Mitglied inaktiv
Liebes Expertenteam. Unser Sohn ist 16 Monate alt und ich möchte ihn nun abstillen. Dies ist leichter gesagt, denn das Stillen ist von Geburt an die einzige Methode, ihn zum schlafen zu bringen. Ohne seine "Nann" schläft er nicht ein bzw. wieder ein, sondern schreit sich wach. Am Tag stille ich ihn 1mal zum Mittagsschlaf (der ca. 30 min. dauert) und nachts wird er im Durchschnitt 6mal wach, um gestillt zu werden. In den letzten Wochen gibt es sehr extreme Nächte, die mich völlig aussaugen. Er gibt die Brust gar nicht mehr her, es wird Dauergenuckelt von 45 min im 2 Stunden Takt. Bekommt er nicht sofort die Brust, schreit er sich gleich in Rage. Seit einem Jahr habe ich nur noch Milch in einer Brust. Dementsprechend leidet diese sehr, manchmal sogar schmerzhaft, da nachts die Milch ausgeht. Zudem bin ich sehr kraftlos, da ich wenig Schlaf finde. Ich habe schon öfters versucht, ihn auf andere Weise zum schlafen zu bringen, doch leider ohne Erfolg, auch lehnte er Flasche/ Schnuller von Anfang an ab. Seit Geburt schläft er bei mir im Bett, sodass er dort auch sofortigen emotionalen Trost erhält. Auch wenn ihn sein Papa ins Bett bringt, ist dies mit längerem, anhaltenden Schreihen verbunden; mit unter wirkt er fast apathisch. Von daher bin ich richtig hilflos und weiß nicht mehr was ich noch machen soll, um die Nächte angenehmer zu gestalten und das Stillen zu verringern. Obwohl ich gerne gestillt habe, ist für mich nun der Zeitpunkt da, abzustillen. Doch habe ich Zweifel, ob es richtig ist, ohne sein Einverständnis diese Zeit zu beenden. Wie kann ich dies am schonensten angehen? Danke im Voraus für Euren Rat. Gruß Lucy33
Liebe Lucy33, Sie müssen sich bewusst sein, dass sich durch das Abstillen ihr Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls Sie diese Vorstellung haben sollten, könnten Sie eine herbe Enttäuschung nach dem Abstillen erleben. Ihr Baby schläft mit ziemlicher Sicherheit nicht besser, wenn es abgestillt ist, es wird wahrscheinlich genau so oft aufwachen wie bisher und muss dann auf andere Weise beruhigt werden. Sie werden also auch in den nächsten Wochen wahrscheinlich nicht viel länger schlafen dürfen. Jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Wenn Sie nun abstillen wollen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht Sie selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen, Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedes Mal Ihrem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Sie können Ihr Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann Ihrem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie nicht gleich die Geduld verlieren, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probieren Sie es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Hallo Lucy, ich kann Dich gut verstehen, wir hatten diese Phasen auch.... "ewiges" Stillen, der absolute Horror. Aber es waren Phasen und es wurde wieder besser. Schlußendlich hat mein Sohn sich erst mit 3 "endgültig" abgestillt (bis dahin hat er abends immer noch ein bißchen genuckelt, wenn auch nur ganz kurz) und er hat erst zwischen 2,5 und 3 irgendwann durchgeschlafen - aber wenn ich ihm sein "Busi" weggenommen hätte wär es mit Sicherheit noch stressiger geworden.... Viel Glück, egal wie Du Dich entscheidest.
Mitglied inaktiv
Lieben Dank für die Ratschläge!
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