stardust82
Liebe Frau Neumann, meine Tochter ist jetzt ziemlich genau 7 Monate alt. Seit geraumer Zeit versuchen wir Brei anzubieten- selbst zubereitet. Aber bisher keine Chance. Sie scheint dermaßen angewidert zu sein, es klappt einfach (bisher) nicht. Mittlerweile sprudelt sie einfach nur noch wenn der Löffel sich ihren Lippen nähert. Allerdings ist sie total verrückt nach Brötchen. Anfangs hat sie nur dran rumgelutscht. Mittlerweile weicht sie auch immer paar kleine Brocken ab. Ich habe dann immer Angst dass das noch zu früh ist und sie sich verschluckt und hole sie aus ihrem Mund raus. Kann und darf sie das schon essen? Sobald sie ein Brötchen sieht, dreht sie fast durch und will es haben. Wie würden Sie an unserer Stelle weiter verfahren? Immer wieder Brei probieren? Bisher habe wir Gemüsebrei gekocht. Oder auch mal Milchbrei oder Obstbrei? Ansonsten wird sie voll gestillt und ist mit ca 8.5 Kilo gut "beisammen". Oder sich mit dem sog. Baby led weaning auseinandersetzen? Liebe Grüße, stardust.
Hallo stardust82 ja, das klingt doch tatsächlich danach, dass deine Tochter eher bereit ist, Beikost mit Fingerfood kennen zu lernen. Wenn dein Baby bereits selbständig in einem Hochstuhl sitzen kann wäre das wunderbar. Statt einem Brei könntest du Fingerfood anbieten. Dazu könntest du zunächst einfach ein paar Obst/Gemüsesorten kaufen und zubereiten. Die weich gegarten (ohne Zusätze, einfach in Wasser gedünsteten Snacks*) legst du ihr auf einem flachen (unzerbrechlichen) Tellerchen bereit, so dass sie diese selbständig aufnehmen und zum Mund führen kann. Dieses Konzept kann sehr hilfreich sein (vor allem bei nach Bedarf gestillten Babys), wenn nämlich Babys die Beikost mit dem Löffel nur weniger gut annehmen oder gar nicht nöchten. Ziel ist es dabei, den Kleinsten Beikost. also "essen ausser Milch" auf selbständige Art, durch das selbstbestimmte aktive Erkunden der Nahrung nahezubringen. Babys erste Fingerkost sollte aus weich gedünsteten Obst/Kartoffel/Gemüsestücken bestehen. So kann dein Baby das Essen auf - wörtlich genommen - eigene Faust erkunden. Als Stäbchen/Stick lässt sich das weiche Gemüse (Kartoffel oder Obst) gut mit der Faust umschliessen und festhalten. Die Kleinsten lutschen das Stückchen vorsichtig ab und erspüren und erschmecken das "Ding".* Vorraussetzung für diesen Selbstbedienungsteller ist immer: dein Baby muss selbständig sitzen können. Diese Sticks sind ein Erlebnis und zum Sattessen am Anfang nicht geeignet. Sie sind eine Bereicherung zu Brei (und Mumi) und führen zaghaft an feste Kost heran. Nur wenn sich dein Baby doch noch häufiger verschluckt (manche Babys neigen dazu) dann solltet ihr das Abenteuer besser aufschieben. Manche Babys kommen in diesem Alter schon bestens mit stückiger Kost zurecht. Aber noch nicht alle, das musst du selbst einmal sehen, wie es bei euch sein wird. Wichtig ist dabei, dass sie diese Erfahrung selbständig machen. Ggf kommt deine Tochter aber schon mit Brötchen gut klar, um etwas zum Beissen zu haben. Das Brot dient nicht der Ernährung, sondern ist lediglich ein Erlebnis für deine Kleine. Ab und zu, wenn sie damit klar kommt, ist das okay. Hier musst du ganz deinem "Gefühl" handeln. Zu viel davon wöre noch nicht empfehlenswert, wegen des recht hohen Salzgehaltes. Beim selbständigen Essen von weichen, großen, krümelfreien (es sollten keine groben Brösel/Stückchen abbrechen) Fingerfoodstücken, wird deine Kleine das Stückchen in den Mund nehmen, um es zunächst langsam und vorsichtig mit den Tastrezeptoren im Mund zu ertasten. Diese Tastrezeptoren sind bei Babys/Kleinkindern sehr weit vorne im Mund/Zunge platziert und bewerten die Nahrung/das Ding im Mund. Sie entscheiden darüber ob es gegessen (= d.h. ob lecker oder ob es schlecht schmeckt oder ob es evtl giftig ist . Sie prüfen damit auch, ob die Konsistenz okay ist, ob es schluckbar ist) werden kann. Was nicht okay ist, was sich seltsam anfühlt, das wird ausgespuckt. Bei manchen Babys ist dieser "Ausspuckreflex" u.U. noch stärker ausgeprägt vorhanden. Wenn deine Kleine Beikost auf diese Weise akzeptiert, könntest du auch wieder Versuche mit Brei machen. Das kannst du einfach mal abwarten. Ziel ist es, deinem Baby jetzt nur, ihr zusätzlich zum Stillen neue Esseindrücke, neuen Geschmack,Aromen etc zu geben. Der individuelle Weg zur Beikost, d.h. zu einer erweiterten Kostpalette kann bei jedem Baby anders verlaufen. Gut und wichtig ist bei nach Bedarf gestillten Babys zunächst vor allem das Anbieten von Beikost, bspw durch Brei oder Fingerfood und ggf Familienkost. Was das Baby damit anstellt, kann sehr verschieden sein. Mit Beginn des 7. Lm sind die meisten Babys soweit, und wollen gerne Beikost. Manche Babys kommen schnell mit dem Löffeln zurecht, manche brauchen dafür etwas mehr Zeit - andere Babys - inzwischen immer mehr - wollen lieber alleine essen. - sie wollen keinen Löffel und sie möchten keinen Brei. Bei dieser Art Beikost geht es nicht wirklich um das Essen, sondern die angebotene Nahrung kann spielerisch erkundet werden, it einem hohen Lern- und Gewöhnungseffekt. Der Sättigungsaspekt ist dabei unerheblich. Beikost, d.h. mehr zu essen als nur Milch, ist im Gesamten betrachtet ein wichtiger Schritt in der Entwicklung. Und darum ist Beikost aus vielen Gründen wichtig - nicht nur zum Sattwerden. Es geht auch um das spielerische Entdecken der verschiedenen sensorischen Eigenschaften von Lebensmitteln, das Loslassen von Mama etc., Wichtig ist und bleibt voerst, dass deine Tochter ausreichend Gelegenheiten erhält, um neues Essen kennen zu lernen. Auch wenn es nur Minimengen sind. Was zählt ist zunächst einzig die Tatsache, dass dein Baby Beikost bekommt und diese isst. Beikost gibt es zusätzlich zum Stillen nach Bedarf. Es geht dabei vor allem darum, die neue Esstechnik zu erlernen und an die langsame Gewöhnung von neuen Essgenüsse. Dein Baby sollte erste kulinarische Erfahrungen machen und den Verdauungstrakt daran gewöhnen. Beim Gefüttert-werden sitzt das Baby meist im Hochstuhl - ist das bei euch auch so? Sitzt deine Kleine gegenüber von dir ? Dann iss auch du selbst, denn deine Tochter imitiert auch dein Verhalten. Die angebotenen Speisen sollten immer sehr weich und basically sein, d.h. auf Zusätze wie Salz oder Zucker etc sollte bis zum ca 10. Lm verzichtet werden. Die Kost sollte auch immer so aufbereitet sein, dass sie dein Baby ohne "Gefahr" essen kann. Auf diese spielerische und zwanglose Weise kann sich eure Tochter langsam an Beikost gewöhnen. Viel Spaß Grüße B.Neumann *Zubereitungshinweise für babygerechte Gemüsesticks: Schneide aus rohen Gemüsesorten (bspw Möhre, Pastinake, Kohlrabi, Zucchini, Kürbis, Süßkartoffel, Kartoffeln, auch: Brokkoliröschen, Blumenkohlröschen) oder Obstsorten Apfel, Birne fingerdicke ca 8-10cm lange Stücke. Gare sie (dampfgaren oder in wenig Wasser dünsten) ohne Zusätze in einem Topf mit etwas Wasser einfach sehr weich. Fertig ist das Fingerfood.
stardust82
Ich muss noch ergänzen : Sie hat bisher 1 Zahn. Und noch eine Frage : Wenn Brötchen ok ist, muss ich bei der Sorte was beachten? Bisher gab es ganz normale, helle Bäckerbrötchen. Da keine solche Einkaufsmöglichkeit in der Nähe, auch kein Bio.
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