KyraMarc
Ich habe ne Frage. Unser Sohn ( 1,5 J.) isst seit 2 Wochen sehr schlecht. Am liebsten isst er gekochte Nudeln ohne irgendwas und gedĂŒnstete Karotten. Er trinkt sehr viel Wasser und viel Milch. Davon ca 1 L tĂ€glich. Ich gebe ihm welche mit 1,5 % Fett. Wenn ichs ihm nicht gebe schreit er wie am Spies.Kann was passiern wenn er soviel Milch bekommt? Danke und lg
Annelie Last
Liebe âEinmalâ, ich verstehe Ihre Bedenken gut, denn Ihr Sohn trinkt wirklich sehr viel Milch. NatĂŒrlich spielt Milch nach wie vor eine wichtige Rolle, allerdings ist der Bedarf nun geringer als im ersten Jahr. Im zweiten Lebensjahr reichen etwa 300 ml Milch inklusive der anderen Milchprodukte aus. Am besten auf zwei-drei Mahlzeiten am Tag verteilt. In diese Empfehlung werden einberechnet: die Trinkmilch (alleinig oder zum Brot), das MĂŒesli, der KĂ€se auf dem Brot, ein Joghurt zwischendurch. Am besten ist immer ein Mix an verschiedenen Milchprodukten. Ganz Klassisch gibt es morgens und abends z.B. eine kleine Tasse Milch (mit je 100ml) und vom Vor- oder Nachmittags einen kleinen Joghurt oder am Abend oder Morgen ein KĂ€sebrot. Ihr Speiseplan ist derzeit viel zu milchlastig. Kuhmilch enthĂ€lt relativ viel EiweiĂ und Mineralstoffe, welche im ĂbermaĂ die empfindlichen Nieren eines Kleinkindes belasten können. Dazu kommt, dass Studien darauf hin deuten, dass eine zu hohe EiweiĂzufuhr in der frĂŒhen Lebensphase das Risiko fĂŒr spĂ€teres Ăbergewicht erhöhen kann. Es wĂ€re wichtig von der hohen Milchmenge runter zu kommen. DarĂŒber hinaus trinkt ihr Kleiner sehr viel. Im Alter Ihres Kleinen etwa 600 ml FlĂŒssigkeit pro Tag (inkl. der Milch) empfohlen. Es gibt Kinder, die schaffen kaum die HĂ€lfte und andere sind deutlich durstiger. Und es kann phasenweise auch sehr schwanken. Aber bedenken Sie auch ein "Zuviel" an GetrĂ€nken und Milch fĂŒllt das BĂ€uchlein und lĂ€sst fĂŒr das feste Essen keinen Appetit aufkommen. Und Ihr Kleiner snackt sich lediglich durch den Tag. Reichen Sie ihm sein Wasser und die Milch nur aus einem richtigen Becher oder Tasse. ErfahrungsgemÀà sind die Mengen aus einem Becher viel geringer als aus einem FlĂ€schchen oder Trinklernbecher. Probieren Sie es aus. Bleibt es bei den hohen Trinkmengen oder trinkt Ihr Kleiner bereits aus einem Becher sehr groĂe Mengen, wĂŒrde ich ebenfalls empfehle ich mit Ihrem Kinderarzt zu sprechen. Es ist wichtig, dass hinter den hohen Trinkmengen kein gesundheitlicher Grund steckt. Das gibt nicht nur Ihnen Sicherheit, sondern stellt auch sicher, dass nichts ĂŒbersehen wird und alles ânormalâ ist. Und ganz generell: âWillkommen im KLEINKINDALTER!â Es ist ganz typisch, dass die Kleinen in diesem Alter ein sehr eigenwilliges Essverhalten an den Tag legen, nur Spatzenportionen essen oder sich auf wenige Lieblingsspeisen konzentrieren. Sie entdecken ihren eigenen Willen. Und was noch viel interessanter ist, sie entwickeln ein GespĂŒr dafĂŒr wie sie die Aufmerksamkeit auf sich lenken können. Es gibt immer wieder Kinder, die sich nicht viel aus tĂ€glicher Abwechslung machen. Wenn sie eine bestimmte Vorliebe entwickelt haben, bleiben sie dabei, da dies ihnen auch eine gewisse Sicherheit gibt (Neophobie): "Dies schmeckt mir und ist mir gut bekommen, das merke ich mir und dabei bleibe ich (erst mal)". Aber ich weiĂ aus Erfahrung, das wird besser werden. Irgendwann platzt der Knoten. Ich habe ein paar Tipps, um das Kleinkindalter am Familientisch zu meistern Ein gesundes Kind isst, wenn es hungrig ist. Vielleicht nicht das, was Sie möchten und vielleicht auch nicht so viel, wie es nach Ihren Vorstellungen sein mĂŒsste, aber Ihr Sohn isst. Als AuĂenstehende ist das natĂŒrlich leichter gesagt, aber am besten wĂ€re es, wenn Sie keine allzu groĂe Sache aus dem âEssproblemâ machen. Sonst lernt Ihr Kleiner weiter nur, dass sie mit dieser Verhaltensweise viel Aufmerksamkeit bekommt. Ihr Kind spĂŒrt Ihren innigen Wunsch es möge doch besser essen. Je weniger Sie dem Verhalten Ihres Kindes Bedeutung beimessen und je weniger Sie erzwingen, umso mehr wird sich Ihr Sohn wieder fĂŒr das Essen interessieren. Versuchen Sie nicht etwas zu finden, was ihr schmecken könnte, sondern machen Sie ihr einfach nur ein Angebot. Wenn Sie selbst nicht jeden Tag nur Nudeln und Kartoffeln âohne nichtsâ essen und auch nicht möchten das Ihr Sohn selbiges ausschlieĂlich und tĂ€glich isst, dann reichen Sie auch andere Speisen. Bieten Sie einen ausgewogenen Speisplan an, in denen besondere Leckerreine auch Ihren Platz haben dĂŒrfen. Sie als Eltern bestimmen das Angebot aus gesunder Kost, nicht Ihr Kind. Ihr Sohn darf lediglich daraus auswĂ€hlen und entscheiden, wie viel er davon essen mag. Verweigert er das Essen oder mag er nicht mehr weiter essen, sagen Sie ihm ganz ruhig, dass das Essen jetzt fĂŒr ihn beendet ist. Nehmen Sie ihn aus seinem Stuhl und gehen Sie zur ĂŒblichen Tagesordnung ĂŒber. Dann gibt es auch nichts Beliebteres und bis zur nĂ€chsten Mahlzeit gar nichts. Auch keine Nudel oder Milch. Ein gesundes Kind isst, wenn es hungrig ist. Denken Sie immer daran, er könnte essen, wenn er will und hungrig wĂ€re. Das ist er nur aktuell nicht, weil er zu viel Milch trinkt. Haben Sie keine Angst, auch wenn der Speiseplan fĂŒr einige Zeit sehr einseitig ausfĂ€llt, nimmt die Kleine keinen Schaden. Die Natur hat das so eingerichtet. Was diesen Prozess hemmt, sind Druck oder Stress. Ihr Kind spĂŒrt Ihren innigen Wunsch es möge doch etwas (mehr) vom Familientisch essen. Sie können hier nichts falsch machen, denken Sie immer daran, ein gesundes Kind verhungert nicht vor einem vollen Teller. Herzliche GrĂŒĂe und ein schönes Wochenende wĂŒnscht Annelie Last
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