Frage im Expertenforum Recht an Nicola Bader:

Entwicklungsstörung und Umgang

Frage: Entwicklungsstörung und Umgang

Lori33

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Hallo Frau Bader,  meine kleine wird demnächst 4 Jahre. Von Ihrer Entwicklung ist sie nachweislich unter der von einem 21 Monate alten Kind. Autimus steht aktuell auch zur Beobachtung. Nun möchte der Vater aktiven Kontakt durch begleiteten Umgang. Dieser findet durch seinen Terminplan zu unregelmäßig oder zu dicht aufeinander statt. Die kleine belasten die Termine sehr. Sie ist danach mehrere Tage rückfällig und kann ihren Alltag nicht ausleben.. Was kann ich machen damit wir für voll genommen werden? Es belastet Sie sehr, sie ist aber leider nonverbal und kann es deswegen nicht ausdrücken - nur durchs weinen.. Vielen lieben Dank!


Nicola Bader, Rechtsanwältin

Nicola Bader, Rechtsanwältin

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Hallo, lassen Sie den Umgang durch das JA regeln, falls das noch nicht geschehen ist. Grds. lese ich zwischen den Zeilen, dass Sie gar keinen Umgang wünschen - sollte das so sein, muss ich Ihnen sagen, dass dies vor Gericht eher keine Erfolgsaussicht hat. Da müsste schon ein Gutachter sagen, dass der Umgang dem KIndeswohl gefährdet. Liebe Grüße NB


Ani123

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Wie wurde der Umgang festgelegt? Zwischen ihnen und dem Kindsvater? Oder geben sie die Termine vor? Oder meldet der Kindsvater sich und legt somit die Termine fest? In welchem Rhythmus findet der Umgang statt? Sie schreiben wechselnd. Ist damit mal täglich und dann erst wieder in 4 Wochen gemeint? Wie findet der Umgang statt?  Warum ist der Umgang begleitend?  Falls das Jugendamt bereits in der Umgangsregelung oder anderweitig involviert ist schildern sie dort wie es zurzeit stattfindet.  Sollte das Jugendamt nicht oder nur nicht im Umgang involviert sein können die dort das Gespräch suchen, sich beraten und aktiv nach Unterstützung beim Festlegen des Umgang bitten. In der Regel gibt es dann ein gemeinsames Gespräch zwischen ihnen, dem Kindsvater und einem Mitarbeiter des Jugendamtes wo der Umgang schriftlich festgelegt wird. An die Tage und Zeiten hat der Kindsvater die Möglichkeit sein Kind zu sehen. Siekönnen dokumentieren ob er da war oder nicht und ob er sich abgemeldet hat (Begründungmit dokumentieren). Ebenfalls können sie dokumentieren wie ihr Kind sich im Anschluss daran verhalten hat. Bei zu vielen Absagen können sie das Jugendamt mitteilen, welche das Gespräch zum Kindsvater suchen wird. Eine Pflicht den Umgang wahrzunehmen hat der Kindsvater nicht. Verwehren dürfen sie ihm den nicht. Zum Umgang gehört nicht nur, dass er z. B. sein Kind einmal in der Woche für 2 Stunden am Nachmittag sieht und/oder wie in vielen Fällen und in der Regel 14-tägig von Freitag bis Sonntag. Es gehört auch die Regelung von Ferienzeiten dazu. (Z. B. u. a. Schließzeiten der Kita, ab der Schulzeit schulfrei Tage, wozu auch Brückentage zählen.)  Langfristig sollte ein alleiniger Ungang angestrebt werden, außer es gibt vom Jugendamt Einwende. Dass ihr Kind entwicklungsverzögert und dadurch bedingt mehr Aufwand in der Betteuung hat als ein gleichaltrigen Kind zählt nicht dazu. In dem Fall sollte der Kindsvater lernen damit umzugehen. Sie sollten lernen loszulassen. Zurzeit scheint es so als trauen sie ihm die alleinige Betteuung nicht zu. Sie können/sollten beim Jugendamt erzählen wie es aktuell ist und um Einschätzung bitten, wie es zum alleinigen Umgang kommen kann. Der Mitarbeiter kann beratend zur Seite stehen und Möglichkeiten nennen, wie sie sich lösen und der Kindsvater mehr Aufgaben übernehmen kann. Der Mitarbeiter kann auch raten, dass ein Mitarbeiter des Jugendamtes den Umgang begleitet. In dem Fall erfolgen in der Regel anfangs Treffen mit ihnen und der Person zum Kennenlernen. Nach ein paar Treffen geben sie ihr Kind der Person und der Kindsvater kommt dazu - begleiteter Unganh findet statt. Der Mitarbeiter beobachtet und dokumentiert den Umgang zwischen den beiden. Sie holen ihr Kind nach einer abgesprochen Zeit wieder ab. Viele Kinder können dann gelöster in den Umgang gehen. Sie dürfen das nicht als negativ sich gegenüber sehen, sondern als Chance zu zeigen, dass sie nicht klammern, sich lösen und den Umgang fördern und fordern. Wie lange begleiteter Ungang mit einem Mitarbeiter des Jugendamtes erfolgt ist individuell. Soweit möglich wird der Umgang ausgeweitet, die Person zieht sich zurück. Sollte die Person eine Gefährdung ihres Kindes sehen wird der Umgang begleitet bleiben. Ziel sollte sein, dass der Kindsvater das Kind abholt (z. B. bei ihnen oder Kita), Übergabe erfolgt, die geplante Zeit mit Kind verbringt, zurück bringt.  Ich verstehe, dass es schwer fällt das Kind mit dem Kindsvater alleine zu lassen, wenn es bis dato fast nur bei ihnen war. Geben sie ihrem Kind die Chance die Erfahrung zu sammeln Zeit alleine mit dem Papa zu verbringen.  Dass ihr Kind nach dem Umgang vielleicht z. B. mehr ihre Nähe sucht, die Nächte unruhiger sind; das ist in der Regel normal. Es verarbeitet den Umgang. Wichtig ist, dass sie unterstütztend zur Seite stehen, aber den Kindsvater nicht negativ darstellen und/oder deswegen den Umgang eigenständig abändern.  Denken sie daran, sie sind zwar kein Paar mehr, aber lebenslang Eltern. Und dazu gehört der Kindsvater.  Er hat Rechte, wie z. B. den regelmäßigen Umgang mit seinem Kind.  Er hat auch Pflichten, wie - z. B. Unterhalt zu zahlen. Sollte er das nicht machen oder zu wenig (z. B. weil er meint nicht mehr zahlen zu können) kann das Jugendamt behilflich sein. Sie können dort die Berechnung des Unterhalts fordern welchen er dann zahlen muss. Kann er nicht zahlen erhalten sie Unterhaltsvorschuss.  - ggf. haben sie noch Ansprich auf Betreuungsgeld für sich falls es wegen der Verzögerung ihres Kindes zu niedrigen Fremdbetreuungszeiten kommt, weshalb sie z. B. nur Teilzeit oder nicht arbeiten können.  Falls noch nicht geschehen, sollten sie ihr Kind beim SPZ vorstellen. Es kann mehrere Monate bis zum Termin dauern. Vor Ort wird ihr Kind "getestet" und mit ihnen gesprochen. Vorhandene Befunde, Berichte von Kinderarzt und Kita sollten sie mitbringen. Wenn die Testung erfolgt ist werden ihnen ggf. Diagnosen genannt, Therapiemöglichkeiten, sowie weitere Untersuchungsempfehlungen für weitere mögliche Diagnosen.Mit Empfehlung des SPZ kann es möglich sein schneller einen Termin zur Diagnostik zu erhalten.  Therapiemöglichkeiten können sein z. B.: - heilpädagogischer Kindergarten oder Integrationsstatus in Integrativgruppe. Beim Bekommen des Platzes wird unterstützt und ein Wechsel kann auch im laufenden Kitajahr erfolgen - Ergo-, Logo-, Kranken-, Physiotherapie usw. Ob sie die Empfehlungen vom SPZ annehmen bleibt ihnen überlassen.  Welche Maßnahmen erfolgten bereits für ihr Kind? Ist es bereits beim SPZ angeschlossen? Besucht es eine Kita? Erhält es Therapien? Besonders um die Verzögerungen aufzuholen sollten Therapien erfolgen. Diese kann auch ihr Kinderarzt oder Facharzt verschreiben. 


Lori33

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Hallo Ani, vielen Dank für die ausführliche Antwort!! Der Umgang wurde gemeinsam mit dem Jugendamt und einer Fachstelle beraten/ausgemacht. Begleitenden findet er statt, da er fürs Kind eine Fremde Person ist. Sie haben sich seit 2 Jahren nicht gesehen - wenn er umgang wollte dann immer spontan und sporadisch alle paar Monate. Mein Kind tut sich sehr schwer mit Veränderungen und Personen, weswegen der Umgang nur noch Online stattfand. Das Jugendamt steht auf seiner Seite, trotz der Starken und anhaltenden Reaktion. Er hat angst vor Kindern und keine Erfahrungen mit ihnen. Suizid Gedanken und Androhungen, sowie eine diagnostizierte Depression und Sozialstörung. Pädophilie Aussagen seiner seits wurden auch schon getätigt. Der Umgang läuft von meiner Seite aus freiwillig und unter keinem Beschluss oder ausführliche Zusammensetzung. Mittlerweile ist es auch so, dass er Sachen behauptet die nicht stimmen. Wie das bei Krankheit Ihm ein Attest zu steht - obwohl das nicht ausgemacht wurde. Wenn es so weitergeht, lass ich die freiwillige Nummer und es geht vor Gericht..! Sie ist im SPZ in Behandlung, wir suchen für Sie aktuelle einen Integrationsplatz. Einen Pflegegrad hab ich beantragt. Sie wird durch Frühförderung mehrere Therapien erhalten, da das SPZ uns die fahrt von ner Stunde nicht fast täglich antun möchte. Leider ist da die Warteliste ziemlich lang.. Übernachtungen gehen bei ihr nicht, da sie 1. Reisekrank ist und bei Fahrt von 20 Minuten kotzt, bis sie keine Luft mehr bekommt. 2. Keine Personen an sich ran lässt und auch keine Bindung aufbaut.. Ich wünschte einfach ich könnte ihr mehr helfen und nicht ihr leben noch mehr erschweren. Der Umgang lief eine Zeitlang alle 2 wochen, dann plötzlich 5 Wochen pausen und dann jede Woche, bis dann wieder 3 Woche Pause kam.. also leider sehr viel für eine fast 4 Jährige. Im Gespräch mit ihrem Wohl da nach, wurden wir jedesmal abgewimmelt. Das sie leidet will keiner sehen.. Vielen Dank..


WonderWoman

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was ist denn dein ziel? was stellst du dir vor für die zukunft? ganz konkret.


Lori33

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Ich möchte das sie ein zuverlässiges Umfeld hat, auf das sie sich verlassen kann und es sie nicht noch mehr schadet als eh schon. Und so wie es aktuell ist schadet es ihr..  Würde mich einfach nur wünschen, auf einen nenner in ihrem Namen zu kommen.


misses-cat

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Dann bestehe auf regelmäßigen begleiteten Umgang, auf mal so und Mal so würde ich mich nie einlassen 


WonderWoman

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konkreter. so: "mindestens alle x wochen/tage für x stunden in x (ort). wenn abgesagt werden muss dann spätestens x tage vor dem termin. nach x absagen folgt x (sanktion/folge)." und das bringst du dann auch genau so vor. am besten schriftlich. dieses wischiwaschi "so nicht aber so auch nicht und man müsste sooderso und immer wenn er diesunddas macht dann reagiert das kind soundso" ist schlecht. hast du eine*n anwalt/anwältin?


Lori33

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WonderWoman, Nein leider habe ich keinen Anwalt. Ich bin im Zweiten Ausbildungsjahr und Alleinerziehend mit meiner Tochter. Leider fehlen mir die Geldlichen Mittel..


WonderWoman

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beratungsschein? aber einen anwalt brauchst du an der stelle auch nicht zwingend. ist nur manchmal hilfreich um sich selber zu sortieren. was ich meinen mandant*innen rate: überleg dir genau und konkret eine maximalforderung und ein bare minimum. wie gesagt, dieses wischiwaschi und lediglich ablehnen des status quo ohne konkrete alternativvorschläge führt meistens nirgendwo hin, in keinem kontext. mit der maximalforderung gehst du dann in die diskussion und bist offen für kompromisse, aber behalte dein bare minimum im auge, da gesht du nicht drunter. geh da rein wie in eine gehaltsverhandlung.


Neverland

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Das was aktuell auffällt ist das hin und her, da muss regelmäßigkeit her. und das dauerhaft. Egal mit was, sei es Therapie oder Umgang. Dar+über hinaus, das der Vater da mit als Bezugsperson reingeholt wird würde ich nicht direkt ablehnen. ABER, da würde ich auf WÖCHENTLICHE Termine bestehen. Jede Woche einen kurzen termin ist da deutlich besser wie alle 3 Wochen ein längerer. Wenn nicht persönlich, dann durchaus auch wieder online.  Darüber hinaus, wenn dir der Umgang mit dem Vater schon zu unregelmäßig ist, dann erwarte bei der Frühförderung keine Wunder. Bei uns war das geli9nde gesagt das reinste Chaos. Ich bevorzuge da inzwischen die externen Stellen. Also selbst Logopäden suchen, selbst Ergo suchen usw. Aber evtl sind die bei euch da zuverlässiger. 


Neverland

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Bezüglich Vater, was du nicht beweisen kannst, nützt dir gar nichts, es rückt dich eher ins negative. Viel zu viele Frauen machen im nachhinein den Ex schlecht - der eigenen Vorteile/Macht wegen. Dort wo es dann angebracht wäre, nimmt es dann aber niemand mehr ernst. ich wäre also da immer extrem vorsichtig, gerade wegen Aussagen pädophil. Bestehe auf begleitenden Umgang oder rein online - dauerhaft - das wirst du sicherlich unproblematisch erreichen. Alles andere taktiere schlau und vorsichtig im Hintergrund. 


Lori33

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Hey Neverland, Ich hätte Chats in denen er sagt er schaut sich sowas an und würde das gerne mit Kindern treiben. Ich hab aber Angst das es als Fake oder ähnliches hingestellt wird, weswegen ich es bisher für mich behalten habe.  Ich dokumentiere sorgfältig, Kontakt verläuft nur per SMS zur späteren Nachweisung. Die Umgänge und das danach fass ich in Ausführlichen Protokollen zusammen.. Das SPZ hat ihre Auffälligkeiten nachm Umgang nun auch protokolliert..


Neverland

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Protokollieren ist immer gut. Umso mehr wenn es Aussenstehende auch machen. 


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