Mitglied inaktiv
Liebe Biggi!!! Da ich deine Meinung sehr schätze, bitte ich dich um Rat.Ich war heute mit meinem Sohn (genau zwei Jahre )bei der MU-KI-Pass-US.Es ist soweit alles super in Ordnung bis auf das,das mein Sohn ein absoluter Fleisch und Wurstverweigerer ist.Ab und zu ist er ein Wienerwürstel aber das wars dann schon.Er war schon von klein auf ein schlechter Esser,trinkt keine Milch,selten mal ein paar Löffel Joghurt.Am liebsten hat er MUMI.Gemüse und Obst isst er recht brav.Er liegt vom Gewicht her im unteren Bereich der Perc.Kurve,aber er liegt noch im Durchschnittsbereich.Meine Kinderärtzin hat mir nun heute geraten radikal abzustillen,weil es wohl das Beste wäre.Ich sehe jedoch hier absolut keinen Zusammenhang,denn auch wenn ich abstille, glaube ich nicht,das er dann zum Fleischtiger oder zum Milchtrinker wird.Ich finde es immer wieder schade wie negativ die Umwelt auf das Langzeitstillen reagiert.Ich hab sogar schon vielen Leuten in meiner Umgebung gesagt, das ich abgestillt hab, weil ich mich nicht mehr ständig rechtferigen wollte.Jedenfalls will sie beim nächsten Mal einmal Blut abnehmen wegen dem Eisenstatus.Jedoch Fakt ist, das mein Sohn noch nie krank war,er hatte weder Schnupfen,noch Husten noch sonst was.Er ist kerngesund und sehr lebendig.Also liebe Biggi,was meinst du dazu???Ist ABstillen wirklich die Lösung??DANKE IM VORAUS UND LIEBE GRÜSSE AUS ÖSTERREICH
Liebe Mel78, die WHO empfiehlt ausdrücklich für ALLE Kinder eine Stillzeit von bis zu zwei Jahren und darüber hinaus. Es steht in der Innocenti Deklaration ausdrücklich, dass diese Empfehlungen für alle Kinder und nicht nur für Kinder in Drittweltländern Anwendung finden. Die amerikanische Akademie der Kinderärzte (AAP) empfiehlt ebenfalls eine mindestens einjährige Stillzeit für alle Kinder und darüber hinaus solange Mutter und Kind es wollen. Die neueste Verlautbarung der American Academy of Pediatrics ist übrigens sehr eindeutig. Dort steht nämlich "There is no upper limit to the duration of breastfeeding and no evidence of psychologic or developmental harm from breastfeeding into the third year of life or longer". (Es gibt keine Obergrenze für die Stilldauer und keinen Beleb für Schädigungen hinsichtlich der Psyche oder der Entwicklung, wenn bis in das dritte Lebensjahr oder länger gestillt wird) Statistisch gesehen stillt sich ein Kind, dem diese Entscheidung selbst überlassen wird, irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab. Abweichungen nach oben und unten möglich und niemand kann vorhersehen, wann ein einzelnes Kind so weit ist. Wir Frauen scheinen alle offensichtlich ein überdimensionales Schuldbewusstsein in die Wiege gelegt zu bekommen und spätestens mit der Geburt eines Kindes fühlen wir uns für alles verantwortlich und selbstverständlich sind wir an allem schuld (gleich ob unsere Kinder zu dick oder zu dünn sind, ob sie quengelig sind oder ob die Frankfurter Börse eine Krise erlebt und alle Aktienkurse in den Keller rutschen). Was sollst Du denn machen? Dein Kind in einen Schraubstock spannen, ihm die Nase zuhalten, damit es den Mund auf macht und ihm dann unter Zuhilfenahme eines Kartoffelstampfers feste Nahrung in den Magen zwingen? Kehr den Spieß einmal um und frage all diejenigen, die dich so freigiebig kritisieren, was für KONSTRUKTIVE Vorschläge sie denn anzubieten haben. Es ist immer leicht zu sagen "Du machst das falsch" und sich dann umzudrehen und keinerlei sinnvolle Vorschläge zu machen, wie denn in dieser Situation besser vorgegangen werden soll. Grrr, in solchen Situationen packt mich die Wut: Du bist nicht schuld, weder an der Weltwirtschaftskrise noch daran, dass dein Kind nicht essen mag. Wenn deine Tochter gut gedeiht und sich altersgemäß entwickelt, dann versucht doch einmal, das Thema "Essen" nicht mehr zum alles beherrschenden Thema zu machen. Es hat keinen Sinn, ein Kind zum Essen zwingen zu wollen und es hat auch keinen Sinn, wenn sich das ganze Familienleben nur noch darum dreht, wie dem Kind irgendwelche Nahrung "einzutrichtern" sei. Je angespannter die Situation wird, um so verkrampfter sind schließlich alle Beteiligten. Bei einem Kampf ums Essen gibt es fast immer nur Verlierer. Ob ein Baby/Kleinkind Fleisch braucht oder nicht, hängt davon ab, wie es ernährt wird. Fleisch wird wegen seines hohen Eisen und Proteingehaltes gegeben. Es kann jedoch durch andere Nahrungsmittel ersetzt werden, vorausgesetzt das Baby wird weiterhin gestillt. Die Verfügbarkeit und damit die Aufnahme des Eisens in den Körper wird entscheidend verbessert durch Vitamin C. Durch die Gegenwart von Vitamin C wird die Eisenaufnahme aus allen Lebensmitteln bis um das dreifache gesteigert, Da Vitamin C das zweiwertige Eisen vor der Umwandlung in nicht resorbierbares dreiwertiges schützt und zur Umwandlung von vorhandenem dreiwertigen in resorbierbares zweiwertiges Eisen beiträgt. Zu jeder Mahlzeit gehört ein Vitamin C haltiger Bestandteil. Wenn unter Beachtung dieser Regel konsequent Vollgetreide verwendet wird, braucht die Beikost kein Fleisch zu enthalten. Eine Vollwertkost mit Vollkorngetreide, reichlich Gemüse und Obst, gemahlenen Nüssen, Milch und wenig Ei macht auch im zweiten Lebensjahr Fleisch nicht unbedingt erforderlich. Die Blutwerte solltest Du tatsächlich kontrollieren lassen. Unter Umständen liegt z.B. ein Eisenmangel vor und das macht Kinder appetitlos.
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