Maus16
Guten Tag, ich habe folgende Frage bezogen auf das Verhalten meiner Tochter gegenüber meinem Mann und mir. Meine 21-Monate alte Tochter hat aus meiner Sicht eine sehr enge Bindung und gute Beziehung sowohl zu mir als auch zu meinem Mann. Ich habe bisher zwei Jahre Elternzeit mit ihr verbracht. Mein Mann ist ebenfalls sehr präsent und spielt viel mit ihr. Aktuell wählt sie meinen Mann eher als Spielpartner. Mich fordert sie bspw. zum Wickeln, ins Bett bringen und bei "Krisen" ein. Von ihren sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten her scheint sie normal weit entwickelt zu sein. Sie spricht vier-Wort-Sätze und kann auf Fragen antworten sowie ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringen. Nun zu meiner Frage: Meine Tochter verhält sich meinem Mann gegenüber ganz anders als mir, was vor allem dann auffällt, wenn wir als Familie Zeit zusammen verbringen. Meinem Mann gibt sie lautstarke und ungeduldige Anweisungen wie z.B. "Papa hinsetzen, Schuhe anziehen, aufstehen" etc. (sagt ihm also, was er zu zun hat). Wenn mein Mann da ist, ist der Alltag sehr unruhig, da meine Tochter sehr viel mehr motzt, ungedulig ist, fordert etc. und nicht so ansprechbar ist, wie in einer Situation mit mir. Der Alltag allein mit meiner Tochter macht sehr viel Spaß. Sie ist aufgeweckt, offen für Erklärungen, es gibt wenig Situationen, die mit Protest etc. verbunden sind. Ein Beispiel: Ich erkläre ihr, dass wir nun vom Spielplatz nach Hause gehen, zuhause essen kochen etc. und der Heimweg verläuft ohne Schwierigkeiten. Ist in der gleichen Situation mein Mann anwesend, gibt meine Tochter lautstarke Gegenwehr, verweigert das Laufen etc. Und solche Situationen kommen dann sehr oft am Tag vor. Mich belastet die Situation und ich bin mittlerweile frustriert von unserem Familienleben. Können Sie mir das Verhalten meiner Tochter erklären?
Guten Tag, Ihre Tochter entdeckt gerade, dass Ihre Eltern sehr verschieden sind. Das ist eine notwendige Erfahrung, weil sie einem Kind nach der langen intensiven Phase vorwiegend mit der Mutter begreifbarer macht, dass es mit den Eltern in einer Dreierkonstellation lebt. Wir sprechen von Triangulierung. Ihre Tochter sucht sich nun verstärkt eine Position in dieser Dreierkonstellation. Offenbar merkt sie, dass ihr Vater ihre Anweisungen befolgt. Bei Ihnen hat sie vermutlich bereits gelernt, dass Sie anders reagieren. Ihre Tochter genießt diese Situationen sicher, zumal sie auch eine erste unbewusste (notwendige) Konkurrenz zu Ihnen beinhalten. "Der Papa macht, was ich sage." Das sind aber noch keineswegs bewusste Vorgänge. Sie können also ganz gelassen bleiben. Besprechen Sie die Frage mit Ihrem Mann. Falls notwendig kann er sein Verhalten ändern. Das wird Ihrer Tochter mehr helfen, als wenn Sie sich in solchen Situationen einmischen. Wenn Ihr Mann seine Reaktion auf die "Aufträge" ändert, wird Ihre Tochter diese Anweisungen rasch aufgeben können. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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