Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Prof. Dr. med. Michael Radke:

Wie viel Druck beim Essen, wenn Kind mit 21 Monaten vorwiegend stillen möchte?

Frage: Wie viel Druck beim Essen, wenn Kind mit 21 Monaten vorwiegend stillen möchte?

patrizia8

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Liebe Experten, ich bin etwas ratlos: Meine Tochter ist fast 21 Monate alt und nach anfänglichen Stillschwierigkeiten genießen wir beide das Stillen immer noch sehr. Ab ihrem 4. Lebensmonat gelang es uns noch ca eineinhalb Monate voll zu stillen , bevor wir mit der Beikost starteten. Zeitweise aß sie recht viel Brei, wir stillten Annett aber auch immer wieder zwischen den Mahlzeiten, zum Einschlafen eigentlich immer. Um ihren 1. Geburtstag herum, war sie krank - nichts Auftegendes - und stillte mehr oder weniger voll. Brei verweigerte sie auch weiterhin als es ihr besser ging und sie aß bei uns mit, wenn auch nicht allzu viel. Das Interesse am Essen hat sie mehr und mehr verloren. Ich gebe mir alle Mühe, koche selbst, wir essen gemeinsam, ich versuche optisch ansprechend anzurichten, doch es landen immer nur einige wenige Bissen im Mund. Ziemlich schnell verlangt sie meist Mamimilch und fordert sie auch stark ein. An sich möchte ich nicht abstillen, doch mache ich mir schön langsam Sorgen, da die Gewichtskurve seit einigen Monaten etwas abflacht. Mit 17 Monaten lag sie mit ca 9,8kg knapp unter der 50Perzentile, mit fast 21 Monaten und 10,4kg liegt sie doch um einiges weiter unten, Tendenz zur Zeit nicht wirklich steigend. Eisenwerte liegen knapp unter der Grenze, ebenso wie die Reticulozyten und das Hämoglobin. Ich habe viele Kinderärzte im Umkreis: Die Meinungen reichen von "Ist noch total in Ordnung" bis "Eisentropfen" wären schon gut. Die Meinungen zum Stillen gehen ebenso auseinander von "Ohne Druck und mit Vertrauen wird das schon." bis "Geben Sie ihr ja keine Brust mehr, sonst lernt sie nie zu essen." An einem "guten" Tag isst sie vielleicht ein Schüsserl Müsli, eine halbe Tasse Heidelbeeren, eine halbe Avocado, ein paar Bissen Kneckebrot, ein Blatt Schinken. Nur damit Sie von der Menge eine Vorstellung bekommen. Die letzten 3 Tage war es weitaus weniger, an manchen Tagen (selten!) überrascht sie mich mit weit größerem Appetit. Wie oft wir am Tag stillen, kann ich nicht wirklich sagen, mal kommt sie wahrscheinlich alle 2 Stunden, dann liegen mal 4 Stunden dazwischen. In manchen Situationen kommt sie alle 20Minuten, was mir dann auch zu viel wird. Manchmal trinkt sie total viel, dann nuckelt sie mal wieder nur kurz. Wenn sie mal 3 Stunden mit meiner Mama unterwegs ist, knabbert sie vielleicht ein bisschen rum, wartet aber bis sie bei mir ist, um zu trinken, akzeptiert aber in der Situation, dass ich nicht da bin. Ganz abstillen möchte ich im Prinzip von mir aus nicht, ich bin aber sehr verunsichert, welches Ausmaß "ok" ist und wie wir dort "hinkommen" - also wie viel Druck ist tatsächlich notwendig und auch zielführend. Ich kenne die Empfehlungen, dass - neben angemessener (????) Ernährung so lange gestillt werden kann - wie Mutter und Kind das wünschen... Vielleicht können Sie mir Ihre Einschätzung bezüglich unserer Situation schildern! Vielen herzlichen Dank! Liebe Grüße, Patrizia


Prof. Dr. med. Michael Radke

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Sie sollen so schnell wie möglich zu einer normalen Kleinkindernährung kommen. Zur Zeit wird Ihr Kind nicht altersadäquat ernährt. Die Muttermilch ist längst nicht mehr bedarfsdeckend. Ihr Kind sollte max. eine Milchmahlzeit bzw. Milchproduktmahlzeit pro Tag erhalten, ansonsten altersentsprechende Kleinkindkost. Näheres finden Sie dazu unter www.fke.de


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