Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

schwierige Abholsituation Kindergarten

Frage: schwierige Abholsituation Kindergarten

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo Dr. Posth mein (in den ersten beiden Lebensjahren schwer und mehrfach traumatisierter) Pflegesohn und Neffe (5 Jahre) verhält sich sehr seltsam wenn ich ihn im Kiga abhole. Er beschimpft mich, läuft weg, hört nicht, leistet Widerstand und wirkt verwirrt. Ich denke er äussert so seine Unmut und versuche ihn zu trösten bzw. verstehen. Erzieher vermuten fehlende Grenzsetzung meinerseits. Bin verunsichert. Ich möchte seine Unmutsäusserung nicht unterbinden, bin schon froh, dass er auch mal Gefühle mitteilt, sonst nie. Weint nie etc. Erzählt fast nichts aus dem Kindergarten, auch nicht wenn er geärgert wurde, er ist sehr sensibel, es macht ihm auch Angst wenn er mal "böse" zu einem anderen Kind war. Fängt nun auch an Geschehnisse zu verdrehen (lügen?). Er leidet zudem unter generalisierter Angst mit täglichen Alpträumen, hat auch Angst vor einer -sehr lieben- Erzieherin. Wie verhalte ich mich denn nun am besten? Besten Dank. Bin froh, dass es Sie gibt. ;) melosch


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

Beitrag melden

Hallo, das Verhalten, das Sie von Ihrem Pflegekind beim Abholen beschreiben, erinnert sehr stark an das Verhalten von bindungsgestörten Kindern. Kinder mit desorganisierter Bindung fallen beim Älterwerden durch starke Widersprüchlichkeit in ihren Reaktionsweisen auf. Außerdem erweisen sie sich emotional auffallend unbeweglich und wirken nach außen wie unbeteiligt. Die Kinder, so sagt man, schwingen nicht mit der momentanen Gefühlslage mit, die allgemein eingenommen wird. Sie erscheinen wie deplaziert. Wenn das alles bei Ihrem Pflegesohn so ist, dann hat das mit Trotz und grenzen setzen üerhaupt nichts zu tun, und ein einfacher pädagogischer Akt könnte die Sache eher noch schlechter machen. Z.B. könnten Angst und Traurigkeit zunehmen und das ohnehin stark beschädigte Selbstbewusstsein würde noch weiter leiden. Am besten wäre es, sie fänden einen Kinderpsychotherapeuten(in), der viel von Bindungstheorie versteht und der die Problematik mit ihnen bespricht und Sie anleitet. Viele Grüße


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Sehr geehrte Frau Henkes, in meinem Kopf fahren die Gedanken Karussel und ich bräuchte tatsächlich einmal einen fachkundigen Rat von Ihnen; auch wenn ich weiß, dass die Situation von außen betrachtet sicherlich schwer einzuschätzen ist. Ich muss mir das alles von der Seele schreiben, es wird sicherlich lang.... Meine Zwillinge sind etwas über 3 ...

Liebe Frau Henkes, da einige Auffälligkeiten bestehen, mache ich mir Sorgen um meine Tochter, 4 Jahre alt. Beim Psychologen bzw. Ergotherapeuten muss ich bis zu einem Jahr auf einen Termin warten und die Kinderärztin konnte bisher auch nicht weiterhelfen. Es geht unter anderem darum: Sie spricht flüssig und im privaten Umfeld viel, aber im Kind ...

Schönen guten Tag Meiner Tochter (5) macht es ziemlich zu schaffen wenn sie im Kindergarten, oder auch beim Turnen welches sie nebenbei macht, einem anderen Kind die Hand geben muss. Sie war schon immer sehr zurückhaltend anderen gegenüber und mag auch kein Körperkontakt ausser bei uns Eltern, ihren Grosseltern, ihrer besten Freundin und ein pa ...

Hallo Frau Henkes,  wir haben folgende Situation, unsere Tochter 5,5 Jahre möchte im Kindergarten wenn ein anderes Kind Geburtstag feiert und etwas zum Essen mitbringt oder beim gesunden Frühstück nichts essen.    Gekommen ist es dazu weil sie vor einem Jahr als ein Geburtstag war sich übergeben musste. Seitdem möchte sie nichts mehr essen. ...

Liebe Frau Henkes, Erstmal vielen Dank, dass Sie sich immer wieder die Zeit nehmen uns Eltern zu helfen, um Situationen besser zu Verstehen und Handlungsempfehlungen geben. Das ist immer wieder eine große Hilfe. Ich wende mich heute bezüglich meines Sohne (fast 6 Jahre alt) an Sie. Er ist ein aufgeweckter Junge, der eigentlich immer sehr bel ...

Liebe Frau Henkes,   unser Sohn hat seit September von der Krippe in den Kindergarten gewechselt, er ist jetzt 3 Jahre und 8 Monatr alt. Seit einigen Wochen ist er nachmittags nach dem Abholen weinerlich, jammert viel, beleidigt und kommandiert uns herum und alles eskaliert. Im Kindergarten macht er neuerdings keinen Mittagsschlaf mehr und i ...

Sehr geehrte Frau Henkes, unser Sohn ist 3,5 Jahre und seit Mitte September dieses Jahres in der Kita-Eingewöhnung. Anfangs war er sehr interessiert und wollte alles entdecken. Nach einer Störung in der Eingewöhnung, was ihn verunsichert hat (er musste in den Garten, obwohl er nicht wollte. Er wollte mich anrufen und durfte nicht) und durch ein ...

Sehr geehrte Frau Henkes, Vielen Dank für die Möglichkeit, Ihnen Fragen stellen zu können. Mein Sohn ist jetzt 16 Monate alt und geht seit dem 14. Lebensmonat in den Kindergarten. Die Gruppe ist klein, die Eingewöhnung hat gut geklappt und er ist aufgeschlossen, neugierig und kontaktfreudig. Er geht von 8:30 bis 15 Uhr, anfangs nur bis 12. E ...

Hallo! Ich würde gerne ihre Einschätzung zu folgender Situation wissen. Meine Tochter ist gerade 4 Jahre alt geworden und geht seit Sommer in den Kindergarten. Davor war sie in der Krippe. Sie ist ein fröhliches, aufgeschlossenes Kind. Vor einem Jahr, da war sie gerade 3 Jahre alt, haben die Erzieherinnen mich darauf angesprochen, dass sie noch ...

Sehr geehrte Frau Henkes,  wir hatten heute ein Gespräch zur Vertragsunterzeichnung bei einem Kindergarten. Mein Sohn war anwesend. Als sich die Tür schloss wollte mein Sohn wieder raus laufen. Als wir das nicht zuließen entdeckte er den ganzen Raum, also Schubladen auf, alles anschauen was da so rum liegt und ließ sich auch sehr schlecht eingrenz ...