Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen eines dünnen Babys

Frage: Abstillen eines dünnen Babys

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Liebe Biggi, erst mal möchte ich sagen, dass ich es sehr nett finde, dass Sie in diesem Forum Hilfestellung geben. Ich möchte gaaanz allmählich abstillen, weiß aber nicht so recht, wie ich die Sache angehen soll. Vorneweg zwei Dinge die wichtig sind zu wissen: Mein Kind ist sehr leicht (3% Perzentile) und ich möchte nicht, dass es weiter abnimmt. Außerdem ist es leider allergiegefährdet. Meine Tochter ist 6 Monate alt . Der Essensplan sieht momentan folgendermaßen aus: ca. 9:00 stillen ca. 13:00 Gläschen (Babymenü mit Fleisch) plus eine Flasche Tee, von der sie ca. 40 ml trinkt ca. 17:00 stillen ca. 19:00 stillen ca. 21:00 Reisbrei aus 90 ml HA2 plus 1 Fläschchen HA2, von dem sie ca. 90 ml trinkt ca. 02:00 stillen ca. 05:00 stillen Ich würde als Nächstes demnächst irgendwann die Nachmittagsmahlzeit um 17:00 gerne abstillen. Was kann ich ihr unter dem Gesichtspunkt geben, dass sie genügend Kalorien bekommt? Hat ein Obstgläschen etwa die gleichen Kalorien wie eine Stillmahlzeit? Sie trinkt aber immer allerhöchstens nur 10 Minuten an der Brust. Oder soll ich nach dem Obstgläschen eine Flasche HA2 anbieten? Im Grunde würde ich auch nachts gerne abstillen, da es mir langsam an die Substanz geht, seit einem halben Jahr nie länger als 3 Stunden am Stück schlafen zu können. Ich traue mich aber nicht, ihr die Brust nachts nicht zu geben, da sie nachts besser zu trinken scheint als tagsüber und ich Angst habe, dass sie weiter abnimmt. Ich möchte ihr auch nicht etwas wegnehmen, das sie vielleicht noch braucht. Was soll ich machen? Lieber nachts weiter stillen? Oder wird sie tagsüber mehr essen, wenn sie nachts nichts mehr bekommt? Problem ist auch, dass ich schon vor einem Jahr ganz dringend eine Zahnarztbehandlung nötig gehabt hätte, die ich nicht machen lassen kann, solange ich stille. Ich weiß auch nicht, ob die beiden Still-Mahlzeiten am Nachmittag zu viel sind, denn abends den Brei isst sie nicht gut, es dauert über eine Stunde, bis wir fertig sind. Oder ist das im normalen Bereich? So, das waren jetzt mehr Fragen als geplant, ich hoffe es ist nicht allzu durcheinander. Vielen Dank fürs Lesen und herzliche Grüße Aideen


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Aideen, Ihr Baby ist gerade erst sechs Monate alt und bekommt schon zwei Beikostmahlzeiten, das ist mehr als genug und Sie sollten jetzt nicht noch mehr feste Kost anbieten. Das Zufüttern von Beikost bei einem zögernd zunehmenden Kind sollte immer sehr kritisch gesehen werden, vor allem dann, wenn das Kind noch so jung ist. Zunächst sollten andere Möglichkeiten ausprobiert werden bzw. überprüft werden (z.B. häufigeres Anlegen), ob die Zunahme tatsächlich zu gering ist oder einfach dem individuellen Tempo dieses Kindes entspricht. So haben z.B. Karotten gerade mal 22 kcal pro 100 g, im Gegensatz zu Muttermilch mit fast 70 kcal pro 100g. Das bedeutet, dass Sie mit der Beikost eine Nahrung mit niedrigerem Kalorienwert einführen und dadurch die hochkalorische Nahrung (Muttermilch) ersetzen, was eher zu einer Verlangsamung der Gewichtszunahme, denn zu einer Steigerung der Zunahme führen wird. Außerdem ist die zu frühe Einführung von Beikost eine Belastung von Darm und Nieren (erhöhte Molenlast) und erhöht das Allergierisiko. In diesem Alter ist es völlig normal, wenn ein Baby nachts noch Hunger hat, egal, ob gestillt oder nicht. Ihr Baby braucht noch Nahrung und wenn Sie nachts nicht mehr stillen möchten, sollten Sie Ersatzmilch geben. Ihr Baby sollte während der gesamten Stillzeit nach Bedarf gestillt werden und zwei Stillmahlzeiten am Nachmittag sind sicherlich nicht zu viel. Am besten wenden Sie sich einmal an eine Stillberaterin vor Ort, die Ihnen im direkten Kontakt Tipps geben kann. Ich suche Ihnen gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus, wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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