Sarraismail
Liebes Team, als ich gestern mit meinem Sohn wegen der U6 beim Kinderarzt war, meinte dieser dass er mit einem Jahr und 15 kg übergewichtig sei. Mein Sohn wird vollgestillt, sprich ca. 5 mal am Tag. Nachts wird er oft wach und wird danach in den Schlaf gestillt. Die Stilleinheiten dauern nicht besonders lang, meistens möchte er nur etwas nuckeln damit er sein Saugbedürfnis stillen kann. Morgens bekommt er sein Butterbrot, mittags seinen Kartoffel-Gemüse-Brei und am Abend etwas Obst. Er schläft drei mal am Tag und das immer an der Brust beim Stillen. Der Arzt meinte ich sollte ihn abstillen und ihm abends nur Tee anbieten. Doch weder mein Sohn noch ich möchten uns vom Stillen verabschieden, deshalb kommt das gar nicht in Frage. Tagsüber ist mein Sohn sehr aktiv er rollt sich krabbelt voran hält sich an dem Sofa fest und läuft diesen alleine entlang. Im Moment bin ich in der Zwickmühle und etwas verwirrt, soll ich jetzt etwa mein Sohn auf Diät setzten oder es so dabei belassen. Besteht wirklich die Möglichkeit ihn ins Übergewicht zu stillen? Ich weiß nicht mehr was ich tun soll???
Annelie Last
Liebe „Sarraismail“, es freut mich, dass Sie um unsere Meinung bitten. Nur Sie als Mama können entscheiden, welchen Weg Sie gehen möchten. Denn wie häufig Sie stillen möchten und wie lange Sie stillen möchten, ist Ihre ganz persönliche Entscheidung. Ihr Arzt hat recht, Ihr Sohn liegt rein auf das Gewicht geschaut schon deutlich oberhalb der Norm. Nun kenne ich aber auch seine Größe nicht. Erfahrungsgemäß wiegen Kinder bei der U6 etwa zwischen 8 und 12 Kilogramm. Vielleicht wollte Ihr Arzt Sie mit der Empfehlung abzustillen auf folgenden Zusammenhang aufmerksam machen, es gibt verschiedene Studien, die daraufhin deuten, dass eine zu hohe Eiweißzufuhr in der frühen Lebensphase das Risiko für späteres Übergewicht erhöhen kann. Auf Ihre konkrete Frage: „Besteht die Möglichkeit Babys ins Übergewicht zu stillen?“ Möchte ich wie folgt antworten, das ist weniger eine Sache des Stillens sondern mehr der Milch- und somit der Eiweißmenge. 5mal Stillen am Tag und ein häufiges Stillen in der Nacht, ist altersentsprechend wohl zu „milchlastig“. Das bedeutet im Umkehr Schluss nicht, dass Sie aufhören müssen zu stillen, ganz im Gegenteil, Sie können stillen solange Ihr Sohn und Sie es mögen, aber es wäre empfehlenswert, den Milchanteil im Speiseplan Ihres Sohnes zu reduzieren. Die Empfehlungen zur Milchzufuhr sind natürlich nur als Orientierung gedacht. Es gibt Situationen, da trinken Kinder mal mehr oder mal weniger Milch, wie z.B. bei Krankheiten, beim Zahnen. Außerdem haben Kinder immer wieder unterschiedliche Gewohnheiten und Bedürfnisse, so dass die Ernährungsvorlieben schwanken können. Grundsätzlich sollte aber der größere Teil der Mahlzeiten „milchfrei“ sein. „Rosengartenmaedels“ hat schon viele wichtige Punkte angesprochen. Versuchen Sie die Mahlzeiten am Tag auszubauen und zu einem vielseitigen Angebot überzugehen. Das kann Brei sein, Fingerfood und die Familienkost. Sonst kommen andere wichtige Lebensmittel zu kurz. Bieten Sie auch am Nachmittag etwas „Getreidiges“ zum Knabbern und etwas Obst oder Gemüse an. Am Abend kann es nochmal ein Butterbrot zum Obst geben. Sie schreiben: „Nachts wird er oft wach und wird danach in den Schlaf gestillt. Die Stilleinheiten dauern nicht besonders lang, meistens möchte er nur etwas nuckeln damit er sein Saugbedürfnis stillen kann.“ Die vielen nächtlichen Milch-Snacks mindern auch den Appetit am Tag. Wenn es Ihr Wunsch ist, nachts nicht mehr so häufig zu stillen und die Essensmenge am Tag zu steigern, dann packen Sie Ihr Ziel beherzt und in kleinen Schritten an. Aber Sie müssen es wirklich selber wollen! Es wird nicht von einen auf den anderen Tag passieren. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Sohn hat Durst, bieten Sie etwas abgekochtes Wasser an. Sie sehen ja bei „Rosengartenmaedels“, hat das super geklappt. Wenn Sie hier Unterstützung oder einen Rat brauchen, melden Sie sich noch einmal bei uns. Gehen Sie nach Ihrem mütterlichen Bauchgefühl vor und hören Sie auf die Signale Ihres Sohnes. Das sind die besten Ratgeber überhaupt. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie nächste Woche ein tolles Weihnachtsfest, Annelie Last
rosengartenmaedels
hi du! bei uns war es ähnlich! mein sohn wiegt 11,3 kg auf 76 cm und 11,5 monaten. er ist damit dicht an der obergrenze. 15 kg wiegt ein durchschnittliches 3jähriges!!! mein sohn hat tags und nachts auch viel gestillt. das "richtige" essen kam dabei (wie bei euch) zu kurz. wir haben dann angefangen, ihm nachts nur noch wasser zu geben. seitdem (2 wochen) isst er tagsüber deutlich mehr! ein 12 monate altes kind sollte nicht mehr als 300 ml milch bekommen. mit 5 stillmahlzeiten tagsüber + nachts wirst du deutlich drüber liegen! probiete, ihm 5 richtige mahlzeiten tagsüber zu geben. stillen kannst du ja weiter, aber nicht so, dass das richtige essen (und vor allem kauen!) zu kurz kommt. lg & alles gute
Sarraismail
Hallo rosengartenmaedels, ja ich hatte auch darüber nachgedacht ihm nachts Tee oder Wasser zu geben, da besonders in der Nacht sehr viel trinken möchte. Doch ich weiß nicht ob es wirklich so einfach klappt wie gesagt, denn er liebt es so sehr gestillt zu werden :( Ihm geht es eigentlichnicht ums Trinken sondern eher um das Nuckeln... Wie habt Ihr das umgesetzt, Dein Baby hat sich bestimmt anfangs geweigert, sollte man da auch das Baby etwas weinen lassen? Ich weiß nicht ob ich das ertragen könnte; ihn weinen zu lassen und ihm nicht die Brust zu geben :( Wie klappt das heute mit Eurem Baby?
Sarraismail
Liebes Team, ich danke Ihnen sehr für die informativen Vorschläge, sie sind sehr ausführlich und hilfreich :) nur das Problem besteht darin, dass ich zwar sehr gerne die Ernährung meines Sohnes ( Körperlänge 80cm) umstellen möchte, bloß ich denke mein Baby wird sich dagegenstellen. Was soll ich denn nur tun, wenn er nachts kein Wasser trinken möchte und auf die Brust besteht, soll ich dann konsequent bleiben und ihn etwas weinen lassen? Wie könnte ich ihn sanft eingewöhnen? Ich freue mich schon auf eine Antwort. Ganz viele liebe Grüße, Sarra
rosengartenmaedels
hallo, wir sind erst seit 2 wochen dabei, ihm nachts keine milch mehr zu geben. es wird jede nacht besser. heute nacht ist sohn um 1.30 und um 4 wachgeworden und hat je 80 ml wasser getrunken. das war'd! dann erst wieder um 6 uhr milch (er geht um 19 uhr ina bett und isst um 18.30 uhr). in den ersten nächten gab's natürlich protest - aber wir hatten das gefühl, den richtigen weg zu gehen. wir waren abwechselnd bei ihm, haben ihm beigestanden, wasser angeboten, keine milch. seitdem isst er tagsüber super! glg
rosengartenmaedels
hallo! na klar wird er sich beschweren. sei für ihn da, trage ihn, singe ihm etwas vor, streichle seinen bauch - und bleib' konsequent. du könntest auch erstmal 1 mahlzeit nachts durch wasser ersetzen, dann die zweite usw. - das ist für deine brust auch besser. lg
Sarraismail
Hallo rosengartenmaedels, danke für deine Situationsschilderung, wenn ich so lese wie toll das bei Euch klappt dann bin ich schon etwas neidisch im positiven Sinne :) Gebt Ihr ihm auch Tee nachts? Ich hab zwar den Krümmelfencheltee mit Zucker den anderen ungesüßten mag er nicht :( Meinst du ich könnte ihm auch den gesüßten Fencheltee erstmal anbieten? Ab welchem Tag habt Ihr feststellen können, dass euer Baby die Flasche akzeptiert hat? Ganz liebe Grüße, Sarra
rosengartenmaedels
hallo! tee gibt es hier nur, wenn notwendig, also z.b. fenchel bei bauchweh, salbei bei husten usw. - tee sollte kein getränk sein, schon gar nicht gesüßt (zähne!). vielleicht wäre es sinnvoll, wenn dein mann mit einspringt nachts, so riecht dein sohn die milch nicht so. wenn IHR entschlossen seid, z.b. das 23-uhr-stillen durch (warmes) wasser zu ersetzen, dann schafft ihr das auch :-). lg
Annelie Last
Liebe Sarra, ich sehe gerade Ihre Nachfrage. Ihr Sohn ist also auch ein großes Kerlchen! Was kann ich Ihnen sagen? Jeder muss für dieses Vorhaben seinen eigenen Weg finden! Möchten Sie eine Veränderung, kann Ihr Junge mit Ihrer Hilfe lernen ohne Milch in der Nacht auszukommen und seinen Hunger- uns Sättigungsrhythmus auf den Tag zu verlegen. Wichtig ist meines Erachtens immer, dass man konsequent bleibt. Das hilft den Kindern mit am besten, wenn sie sich umgewöhnen sollen. Gerne gebe ich Ihnen ein paar Tipps. Nehmen Sie sich erst einmal eine Stillmahlzeit vor. Vielleicht die erste in er Nacht. Machen Sie, wenn sich Ihr Söhnchen sich nachts meldet, möglichst wenig Licht und versuchen Sie ihn durch streicheln oder sanftes Zureden wieder zum Schlafen zu bringen. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr kleiner Schatz hat Durst, bieten Sie etwas Wasser an. Ja, Ihr Kleiner wird sich nicht so einfach von der lieb gewonnen Gewohnheit, nachts mehrmals gestillt zu werden, verabschieden. Ja, es kommen ein paar „unruhige Nächte“ aus Sie zu. Die ersten Tage wird Ihr Kind protestieren und es wird nötig sein, dass Sie ihm mehrmals zeigen, dass er nun alleine einschlafen lernen kann. Andere Rituale wie ein Schmusetuch, ein Schmusetier, ein von Mama getragenes T-Shirt können auch hilfreich sein. Es geht jetzt schlicht darum eingefahrene Muster zu ändern. Zeigen Sie Ihrem Sohn, dass Sie bei ihm sind, aber versuchen Sie ihn ohne Milch zum Schlafen zu bringen. Zeigen Sie ihm, dass es intensive Nähe auch ohne Essen geben kann. Dann müssen Sie „durchhalten“. Geben Sie nicht gleich nach, denn Ihr Spatz merkt jede Unsicherheit. Hat sich Ihr Sohn von der einen Stillmahlzeit verabschiedet, kann die nächste folgen. Mit Ihrer Unterstützung wird der Kleine lernen nachts nach und nach mit weniger Milch aus zu kommen. Da brauchen Sie für ein paar Wochen viel Geduld und Konsequenz. Aber es lohnt sich! Denken Sie an Ihr Ziel. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie nachts gar nichts mehr anbieten. Helfen Sie Ihrem Kleinen von allein wieder in den Schlaf zurückzufinden. Dann haben Sie alle was davon, wenn Sie und Ihr Schatz durchschlafen können und dazu noch die Zähne Ihres Kindes geschont werden. Ich drück Ihnen die Daumen fürs Durchhalten, Annelie Last
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