Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Familienkost

Frage: Familienkost

Meike1

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Hallo, ich lese deine Tipps mit Interesse. Nun habe ich selbst auch eine paar Fragen: Unser Speiseplan aktuell (10 Monate) - Stillen (ca. 4-5 Uhr) - Brot mit Butter oder Frischkäse dazu Früchten oder H*pp - Joghurt (ca. 8-9 Uhr) + ein wenig stillen - Mittagsmenü H*pp + Obst - GOB - Milchbrei + Bauernbrot mit Butter + Obst Ist das o.k. so? 1.) Bisher bekommt unsere kleine Mittags meist ein Gläschen. Die selbst gekochte Variante mit Fleisch aus dem Gläschen zugesetzt mochte sie gar nicht, so dass ich nur das Obst frisch zubereite. Da bekommt sie 5x mit Fleisch (von H*pp),1x vegetarisch (Gemüsesuppe, Nudeln mit Sauce etc.) und 1x Fisch. Da sie nun 10 Monate alt wird wollten wir mit der Familienkost anfangen. Das Problem ist, dass wir meistens Abends essen und kochen, weil mein Mann lange arbeitet. Was ist besser wenn Sie abends bei uns mit isst oder wenn ich ihr eine Portion abzweige und am nächsten Mittag aufwärme? Frisch finde ich besser aber dann bekäme sie ja abends keine Milchmahlzeit mehr!? 2.) Wir haben keinen Biometzger in der Nähe. Gemüse und Obst für die Kleine kaufe ich Bio vom Hof. Ist "konventionelles" Fleisch (vom Metzger nicht von Discounter - o.k.)? Das meiste Fleisch dürfte aus der Region kommen ist aber herkömmlich erzeugt. Wie viel Fleisch soll's ein? Bei den Gläschen kommt man auf ca. 100 - 120 gr. pro Woche - aber es gibt bei uns auch nicht jeden Tag Fleisch!? Welche Wurst eignet sich - es ist fast alles mit Nitritpökelsalz versetzt... 3.) Kann ich der kleinen jetzt auch schon Naturjoghurt mit Früchten geben und wie sieht es mit Ei aus? 4.) Ist die Salzmenge immer noch sehr kritisch beim Baby? Ich würde schon salzreduziert kochen - klar - hätte aber ansonsten Angst, dass es trotzdem zu viel wird!? 5.) Das große Problem bei unserer Kleinen ist das Trinken. Sie kommt auf max. 100 ml. pro Tag. Dabei ist es egal ob es Wasser, Schorle oder Tee gibt - also gibt es Wasser. Kann das ausreichend sein? Was können wir noch tun? Vielen Dank + viele Grüße, Meike


Birgit Neumann

Birgit Neumann

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Hallo Meike1 mit Familienkost kannst du ganz langsam beginnen. Es geht gar nicht so sehr darum, Breimahlzeiten zu ersetzen, als viel mehr darum, diese zu ergänzen. Familienkost ist eine Übergangszeit. Gewohntes sollte mit Neuem kombiniert werden. weil Essen lernen über Gewöhnung geschieht. Auch das Probieren und wieder Ausspucken ist ein erster Schritt in Richtung Familienkost. Statt aus dem Gläschen wäre es gut, den Brei auf einem Teller zu servieren. Langsam könntest du den Brei aus dem Gläschen mit selbst gekochtem Brei ersetzen, mit dem Ziel, den Brei allmählich stückiger zu geben - und ausschliesslich selbst Gekochtes. Zu Anfang kann es ganz basically sein: Kartoffeln, Nudeln, in Butter geschwenkte Genüsestückchen, Fleischklößchen und dazu gibt es die raffinierter zubereitete und gewürzte Familienkost. Auch möglich ist es, in den gewohnten Brei, serviert auf dem Teller, etwas Couscous, gekochten Reis oder Nudeln hinein zu tun. Die Beilagen kannst du auch separat dazu geben. So erkennt deine Kleine allmählich auch optische Unterschiede, die sie mit dem Geschmack und dem Mundgefühl, der Verdaulichkeit verknüpfen kann. Bekannte Speisen geben Sicherheit beim Essen. Jedes Lebensmittel hat sein eigenes Aroma. Und damit einher geht, dass der Körper mit genau diesem bestimmten Aroma, sagen wir mal Erdbeere oder Kirschgeschmack, oder auch Bratenduft, Lebkuchenduft, bestimmte Empfindungen verknüpft, seine eigenen Assoziationen vorbringt. Diese kommen zustande, weil der Körper bestimmte Dinge wie Empfindungen, Sättigungseffekt etc, damit in Verbindung setzt. Neben der Verdaulichkeit (das ist individuell und besonders wichtig) des Produkts assoziiert man auch Gefühle oder ordnet bestimmte Aromen, Gerüche, Geschmacksintensitäten bestimmten Ereignissen, sowie eben der Verdaulichkeit, zu. Das ist wichtig. Denn so kann man lernen, welche Dinge dem Körper gut tun und man wieder haben möchte und welche Dinge man künftig besser meiden sollte. Und umgekehrt, was man unbedingt wieder essen möchte. Der Körper erstellt sozusagen sein eigenes Geschmacksprofil, auf das er vertrauen kann, welches ihn nämlich durch den Dschungel des Nahrungsangebotes leitet. Ein Spitzenrestaurant zeichnet sich genau dadurch aus, dass es Aromen im Kochtopf, in der Pfanne erzeugt. Dieses Aroma ist genau für bestimmte Reaktionen verantwortlich, die wiederum genau dafür sorgen, dass die Speise so und so im Körper wirkt. Und dass man sich schliesslich nach dem Genuss dessen gut fühlt. Deshalb geht man auch gerne wieder hin und zahlt dafür etwas mehr. Ob etwas schmeckt ist sehr stark abhängig davon, wie es dem Körper bekommt. Quasi welchen Nettonutzen die Speise für den Organismus hat. Deshalb sind Wiederholungen wichtig. Gib deinem Kind deshalb ausreichend Zeit, sich an die neuen Dinge zu gewöhnen. Familienkost ist eine Übergangszeit. Gewohntes sollte mit Neuem kombiniert werden. weil Essen lernen über Gewöhnung geschieht. Auch das Probieren und wieder Ausspucken ist ein erster Schritt in Richtung Familienkost. Babys in diesem Alter wollen vieles probieren. Sie reißen Mama und Papa das Brot aus der Hand. Sie begutachten die Speisen, die auf dem Tisch stehen - zuerst mit den Händen, dann mit dem Mund wobei manches geschluckt und manches wieder ausgespuckt wird. Butter ist oft ein interessantes Untersuchungsobjekt. Nudeln werden auf den Boden geworfen, Brot in sämtliche Einzelteile zerpflückt, der Belag vom Brot heruntergeholt und gekostet, der Belag nur abgeleckt, Hände im Kartoffelbrei gebadet.... Essen ist ein Erlebnis, das mit allen Sinnen erfahren werden sollte. Ein reichhaltig gedeckter Tisch weckt die Neugier und fördert das soziale Lernen, das einen sehr großen Stellenwert in der Ernährungserziehung einnimmt. Das soziale Lernen basiert auf dem Nachahmungsinstinkt. Je mehr euer Kleiner bei euch Großen sieht, was und wie ihr esst, desto mehr möchte er dem nacheifern. Serviere auch den Brei aus dem Gläschen auf einem Teller/Schüssel und fördere so das Erlebnis Familientisch, zelebriert das gemeinschaftliche Mahl. Biete Vielfalt beim Essen und wechsle langsam von Gläschen auf normale Kost. Statt Gemüse-Kartoffel-Fleisch als Brei, ist die Grundlage für eine erlebnisreiche, sättigende Mahlzeit bspw: der gewohnte Brei aus dem Gläschen plus Kartoffelstückchen, Möhrenstückchen, plus Familiengericht. Auch abends könnt ihr den den gewohnten Milchbrei mit Familienkost ergänzen. Lasst eure Kleine selbst entscheiden, wie viel sie davon probieren möchte. Der abendliche Milchbrei hilft auch zum besseren Schlafen, so dass du ihn weiterhin geben solltest. Wenn er nicht mehr gegessen wird, könntest du umdisponieren und fragst ggf wieder nach. Trinken wird deine Kleine, wenn sie vermehrt Familienkost isst. Diese macht aufgrund der Festigkeit der Speisen und des Salzgehaltes schliesslich durstiger. Da du stillst, kann sich deine Kleine damit satt/sitt trinken und benötigt kaum zusätzliche Flüssigkeit. Auch bekommt deine Kleine viel wasserreiches Obst. Ei in Speisen ist okay, Fleisch vom Metzger auch. Wurst ist in diesem Alter, wegen dem Nitritpökelsalz noch nicht geeignet. höchstens mal probieren lassen, weil ihr Großen das immer esst - aber Achtung, wer einmal kostet will mehr :-) Also dann Grüße B.Neumann P.S. Die Definition für salzarm, normal gesalzen und versalzen liegt im Auge, besser gesagt im Geschmacksempfinden, des Betrachters. Zu viel Salz kann kleinen Kindern und bei Erwachsenen gefährlich werden, zu wenig allerdings auch. Dazwischen gibt es einen "grünen Bereich". Salz ist natürlicherweise in Nahrungsmitteln enthalten und Salz wird Gerichten (z.B. Brot) zugesetzt. Um Kinder nicht schon früh an salzhaltige Kost zu gewöhnen, sollte man erst mal zaghaft salzen. Etwas gesalzen darf es ab dem 2. Lj durchaus sein, weil Gerichte damit auch mehr Akzeptanz finden. Da aber wie erwähnt bei vielen Speisen (Brot bspw) der Salzgehalt nicht bekannt ist, kannst du dem entgegenhalten, in dem du selbst sparsam fürs Kleinkind den Streuer beim Kochen verwendest, aber nicht zu übertrieben salzarm. Verwende jodiertes Speisesalz. Familienkost ist Bestandteil des familiären Zusammenlebens bereichert das Erleben der Umwelt und ermöglicht das


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