Frage im Expertenforum Recht an Nicola Bader:

Überstunden und Arbeitsstress

Frage: Überstunden und Arbeitsstress

GaRe.2281

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Guten Tag Frau Bader. Ich bin ziemlich ratlos. Ich arbeite als Refa bei einer Anwältin. Ich bin in der 14.ssw und meine Chefin weiß es. Noch vor paar Monaten waren wir 2 Refas, nun bin ich alleine, sodass für mich doppelt Stress an der Tagesordnung ist. Trotz all dessen erwartet die Chefin, dass gearbeitet wird, bis "alles" erledigt ist, oft bis 21.00 oder 22.00 Uhr. Ich arbeite täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr und zwar ohne Pause (damit ich die Zeit der Pause nicht hinten "draufpacken" muss), trotzdem reicht es nicht. Zu allem Überfluss werden die Überstunden nicht vergütet und abfeiern kann ich immer nur einen sehr sehr kleinen Bruchteil. Ich bin aufgrund der SS auch nicht fit, Müdigkeit und Übelkeit sind die ständigen Begleiter. Meine Ärztin wollte mich bereits krankschreiben, damit ich wieder runter komme und Kraft tanken kann. Das habe ich bisher aber abgelehnt, denn es bleibt dann auf Arbeit alles liegen und fällt hinterher doppelt und dreifach auf mich zurück. Was mich am meisten irritiert bzw. sehr enttäuscht ist, dass die Chefin Arbeitsrechtlerin ist und ganz genau weiß, was sie von einer Schwangeren fordern kann und was nicht und trotzdem hält sie sich nicht daran. Wenn ich aber versuche konsequent "pünktlich" Feierabend zu machen, übermittelt sie mir immer so ein schlechtes Gefühl, dass ich sie im Stich lasse etc. Was soll ich denn tun? LG


Mitglied inaktiv

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Wenn die Chefin Arbeitsrechtlerin ist, dann weiß sie ja welche Bußgeldtatbestände erfüllt sind, wenn ein Arbeitgeber so etwas tut. Das würde im Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen sie schwer wiegen. Bitte wende dich umgehend an die Aufsichtsbehörde für Mutterschutz! Hoffentlich wurde die Schwangerschaft dorthin gemeldet, wie es Pflicht ist.


desireekk

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Neben den rein juristischen Gegebenheiten, die Du ja selbst genau kennst: Warum lässt Du Dich so unter Druck setzen? Sie kann Dir nur "vermitteln" was Du Dir vermitteln lässt. - Mach 30 min Mittagspause, geh raus und schnappe frishce Luft - arbeite zügig und deine bezahlte Stundenzahl. Alles darüber würde ich mir als Überstunden abzeichnen lassen (es sei denn der AV sieht Pauschalabgeltung der Überstunden vor). - Wenn sie wieder "etwas vermitteln" will: lächle und sage wenig. HANDELN ist wichtig. Kurze, freundliche Ansagen deinersets, dass Dein Arbeitstag nach 8,5 Std. (inkl. Mittagspause) endet. - Arbeitet Deine Chefin ohne Bezahlung? Wohl kaum... - und ja, wende Dich an das Gewerbeaufsichtsamt. Das ist Dein RECHT und nicht eine vermeintliche Unverschämtheit Deiner Chefin gegenüber! Fazit: Engagement im Beruf zeigen finde ich sehr gut (und auch ich arbeite mehr als ich müsste), aber es muss sich irgendwie ausgleichen. Das sehe ich Bei Dir gerade nicht... LG D


Mitglied inaktiv

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Mein Rat wäre zudem, lass dich genau beraten wie du EZ nachher meldest. Damit du das beste da heraus nimmst. Und dann such dir einen neuen AG in dieser Zeit - ganz in Ruhe. Die andere Mitarbeiterin wird wohl auch ihre Konsequenzen gezogen haben - zu recht.


Kristiiin

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Am Besten reden Sie mit der Chefin und machen klar, dass Sie ab jetzt die vereinbarten Arbeits- und Pausenzeiten einhalten werden, dass Überstunden nach Absprache erfolgen, korrekt dokumentiert und abgefeiert/bezahlt werden. Sollte das nicht fruchten, melden und sich spätestens in der EZ eine neue Stelle suchen. Das Problem besteht auch unbeachtet der Schwangerschaft und muss gelöst werden.


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