleinen sind, wir müssen stärker sein. Und damit meine ich nicht: Streng, gefühlskalt, hart, sondern klar und konsequent. Ja, sie lehnen sich auf mit Tränen und Schreien, und ja, das braucht gute Nerven. Es ist ok, wenn du jetzt sagst, dass es momentan für dich nicht zu schaffen ist, ihn schreien zu lassen. Das ist absolut normal!!! Wichtig ist jedoch, dass du dir einen Plan machst, den du selbst auch schaffen kannst. Du musst nicht komplett abstillen...es genügt, wenn du dir nachts Schritt für Schritt längere Pausen erarbeitest. Ich finde, das geht am einfachsten mit der "Radiowecker-Methode" oder "Signal-Methode". Du definierst ein Signal, das für "Stillzeit" steht, z.B. eine Lampe, die dann leuchtet, der Radiowecker, der dann spielt, o.ä. Dieses Signal führst du schon tagsüber ein, machst es z.B. an, wenn ihr stillt und sagst deinem Kleinen dann: "Schau, die Lampe leuchtet, wir stillen." Das ist eine Form der Konditionierung... dein Baby verknüpft das Signal mit der Stillzeit. Das SIgnal darf nie sonst verwendet werden (also muss es z.B. eine besondere Lampe sein). Und du musst konsequent darauf achten, dass sie immer erst an ist, und ihr dann stillt. (Also nicht: Die Lampe geht an, weil wir stillen, sondern wir stillen, weil die Lampe an ist). Tags und nachts. Wenn du ein bis 2 Tage lang diese Verknüpfung gefestigt hast, dann verbindest du das Signal mit einer Zeitschaltuhr. Zunächst mit ganz kleinen Abständen. Signal erscheint, du erinnerst dein Baby daran, dass es Trinken darf. Signal ist aus, du erinnerst dein Kind daran, dass ihr warten müsst, bis das Signal an geht. Meist klappt das recht schnell, und du kannst dann die Abstände immer weiter ausdehnen, von 15 Minuten auf 30, auf 45, auf 60, auf 90, auf 120 usw. Ich hoffe, du verstehst, wie ich es meine... Deine Tochter kann dich vielleicht unterstützen, in dem sie dich daran erinnert... oder den Kleinen ablenkt, während ihr auf das Signal wartet... Klar ist diese Methode etwas aufwändig, doch meist halten sich die Wutanfälle wirklich in Grenzen.. Denk auch daran, dass du dir Unterstützung holen kannst von Famlienberatungstellen, oder FamilienberaterInnen. Nicht alle sind stillerfahren genug um zu wissen, dass auch mit 18 Monaten das Stillen an sich absolut ok und gut ist. Aber wenn Frauen kommen und sagen, dass sie definitiv weiter stillen werden, dennoch Unterstützung brauchen, dann können die Experten ehrlich sagen, ob sie diese Unterstützung leisten können. So findest du heraus, ob dir jemand helfen kann. Und auch ohne Partner gibt es vielleicht liebe Freundinnen, Omas, Tanten, Schwestern.... die dich unterstützen und dir im Alltag helfen, wenn du sie darum bittest?? Wenn du dich eine Weile nicht um die Wäsche oder das Kochen kümmern musst, hast du mehr Energie, um konsequent zu bleiben bei den neuen Spielregeln fürs Stillen. Lieben Gruß, Kristina
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