Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Familienkost -11 Monate

Frage: Familienkost -11 Monate

Leonie210814

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Hallo, unsere Tochter wird am 21.07.15 elf Monate alt. Ich habe vor einer Woche abgestillt, da sie gut und gerne ihre Breie isst. Vermehrt isst sie auch bei uns vom Familientisch mit, allerdings wirklich mini Portionen, da das meiste dann doch zerdrückt oder zerbröselt wird ;) Meine Frage ist nun, ob sie "alles" mit essen darf was wir essen, natürlich dann weniger bis gar nicht gewürzt. Honig sollte man zb ja noch länger meiden sowie große Mengen Kuhmilch. Kann ich ihr trotzdem mal Käse oder Wurst oder Quark auf das Brot geben? Darf sie mal von meinem Joghurt kosten? Sie isst sehr gerne Obst als Fingerfood was ich super finde allerdings ist nun ihr Stuhlgang sehr weich geworden. Ist das sehr schlimm? Durchfall ist es nicht. Vielen Dank vorab für Ihre Antwort! !


Birgit Neumann

Birgit Neumann

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Hallo Leonie210814 Deine Tochter isst offensichtlich mit gutem Appetit und hat Spaß am Entdecken der Familienkost. Frag noch mal eben kurz bei Biggi Welter im betreuten Stillforum, hier bei rub, nach, wie viel Kuhmilch deine Kleine am Tag in etwa bekommen sollte, da du nicht mehr stillst. Kleine Mengen Kuhmilch kann deine Tochter im Rahmen der Familienkost auf jeden Fall bekommen. Ein Stückchen Käse zum Probieren hier, ein dünn mit Quark bestrichenes Stückchen Brot dort, zwei bis drei Probierlöffel Joghurt.... Leider ist Kuhmilch im 1. Lj noch nicht optimal als Grundlage geeignet. Bis zum Errreichen des vollendeten 1. Lj sind es nur noch 4 Wochen. Das sollte ohne echten Mumi-Ersatz gut zu überbrücken sein. Frag aber zur Sicherheit bitte bei Biggi Welter nach, Danke. Ansonsten kann deine Kleine jetzt fast alles mitessen. Du kannst deiner Kleinen jetzt gut jeden Tag Brotstückchen geben. Morgens und abends, wenn es deiner Tochter gefällt. Die Brotmahlzeit ist empfehlenswert, damit die Kleinsten ausreichend Gelegenheit haben, das Kauen zu trainieren. Die Kaumuskulatur muss gefordert werden, um sich gut auszubilden. Schneide regelmäßig morgens eine halbe Scheibe mit Butter/Margarine bestrichenes Mischbrot o.ä. (fein vermahlenes VK-Brot oder Kartoffelbrot oder Roggenbrot,....), vorerst noch ohne Rinde, in kleine mundgerechte Stückchen. Diese kleinen Stückchen locken zum Zugreifen. Belag nach Wahl, entweder direkt aufgeschmiert oder daneben präsentiert. Veränderungen der Stuhlbeschaffenheit sind normal. Mit Beginn der Familienkost, bzw im 2. Lj sind ca 5 Mahlzeiten empfehlenswert. Davon 3 Hauptmahlzeiten und 2 ZMZ. Die Zwischenmahlzeiten dienen als Überbrückung zwischen Mahlzeiten. Sie dürfen mehr oder weniger sättigen. Je nach dem Kaloriengehalt der voran gegangenen Mahlzeit und je nach Aktivität, darf die ZMZ größer/kleiner oder kalorienärmer/kalorienreicher ausfallen. Als ZMZ eignet sich je nach Hunger und Appetit auch "nur" Obst und/oder Babyreiswaffeln, Hirsekringel, ein paar Babykekse. Viele Babys wollen nach einem deutlichen Wachstumsschub, um den 10. Lm herum, häufig nur noch kleine Snacks am Nachmittag. Eine grobe Orientierung für die künftigen Mahlzeiten ist folgende: morgens: Brot und Milch oder Milch und Obst oder Kindermüsli oder nur Milch oder Joghurt ZMZ: Brot oder Obst Mittag: Mittagessen entweder sehr basic in Anlehnung an die üblichen Breie oder bereits bekannte einfache Gerichte wie Nudeln mit Sosse, Pizza etc und/oder Familienkost ZMZ: Obst oder Getreidestängelchen o.ä. Abends: Brot und Milch, ggf fein geraffelte Rohkost, oder Milchbrei (Grießbrei, Haferbrei/müsli), oder Nudeln und Milch etc Familienkost i.A. bedeutet: weniger Brei, mehr stückige Kost, Vielfalt und Geschmack, Erlebnis bei Tisch, Familienkost mit Übergang zu gewöhnlichen Speisen. Lass dein Kind neue Speisen probieren, so lange und immer wieder, bis sie sich an die meisten Sachen gewöhnt hat und mit isst. Das Fachwort dazu heisst: "soziales Lernen". Es basiert auf dem Nachahmungsinstinkt. Je mehr euer Kind bei euch Eltern sieht, was und wie ihr esst, desto mehr möchte sie probieren und "auch haben". Leite deinen Kleine schon zur Selbständigkeit beim Essen an, zeige ihr ggf schon wie man Löfel oder Gabel benutzt. Dazu kannst du ihr auf einem Teller in kleinen Mengen neue Lebensmittel und Speisen vom Familientisch richten. Die Speisen sollten weich sein, damit sie sie gut essen und schlucken kann. Fingerfood ist ideal dafür geeignet. Aber auch auf dem Teller - vor ihren Augen - zerdrückte komplette und kleinkindgeeignete Familienkostgerichte sind genau richtig. Deine Tochter kann sich langsam an das Neue heranwagen und sich langfristig daran gewöhnen. ! Stückchenkost sollte immer so zubereitet sein, dass sie dein Kind ohne "Gefahr" essen kann. !! Und hier noch eine Art Liste mit Lebensmitteln die vorerst noch nicht ganz optimal geeignet sind: Grundsätzlich gilt: Wenn du dir bei etwas unsicher bist, dann gib deinem Kind nur wenig davon und auch nur einmal oder selten. Handelsübliche Fertiggerichte sind für die tägliche Ernährung als Grundlage ungeeignet, denn sie sind vor allem zu salzig und würzig und haben zu wenig Nährstoffe (Vitamine und Co). Beim Selberkochen kannst du weniger salzen Basics am besten slazfrei kochen), dann passt das. Alkohol und Kaffee sollten tabu sein. Sie haben in der Kinderküche nichts verloren. In reichlich (!) Fett gebratene Speisen sind anfangs für die Kleinsten noch etwas schwerer verdaulich, besonders abends ist das weniger gut bekömmlich. Ansonsten gilt: Erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten. Fischgerichte (auch bei Filet) immer genau auf Gräten prüfen. Fischstäbchen (können nach dem Garen von der Panade befreit werden) sind i.d.R. aber grätenfrei und eignen sich deshalb besonders gut. Hirse, Quinoa und Amaranth sollten regelmäßig und in größeren Mengen besser erst ab dem 3. Lj auf den Tisch kommen. Kleine Mengen und das mal ab und zu sind kein Problem. Ausnahme: Baby-Hirseflocken. Ganze Nüsse sind wegen der Verschluckungsgefahr noch nicht gut geeignet. Da sie hart sind, können sie beim Verschlucken Probleme verursachen. Nüsse als Mus sind geeignet. So ist es auch mit den kleinen Kernchen bei Himbeeren und Johannisbeeren (bei Marmelade drauf achten) - möglichst entfernen. Leinsamen ist in größeren Mengen weniger gut geeignet. Zwiebel, Knoblauch, scharfe Gewürze sind individuell unterschiedlich verträglich und deshalb gibt es keine Empfehlung :-) Betreffs Rohmilchkäse (und Listeriengefahr i.A.) ist es ähnlich wie bei den Schwangeren: siehe hier: http://www.rund-ums-baby.de/kochecke/beitrag.htm?id=23628 So auch Salmonellen oder Toxoplasmose, z.b. in Bezug auf Salami, die aber ohnehin für Essanfänger viel zu würzig ist. Also dann Grüße B.Neumann


Leonie210814

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Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort! !!! Lg


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