blessed2011
Sehr geehrter Dr. Posth, wie soll ich damit umgehen, wenn mein Sohn (4) beim Abschied immer wieder "Theater macht"/ weint, obwohl er zB zu sehr vertrauten Personen geht (Oma) oder in den Kiga in den er längst gut eingewöhnt (sanft) und integriert ist? Er versucht mich manchmal zum Bleiben zu bewegen, wenn ich zB nur zum Sport will (Papa zu Hause) oder mit meinem Mann Essen gehe (Oma passt auf).Letzte Woche weinte er 4 Tage morgens im Kiga, obwohl er die Woche davor fröhlich reinspaziert war. Ich werde daraus nicht schlau, soll ich bleiben oder hart gehen? Es ist halt manchmal so und manchmal nicht. Je nach Tagesform anscheinend. Ich kann keine objektiven Auslöser erkennen. Bestimmungsmacht? Ist es nur "Erziehungssache" dass ich mir dann die Freiräume nehme oder muss ich jedes Mal auf ihn eingehen? Ich kann nicht genau sagen, ob es wirklich Seelenschmerz (Verlassensangst) ist. Danke, Karina
Liebe Karina, um das zu beurteilen, braucht ich eigentlich mehr Hintergrundinformationen. Ein 4-jähriges Kind mit eingermaßen ausgewogenen Selbst macht kein Theater mehr beim Abschied, wenn es sich Bleibeorte handelt, die er gut kennt und an die er gewöhnt ist. Auf irgendeine Weise scheint Trennungsangst in der Entwicklungsgeschehen geraten zu sein, und die hindert ihren Sohn daran, eine solches ausgewogenen Selbst zu erlangen. Nun hat Ihr Sohn 4 Jahre hinter sich, die angefüllt sind mit Erlebnissen und Erfahrungen von Kommen und Gehen und Wiederkehren und vielleicht auch nicht (rechtzeitig) Wiederkehren seiner Bindungspersonen. Das fängt ja schon im Säuglingsalter an, erreicht mit ca. 1 Jahr am Beginn der Loslösungsphase eine Art Höhepunkt und eskaliert noch einmal am Beginn der frühen Fremdbetreuung. Hier wäre zu suchen, wollte man die wahren Ursachen seines Verhaltens finden. Vielleicht schreiben Sie mir noch einmal. Viele Grüße
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