Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Paulus, ich hatte Ihnen letzte Woche bereits eine Frage gestellt in Bezug auf eine Infektion der Bronchien mit Pseudomonas aeruginosa. Wie gesagt, bei mir liegt diese Infektion vor und ich suche nach einer Möglichkeit, wie man eine entsprechende Behandlung mit dem Stillen vereinbaren kann, da ich so früh einfach nicht abstillen möchte, was sich aber nicht sehr einfach gestaltet. Mein Sohn ist inzwischen 4 Wochen alt und wird voll gestillt. Leider kommen die beiden, in der Stillzeit vertretbaren Mittel Ceftazidim und Piperacillin, die Sie mir genannt hatten, nicht in Frage, da diese nur intravenös verabreicht werden können und dies wohl nur durch eine stationäre Behandlung in der Klinik machbar ist. In Tablettenform käme nur Ciprofloxacin in Frage, was aber wiederum in der Stillzeit kontraindiziert ist. Eine Möglichkeit wäre jedoch, während der 14-tägigen Einnahme die Milch abzupumpen, wegzuschütten und meinem Sohn über diese Zeit Pre-Nahrung zu geben. Wie lange müsste ich aber darüber hinaus noch abpumpen, da sich ja nach Ende einer zweiwöchigen Einnahme sicherlich immer noch Spuren des Antibiotikums in meinem Körper finden? Vielen Dank für Ihre Hilfe vorab
Ciprofloxacin geht in die Muttermilch über (Giamarellou et al 1989; Cover & Mueller 1990; Gardner et al 1993, Aramayona et al 1996). Nach Gabe von 750 mg Ciprofloxacin erreichten die Wirkstoffspiegel in der Muttermilch ähnliche Konzentrationen wie im mütterlichen Serum (Maximum: ca. 2 bis 4 Stunden nach Einnahme). 36 bis 48 Stunden nach der Anwendung lassen sich in Serum und Muttermilch keine Wirkstoffspiegel mehr nachweisen. Daher raten die Hersteller zu einer Stillpause von 48 Stunden nach der letzten Applikation. Nach Medikation von Neugeborenen mit Ciprofloxacin wiesen 2 von 5 Kindern grünliche Verfärbungen der Zähne auf (Lumbiganon et al 1990). Eine Veröffentlichung berichtet von einer Patientin unter Antibiose mit Ciprofloxacin (500 mg/d), bei deren Säugling sich keine messbaren Ciprofloxacin-Spiegel im Serum fanden (Gardner et al 1992). Auf der Grundlage der verfügbaren humantherapeutischen Daten nimmt ein Säugling unter mütterlicher Medikation mit Ciprofloxacin (500 mg/d) ca. 440 µg Wirkstoff in den folgenden 16 Stunden auf (Cover et al 1990). Trotz der sehr begrenzten Datenlage betrachtet die American Academy of Pediatrics die Antibiose mit Ciprofloxacin als vereinbar mit dem Stillen (Committee on Drugs 2001).
Ähnliche Fragen
Hallo Dr. Paulus, ich muss wegen einer Infektion der Bronchien mit Pseudomonas aeruginosa behandelt werden. Laut Antibiogramm eignen sich folgende Antibiotika: Piperacillin Piperacillin + Tazo Ceftazidim Gentamicin Ciprofloxacin Moxifloxacin Meropenem Ofloxacin Mein Sohn ist 3 Wochen alt und ich stille voll. Eignet sich eines der Mi ...
Hallo, ich habe eine Kolpitis und möchte diese gern loswerden, aber weiter stillen. Mein Kind ist 7 Monate und meine Beschwerden ziehen sich seit dessen Geburt. Die Haut am Scheideneingang ist gerötet und irritiert. Es fühlt sich trocken an und ist unangenehm, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Inzwischen sind die Beschwerden etwas schlimmer ge ...
Lieber Herr Dr. Paulus, ich stille unser knapp dreijähriges Kind noch abends bis morgens (ca. 3x). Abstillen bekomme ich auf die Schnelle nicht hin, befürchte ich. Aufgrund einer akuten Blasenentzündung habe ich gestern Monurilgranulat als Einmalgabe verschrieben bekommen. Das Medikament soll ja möglichst lange in der Blase verbleiben. Leider h ...
Hallo Herr Dr. Paulus, leider hatte ich bereits in der Schwangerschaft und auch jetzt in der Stillzeit mit rissigen Händen Probleme, die eigentlich täglich bluten. Können Sie mir sagen ob ich folgende Creme ohne Bedenken verwenden kann ? Neutrogena Ingredients: Aqua, Glycerin, Isopropyl Myristate, Ethylhexylglycerin, Caprylyl Glycol, Cetyl Alc ...
Hallo Herr Dr.Paulus, Ich nehme aufgrund eine Zwangsstörung seit 2015 Escitalopram 20mg. 2019 wollte ich das Medikament absetzen und habe eine depressive Espispde bekommen bei der Quetiapin zur Verstärkung als Medikament hinzukam. Mittlerweile nehme ich nur noch Escitalopram ( habe es auch während den Schwangerschaften beider Kinder genommen) und ...
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich habe eine Frage bezüglich der Hormonersatztherapie in der Stillzeit. Bei mir besteht eine primäre Ovarialinsuffizienz im Rahmen eines Turner-Syndroms. Durch eine Eizellspende bin ich schwanger geworden. Vor der Schwangerschaft habe ich kontinuierlich Estramon 100 µg sowie Duphaston 20 mg für 14 Tage im Monat e ...
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich befinde mich kurz vor der Geburt und es wurden per Zufalls Zufallsbefund in meinem Vaginalabstrich massenhaft die Bakterien Citrobacter koseri und Enterobacter cloacae komplex gefunden. Symptome habe ich keine. Die dagegen wirksamen Antibiotika laut Resistenzenbestimmung wurden laut Embryotox alle als bedenklich ...
Hallo Dr. Paulus, ich bin 42 und stille meinen 2-jährigen Sohn noch viel. Seit ca. 7 Monaten habe ich wieder einen Zyklus (60 Tage, 50 Tage, und imm weiter runter auf jetzt 26). Die erste Zyklushälfte ist 16 Tage, die zweite 10. Ich habe zunehmend Haarausfall, leichte Hitzewallungen, teilweise Nachtschweis, starke Stimmungsschwankungen, teilweise ...
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, mir ist bewusst, dass man während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Alkohol verzichten sollte. Die geschilderten Situationen liegen mittlerweile sieben Jahre zurück, beschäftigen mich aber erst jetzt sehr. Ich mache mir im Nachhinein große Vorwürfe und habe Angst, meinem Sohn unbewusst geschadet zu haben, obwohl ...
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich habe nach der Geburt unseres Sohnes eine Thrombophlebitis im rechten Bein bekommen und muss nun zur Vorbeugung einer tiefen Beinvenenthrombose 1x tägl. Clexane, bzw. Inhixa 0,4 ml spritzen. Laut Embryotox und Packungsbeilage ist stillen erlaubt, da geringe bis keine Mengen des Medikamentes in die Muttermilch ...