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Liebe Biggi, ich brauche Deine Hilfe. Meine Tochter wird Ende des Monats ein Jahr alt. Ich stille noch morgens und vor allem in der Nacht. Auch zum Einschlafen braucht meine Tochter die Brust. In der Nacht trinkt sie ca. 6x - es ist mit der Zeit immer mehr geworden! Sie nimmt keinen Nucki und keine FLasche - nur die Brust. Sie wacht alle 3/4 Stunde auf und schreit nach der Brust. Das ist keine Phase mehr, sondern Alltag bei uns. Ich bin mit der Situation mittlerweile sehr unglücklich und möchte definitiv jetzt abstillen! Dazu kommmt, dass ich in 4 Monaten wieder arbeiten gehe und mein Mann dann die Betreuung unserer Kleinen übernimmt. Ich muss leider, aus beruflichen Gründen, auch wochenweise Seminare in anderen Städten besuchen und bin dann eine ganze Woche nicht zuhause. ALso muss es bald klappen, dass sie sich nachts auch anders, halt ohne Brust, beruhigen lässt! Ich bin schon sehr verzweifelt und habe große Angst, dass wir das bis dahin mit dem Abstillen nicht schaffen oder meine Tochter sehr darunter leiden muss! Kannst Du mir irgendwie helfen? Wie geht das mit dem "sanften" Abstillen - ich möchte sie auf keinen Fall alleine schreien lassen (Ferbern). Bitte hilf mir!
Liebe Svalbard, ein radikaler Brustentzug wird für dein Kind sicher sehr schwierig sein und mit vielen Tränen verbunden. Vielleicht kannst Du statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Wenn Du dir für dich sicher bist, dass Du nachts nicht mehr stillen magst, dann wird das vermutlich nicht ganz ohne Trauer bei deinem Kind gehen. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. In diesen Gesprächen kannst Du dein Kind immer wieder darauf hinweisen, dass Du der Meinung bist, dass das Stillen in der Nacht nun eingeschränkt wird, dass Du es aber weiterhin genau so sehr lieb hast, wie schon immer. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir, dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal deinem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst dein Kind ja in der ersten Zeit zuerst stillen und dann deinem Partner übergeben. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Du kannst auch als Übergangslösung mit deinem Kind vereinbaren, dass sie in bestimmten, klar erklärten und für das Kind erkennbaren Situationen nur ganz kurz trinken darf und so einen allmählichen Übergang schaffen. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Mit Geduld, Ruhe und viel Liebe, werdet ihr das schaffen. LLLiebe Grüße Biggi
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