Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abstillen - nach 2 Jahren

Frage: Abstillen - nach 2 Jahren

Mitglied inaktiv

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Wie macht man das? Eigentlich wollte ich stillen bis mein Sohn selber aufhört, aber momentan bin ich sehr genervt. 14 Monate haben wir 4 mal in 24 h gestillt, aber jetzt plötzlich will er sooooo oft, auch in der Öffentlichkeit, und was ich überhaupt nicht verstehe - wir stehen von dem Tisch auf, nach gutem Essen (d.h. er hat viel gegesen) und will gestillt werden!!!!!!!!! Bin am Ende. Wie bringe ich ihn zum Schlafen ohne Stillen - noch ein Problem. Aber ich habe genug.


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Liebe Luisi, oh ja, ich kenne die Situation genau: Da fragt man sich dann, "warum macht der das, so werde ich unmöglich weiter stillen". Es ist manchmal schwierig bei einem älteren Kind genau zu unterscheiden, will es jetzt wirklich das Stillen oder sucht es „nur" Aufmerksamkeit und Zuwendung. Wichtig ist, dass Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum Anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Heißt konkret: Wenn du sagts "Nein, wir stillen nur noch zuhause im Bett" (als Beispiel), dann wird auch wirklich nur noch dort gestillt, egal, wie laut er protestiert, ob er aus Wut um sich schlägt oder tritt. Die Gefühlsäußerungen sind legitim, da hat er ein Recht zu - und sie sind nur kurzfristig, wenn du wirklich auch deinen Teil der Abmachung einhältst (wenn du also abgemacht hast, dass nach dem Aufwachen gestillt werden darf, dann mach das auch in den Fällen, in denen er vielleicht länger als du schläft. Leg dich dann zu ihm und sag ihm, er darf trinken). So merkt dein Sohn, er kann sich auf dein Wort verlassen und das ist für Kinder sehr sehr beruhigend. Also: Ich denke, mit 2-3 Tagen Frist für die Einführung neuer Regeln sollte Euer Problem zu lösen sein. Auch das Einschlafstillen lässt sich in diesem Alter z.B. so lösen: Vereinbare mit ihm, dass er VOR dem zu Bett gehen trinken darf, dass du ihn ZUM EINSCHLAFEN jedoch nicht stillen wirst. Klar, auch dann wird er protestieren (verständlich, oder?), aber wenn du ruhig und gelassen und liebevoll bleibst, ihn begleitest, in dem du ihn z.B. streichelst und ihm etwas vorsingst, dann wird er einschlafen. Und am nächsten Tag etwas leichter, und am dritten vielleicht ganz ohne Protest. Nur bitte keine "Sanduhr"-Methoden, oder "kontrolliertes Schreien-Lassen". Die zerstören das Vertrauen zwischen dir und deinem Kind und sind aus psychologischer Sicht alles andere als gut! Wenn es in ein paar Tagen trotz dieser "Maßnahmen" immer noch nicht besser ist, kannst du immer noch komplett abstillen. Es ist absolut legitim, die Stillbeziehung zu beenden, wenn sie dir keine Freude mehr macht. Die Herausforderung besteht nun also darin, ihre Trauer zu akzeptieren und zu deiner Entscheidung zu stehen. Meist ist das auch gar nicht so "schlimm", denn Kinder akzeptieren neue Gewohnheiten doch relativ schnell. Es ist hilfreich, wenn du dir erst überlegst, wie du vorgehen möchtest: Gleich komplett abstillen oder eine Mahlzeit nach der anderen, wie du deinen Kleinen tröstest in der Übergangszeit und welchen "Ersatz" du für die Nähe und Geborgenheit, die er sich beim Stillen holt, bietest. Meine Kinder haben gelernt, an der Brust zu kuscheln, auch ohne zu trinken, und das war dann lange Zeit ein für mich akzeptabler Weg... Ich bin sicher, du findest den für euch passenden Weg. Hier wirst du viele Anregungen finden, wenn du mal in der Suchfunktion "Abstillen" eingibst. Gern geb ich dir aber auch direkt noch weitere Tips. Lieben Gruß, Kristina


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