Mitglied inaktiv
Eigentlich dachte ich immer, ich gebe meinem Sohn (15 Monate) all die Liebe und Sicherheit die er braucht. War immer für ihn da, habe ihn höchstens alle 2 Monate mal für einen Tag seiner Oma gegeben (klappt auch jeweils super). Was mich jetzt verunsichert ist, dass er mit mir zwar sehr gern schmust und knuddelt. Doch heute z.B. hat er sich weh getan, ich nehme ihn auf den Arm. Kaum läuft der Papa vorbei, will der Kleine zu Papa trösten lassen. Ich habe dann nochmals versucht ihn zu nehmen, doch er klammerte sich an seinen Papi. Man hört ja immer, eine sichere Mu-Ki-Bindung zeigt sich durch tröstenlassen von der Mutter. Ein anderes Beispiel: eine Bekannte von uns (hat er bloss 2 x gesehen) muss ihm eine Sonnencrème wegnehmen, da er diese zu essen beginnt. Sofort weint er los und rennt zu ihr in die Arme um sich trösten zu lassen, obwohl ich auch nebendran stehe. Erst nach einigen Augenblicken will er doch zu mir auf den Arm. Oder kommt seine Oma zu Besuch, so plaudert er ständig mit ihr, ich bin dann Luft für ihn. Er will dann auch oft zu ihr auf den Arm, mich sieht er gar nicht. Woran würde ich erkennen, dass unser Sohn unsicher-ambivalent gebunden ist? Sind das für Sie Anzeichen,dass mit unserer Mu-Ki-Bindung etwas nicht in Ordnung ist? Wenn ja, was tun? Bin sehr gespannt auf Ihre Antwort und möchte mich ganz herzlich dafür bedanken!
Liebe Enya, unsichere Bindung zeichnet sich dadurch aus, daß ein Kleinkind das Fortgehen der Mutter keinen Augenblick erträgt und sofort in Panik gerät, sich dann aber bei Rückkehr der Mutter bei dieser auch kaum beruhigen kann, sondern auch auf ihrem Arm lange weiter schreit. Unsichere Bindung besteht auch, wenn das Kleinkind scheinbar keine Betroffenheit von dem Verschwinden der Mutter zeigt und ihr Zurückkommen mit gespielter Gefühllosigkeit bedenkt. Von Sympathie für einen anderen Menschen, der auch mal gerne in der Mutterrolle ausprobiert wird, ist da keine Rede. Letzteres hat schon etwas mit den Loslösungstendenzen zu tun und mit dem Versuch, der festen "Umklammerung" in der Mutter-Kind-Dyade zu entgehen. Loslösung gelingt ja nur im Vertrauen auf sich selbst und auf eine andere Person, als der bisher geliebten. Da steht in erster Linie der Vater für, oft aber auch eine Oma oder Tante, vielleicht auch große Schwester. Das Durchbiegen beim Schreien ist typischer Affekt bei der Wut. Der Mukeltonus im Rücken spannt sich stark an. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Bin ich mit ihm alleine unterwegs und es kommen fremde Leute auf ihn zu, klammert er sich ganz fest an mich und beginnt evt. auch zu weinen. Was mir auch schon fast seit seiner GEburt auffällt, dass er sich dann manchmal ganz enorm nach hinten wirft, also im Rücken durchstreckt wie eine Banane, wenn er schreit. Das tut er oft auch, wenn es ihm in einer Situation nicht wohl ist und er auf meinem Arm ist. So das wärs, danke vielmals!
Mitglied inaktiv
Hallo, habe Dir schon im anderen Forum geantwortet. Jetzt schreibst Du allerdings im Zusatz, dass er sich an Dich klammert (also sich doch von Dir trösten lässt?). Das mit der "Banane" kann ich auch nicht beurteilen. Weiß Herr Dr. Posth aber sicher was dazu. Viele Grüße
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