Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Trennungsangst mit 15 Monaten

Frage: Trennungsangst mit 15 Monaten

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Sehr geehrter Herr Posth, Mein Sohn ist nun 15 Monate alt.Er ist vom Grundcharakter fröhlich und zugewand (auch Fremden gegenüber).Gefremdelt hat er bisher nicht. Mein Mann arbeitet im Schichtdienst und ist zu immer wechselnden Zeiten zu Hause.Meine Eltern wohnen ein Haus weiter und wir besuchen sie jeden Vormittag, wobei der kleine Mann sehr auf seinen Opa fixiert ist und nach ihm teilweise sogar nachts fragt.Es besteht also ein inniges und vertrautes Verhältnis zwischen meinen Eltern und unserem Sohn.Seit Jonahs 1. Geburtstag gehe ich nun wieder für 10 Std./Woche arbeiten.An zwei Vormittagen bringe ich Jonah also um 7 Uhr morgens (ganz entspannt mit Brötchen etc.) zu meinen Eltern und hole ihn um 13:30 Uhr wieder ab. Seit gut 2 Wochen weint er herzzerreißend wenn ich gehe.Auch wenn ich außer Sichtweite zu Hause bin ruft er nach mir und selbst der Papa bekommt ihn nicht beruhigt.Ich verabschiede mich zügig und konsequent.Was ist da los? Ganz lieben Dank!!!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, auch sicher gebundene und in der Familie gut verankerte Kleinkinder können Trennungsangst entwickeln. Unsichere gebundene Kinder tragen dafür allerdings ein sehr viel höheres Risiko und sind auch in der Behandlung schwieriger. So bleibt es meist bei einer Entwicklungskrise, wenn man richtig damit umgeht. Da die Großeltern bei Ihnen von Ihrem Sohn als wichtige Ersatzbezugspersonen anerkannt werden, kommt er trotz seines Weinens im Moment Ihres Weggehens mit der negativen Erfahrung einigermaßen zurecht. Möglicherweise beginnt bei ihm jetzt schon früh die Wiederannäherungskrise (s. gezielter Suchlauf), was seine gerade jetzt auftretende Reaktion erklärt. Das beste ist, Sie verlassen ihn immer erst, wenn er schon mit seine Großeltern beschäftigt ist und spielt. Das sollten Sie dann auch gar nicht weiter ankündigen. So muss er die Trennung selbst, die er noch nicht versteht, nicht so deutlich wahrnehmen. Wenn Sie zurückkommen, wird Ihr Sohn überhaupt erst richtig merken, dass Sie fort waren (wenn am Tage alles gut gegangen ist). Und dann ist Wiedersehensfreude angesagt und nicht weinen, wenn alles richtig läuft. Viele Grüße


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