lafatina79
Hallo. Unser großer (5j7m) war schon immer eifersüchtig auf den kleinen(fast 3j). Regression bzgl windel mit 3,5j, extem schwieriges Verhalten etc. Auch in der kita war sein Verhalten auffälliger als die Kinder daheim zeitweise in einem gemeinsamen Zimmer schliefen. Vermutung der kita: der große hat keinen wirklichen Rückzugsort. Gemeinsames Spielzimmer,Schlafzimmer und dann wurde es noch extremer als der kleine in die gleiche kita kam (aber andere gruppe). Inzwischen haben sie getrennte zimmer. Aber sie spielen eigentlich meist zusammen. Das ist jedoch dann meistens echt anstrengend. Da wird geschlagen,getreten,geringt,den anderen an die wand gedrückt etc. Allerdings beiderseits. Und nun zu allem Überdruss mussten die zwei wg Corona in eine gemeinsame kita gruppe. Seither gibts hier nur noch geschrei,schlägereien,türknallen. Keiner gönnt dem anderen was. Sehr anstrengend und laut. Und soviel mamazeit kann ich dem großen gar nicht geben,zudem der kleine auch extremst Aufmerksamkeit zieht. Ich bin da echt grade mega gestresst und genervt aber auch enttäuscht. Komischerweise sagte aber der große zur gemeinsamen kita-gruppe,daSs er sich sehr freut und dann ja den ganzen Tag mit seinem besten Freund spielen kann (dem Bruder). Was raten sie? VG und danke im voraus
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo, Geschwisterbeziehungen sind oft von großer Ambivalenz geprägt. Es gibt hauen und stechen, aber es ist auch der beste Freund. Diese Ambivalenz werden Sie nicht abschaffen oder sehr beeinflussen können. Die Gefühlsebene ist weder diskutabel noch rational groß beeinflussbar. Was Sie aber können ist, auf der Verhaltensebene Grenzen des Miteinander zu bestimmen. Das sollte man nicht in der akuten Ärgersituation tun, sondern am besten in einer ruhigen Situation dazwischen. Sie bestimmen die Regeln, unter denen gemeinsames Spiel usw. möglich ist wobei wichtig ist, dass das für beide gilt. Diese Regeln sollten nicht zu eng sein, den Kindern genügend Spielraum lassen, eigene Lösungen für Konflikte zu finden. Wenn Sie dann einschreiten müssen, dann nicht als Schiedsrichterin, sondern die besprochenen Regeln durchsetzend (dann geht z.B. jeder in sein Zimmer). Es geht also darum, mit dem Wissen um diese Ambivalenz für alle lebbare Formen des Miteinander zu finden, nicht mehr und nicht weniger. Dr.Ludger Nohr
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