sternschnüppi153
Hallo Frau Welter, Ich habe meine Tochter (7 Wochen) ab Geburt gestillt. Nach abgesehen von Wunden Brustwarzen habe ich 2 Wochen problemlos gestillt. Dann hat meine Tochter begonnen, schlecht an der Brust zu trinken, sie hat nicht richtig angedockt und nur genuckelt. Wegen geringer Gewichtszunahme habe ich auf Rat ein Wochenende nur abgepumpt und mit Flascheundefined zugefüttert. Danach hat es eigentlich auch wieder ganz gut geklappt aber nach 2 Tagen ging es mit dem Saugverhalten wieder bergab, als hätte sie sich entkräftet an der Brust. Vor allem schrie sie immer an der Brust, es dauerte oft 20 min bis ich sie beruhigt hatte, und ist nach 1, 2 mal saugen nicht mehr ran oder eingeschlafen. Sie hat definitiv kaum was getrunken an der Brust, und selbst die Flasche danach hat sie nur schwer angenommen. So ging es 5 Wochen, in denen ich schwer gekämpft hab, immer wieder Anlegeversuche, Abpumpen, Füttern. Ich war, auch weil ich noch ein Kind habe, psychisch und physisch am Ende. Vor allem das Schreien an der Brust hat mich enorm mitgenommen, ich habe tagelang nur geweint. Weil meine Tochter weinte, aber auch weil ich so fertig war (Schlafmangel, ständiges Pumpen...). Ich hatte weder eine "Beziehung" zu meiner Tochter in dieser Zeit, noch hatte ich Zeit für mich und meine Familie. Ich habe immer versucht, mein Baby wieder anzulegen, sie hat dann die Brustwarze gar nicht mehr angenommen, nur noch rumgeknatscht oder geschrien. Ich habe dann beschlossen, abzustillen, damit ich meine kleine Tochter genießen kann (und nicht nur Weine) , ihr nicht die Brust aufzwinge, aber auch selbst noch mal etwas Luft zum atmen hab und für meine Familie da sein kann und nicht nur im Stillen und Pumpen gefangen, da es ja offensichtlich nicht mehr klappt. Denn eine so gestresste Mama ist sicher auch nicht förderlich für mein Baby. Habe mich auch gefragt, ob das ständige Anlegen, obwohl sie so sehr und so lange vor der Brust weint, nicht der Beziehung zu meiner Tochter mehr schadet als Flasche geben. Beim abstillen hatte ich dann noch eine Brustentzündung eingefangen und Antibiotikum und Cabergolin genommen. Nun bereue ich es so sehr.... Ich hätte so gerne diese Beziehung gehabt. Ich weine immer noch, weil ich so extrem traurig bin. Sollte ich einen neuen Versuch wagen? Ein paar Tropfen kommen noch..... Muss die Milch verworfen werden? Wie lange mach Cabergolin Einnahme? Ist es gefährlich für das Baby? Ich weiß auch nicht, ob ich mir es nun idealisiert anschaue. Ich habe keine Garantie, dass sie nun an der Brust trinken wird und ich den Stress psychisch und physisch verkrafte... Was raten Sie mir? Danke und viele Grüße Sternschnüppi
Liebe Sternschnüppi, Dein Baby war saugverwirrt und konnte nicht korrekt an der Brust trinken. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Ein Baby, das mit der Flasche gefüttert wurde, hat einen sofort einsetzenden, gleichmäßigen Milchfluss kennengelernt. An der Brust reagiert es dann frustriert, weil nicht der von ihm erwartete, sofortige und stetige Milchfluss einsetzt. Es gibt einige wenige Abstilltabletten mit sehr langer Halbwertszeit, die das Ingangbringen der Milchproduktion für längere Zeit sehr stark beeinflussen können, so z.B. "Dostinex" mit dem Inhaltsstoff Cabergolin. Darum macht es Sinn, dass du mit jemandem in deiner Nähe eine "Strategie" entwirfst, wie und ob es trotzdem gelingen kann. Wie lange es dauern wird und ob Du Erfolg haben wirst, kann ich leider nicht beurteilen. Wie stark ist denn Dein Wunsch, doch noch zu stillen? Es wäre auch völlig in Ordnung, wenn Du Deine Trauer durchlebst und nicht auf Biegen und Brechen einen Neuanfang startest, der vielleicht nur Stress und Tränen bringt! Sprich einmal mit einer Kollegin, die Dir zur Seite stehen kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Liebe Grüße, Biggi
sternschnüppi153
Vielen Dank für Ihre Antwort. Was ich vergessen habe, ich habe später nur noch mit StillHütchen gestillt, weil mein Baby die pralle Brust sonst nicht zu fassen bekam. Selbst meine Hebamme war irgendwann davon überzeugt, dass es nicht anders geht. Milch war immer reichlich da. Kaum war das Hütchen angelegt, lief es voll mit Milch. Hatte manchal eher das Gefühl,es wäre zu viel Milch für sie. Momentan ist der Wunsch schon groß und die Frage, ob es nicht doch geklappt hätte, hätte ich mir ein wenig länger durchgehalten, steht immer im Raum. Ich hatte bei meinem 1. Kind nach 2 Wochen wegen schwerer Mastitis abgestillt. Damals hab ich mir sehr schwere Vorwürfe gemacht, etwa ein 3/4 bis ein Jahr hatte ich damit schwer zu kämpfen. Daher hätte ich die Stillbeziehung so gerne gehabt. Und ich dachte auch, dass ich mir nichts vorwerfen muss diesesmal, weil ich 5 Wochen gekämpft und immer wieder die Entscheidung heraus gezögert habe, es weiter probiert habe. Und nun sind die doch wieder da. Und ich hab Angst, dass ich wieder in meiner Trauer versinke. Mein Umfeld versteht nicht warum ich mir so einen "Stress" mache. Ich weiss auch schon, dass ich mit dem Pumpen nicht glücklich bin (habe Schmerzende Brustwarzen dabei, die gesamte Brust brennt unangenehm, die Entleerung durch meine Tochter ist sehr viel effektiver). Zudem raubt es viele Stunden. Statt die schlaf Phasen meines Babys zu nutzen, pumpe und sterilisiere ich. Das war körperlich sehr anstrengend und es wurde wieder kommen. Ich weiss nicht, ob ich das schaffen kann. Wenn es mir stillen klappen würde, wäre ich der glücklichste Mensch, Pumpen will ich auf Dauer nicht, schaffe ich auch nicht. Ich bin eben hin und hergerissen. Erneut den Versuch wagen mit wahnsinnig Aufwand und unklarem Ergebnis (und der Frage ob ich das psychisch und physisch schaffe) oder bei der aktuell etwas entspannteren Situation (mehr Zeit für mich, Familie, bewussterer Umgang mit meinem Baby) bleiben, eventuell wieder mit Vorwürfen die ich mir selbst mache und Trauer, die Stillbeziehung nicht zu haben. Zumal man ja auch überall liest, dass man ne innigere Beziehung zu seinem Kind nach oder durch Stillen hat. Es ist ja auch was besonderes, wenn nur die Mutter ernähren kann, von der emotionalen Seite mal ganz abgesehen). Was würden Sie mir raten? Und zum Cabergolin. Aber schadet es meinem Kind, wenn es über die Muttermilch diesen Wirkstoff abbekommt (wobei da ja momentan nur wenige Tropfen kommen würden), wenn ich Ein Anlegen eindach noch mal probier, also ob sie überhaupt noch was mit der Brust "anfangen kann? Vielen lieben Dank
Liebe Sternschnüppi, wie gesagt, das Mittel hat eine lange Halbwertzeit und es kann sein, dass die Milchmenge sich kaum steigern lässt. Setze Dich mit einer Beraterin vor Ort zusammen oder rufe eine an , so kann man alle Seiten beleuchten und in aller Ruhe sprechen, wie Du vorgehen könntest. Ganz ganz liebe Grüße, ich wünsche Dir von Herzen, dass Du eine Entscheidung treffen kannst, die für alle passt. Lieben Gruß Biggi
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