Fischstäbchen
Hallo, Ich stille (noch) tandem meine über 4-Jährige und 2-Jährigen. Eigentlich wollte ich immer, dass die große sich selbst abstillt, doch davon sind wir noch gefühlt Jahre entfernt, sie trinkt noch abends, nachts, wenn sie zu uns kommt (nicht jede Nacht), und morgens. Sie will noch öfters, aber ich will das nicht. Der kleine trinkt natürlich noch öfter. Das Problem ist, dass ich seitdem ich meinen Zyklus wieder habe extrem empfindlich bin an den Brüsten: dauernuckeln, anfassen o.ä. kann ich nicht ertragen. Es tut nicht weh, es ist eher so dass es kitzelt bzw so ein Gefühl "als würde jmd mit Fingernägein über eine Tafel kratzen". Ganz komisch. Und seit einiger Zeit kann ich ihr trinken kaum noch ertragen weil es sich genau so anfühlt. Sie trinkt einfach ganz anders als ihr Bruder und ich muss es spätestens nach einigen Minuten beenden. Sie weint dann, schreit, bettelt. Das kann ich auch gut verstehen. Nur: wie stille ich sie sanft ab wenn sie sieht, dass ich den kleinen noch stille? Dazu kommt, dass sie ohnehin momentan eine schwierige Phase hat u mit sich selber nicht klarzukommen scheint (schaltet auf Durchzug, egal was wir sagen, sperrt die Großeltern aus, wutanfälle aus dem Nichts, schläft sehr wenig, beschimpft uns und andere), sie hat wohl momentan Streit mit ihrer besten Freundin im Kiga. Ich wollte sie eigentlich nicht in einer solchen Situation, in der wir oft genug aneinander rasseln, abstillen, aber ich ertrage es kaum noch. Habe jetzt überlegt es dadurch auslaufen zu lassen, dass ich es immer nur noch ganz kurz halte (wobei momentan kaum mehr als wenige Sekunden ertragbar ist und ich für eine Minute schon die Zähne zusammenbeiße). Habt ihr Ideen, Vorschläge, Erfahrungen? Wenn es nicht so unangenehm wäre würde ich es einfach weiterlaufen lassen, hätte auch kein Problem damit sie noch länger zu stillen. Ich hatte mir das anders gewünscht... Vielen Dank!
Liebe Fischstäbchen, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Eine Möglichkeit ist, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, dass Du das Stillen als unangenehm empfindest und dass Du denkst, dass es nun an der Zeit ist, eure gemeinsame Stillzeit zu beenden oder zumindest das viele Stillen in der Nacht einzuschränken. Überlegt gemeinsam, wie ihr nun zu einem harmonischen Ende finden könnt. Vielleicht indem ihr auf ein bestimmtes Datum hinarbeitet oder aber auch durch ganz klare Regeln, die auch lauten können „Es wird nur noch gestillt, wenn es dunkel ist“ oder „wir stillen nur noch am Morgen“. So lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Kind spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Du kannst deinem Kind ruhig erklären, dass das Baby die Milch noch braucht, deine Große aber schon ganz normal essen kann. Sie spürt ja deine Ablehnung genau und DAS macht sie unsicher und eifersüchtig. Vielleicht kannst Du mit deiner Großen ein neues Ritual einführen, z.B. dass Du ihr während der alten Stillzeiten eine Geschichte vorliest oder sie mit dir alleine eine Spaziergang machen darf oder Du mit ihr badest oder ein Lied singt……schenke ihr Zeit, die IHR GANZ ALLEINE gehört, die sie nicht teilen muss mit dem Baby. Ich hoffe, Ihr findet einen guten Weg. LLLiebe Grüße Biggi
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