Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth!! Emily, inzwischen 8. Mon alt, war ein sogenanntes Schreibaby! Das exzessive Schreien ist seit ca. 2 Mon. vorbei, die Schreidauer betrug im Schnitt täglich 6 Stunden. Das eigentliche Problem ist, daß Emily bei jeder Kleinigkeit nicht zuerst meckert, sondern gleich wieder aus dem vollen heraus brüllt. Sie kann nur sehr selten auch ohne Geschrei aufwachen. Hat sie sich das einfach schlichtweg angewöhnt, wenn ja, wann ist diese Phase ebenfalls überstanden?? Oder muß man ihr das beibringen? Natürlich haben wir sie sehr viel getragen! War das vielleicht der Fehler? Man kann aber ein Baby doch nicht nur liegen lassen wenn es schreit! Entschuldigung für die vielen Fragen aber große Tochter (4 J.) kommt einfach viel zu kurz und meine Nerven liegen blank, manchmal! Liebe Grüße Sandra
Liebe Sandra, das Problem Schreibaby ist etwas komplizierter als es manchmal gemacht wird. Wenn ein Säugling 6 Monate lang täglich etwa 6 Stunden geschrien hat, dann muß schon etwas Schwerwiegendes vorgelegen haben, insbesondere dann, wenn auch das Herumtragen nicht geholfen hat. Schließlich reden wir von etwa 1080 Stunden. So einfache Erklärungsversuche wie Bauchschmerzen und Kopfgelenkinduziertes Schräglage-Syndrom, kurz KISS, reichen dafür nicht aus. Es gibt zuviele motorisch asymmetrische Säuglinge, die überhaupt nicht schreien und wunderbar gedeihen, ohne daß man irgendeine Therapie macht. Später ist dann alles weg. Also allen selbst zu bezahlenden Therapieangeboten gegenüber ist Skepsis angesagt. Viel wichtiger ist es, herauszufinden, warum die primäre Bindung nicht so richtig zustande kommt, und was da unterschwellig störend im Weg liegt. In Ihrem Fall scheint das ja bis heute nicht richtig bereinigt zu sein, und folglich kommt das exzessive Schreien wieder, auch wenn scheinbar gar nichts Beängstigendes vorliegt. Schafft man diese Aufgabe nicht allein, was nichts Ehrenrühriges ist, dann muß man sich professionelle Hilfe suchen, die es gottseidank heutzutage auch gibt. Eine Stelle, die solche Hilfe anbietet, ist eine "Schreiambulanz". Eine solche ist in einigen größeren Städten inzwischen aufgebaut, und notfalls muß man auch ein wenig Fahrzeit in Kauf nehmen, um dorthin zu gelangen. Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, da ohne eine einigermaßen sichere Bindung die weitere psychosoziale Entwicklung gefährdet ist. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Hallo Emilu, warst Du schon mal bei einem Osteopathen. Meine Tochter war auch ein sog. Schreibaby und nach der Behandlung wie ausgewechselt. Sie hatte Blockaden in den Beinen und im Halswirbel lg. Daphne
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