USmama
Hallo, Mein 17 monate alter Sohn besucht seit ca. 2 Monaten fuer 8 Stunden am Tag eine Kinderkrippe. Bis dahin wurde er von mir und meinem Mann wechselseitig Zuhause betreut. Wir leben in den USA und eine Eingewoehnungsphase ist hier nicht vorgesehen. Ich bin vor dem eigentlichen Beginn mit meinem Sohn eine Tage fuer ca. eine Stunde "zu Besuch" gewesen. Am Anfang gab es ein paar Traenen beim Abgeben oder auch beim Abholen, aber mittlerweile winkt er mir frohelich zu wenn ich Morgens gehe und ist Abend kaum zum gehen zu bewegen. Alle seine Lehrerinnen werden zur Begruessung and Verabschiedung umarmt, ich werde kaum wahrgenommen... Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin ausgesprochen froh dass er sich dort so wohlfuehlt. Es sind immer mindestens 3 Lehrer fuer 10 Kinder anwesend und dann noch eine studentische Aushilfe. Muss ich mir Sorgen machen dass er so gar keine "Bindung" zu mir zeigt?
Stichwort: Fremdbetreuung Hallo, die Strategien, wie die Kinder mit den Erfahrungen des Abgebens in die Fremdbetreuung umgehen, sind etwas unterschiedlich. ZUm einen hängt es davon ab, wie die Bindungs-Vorerfahrungen des Kindes sind, und zu anderen, auf welche Umstände sie bei der Fremdbetreuung stoßen. Werden sie sehr liebevoll aufgenommen und zuverlässig umsorgt, beginnen sie bald, auch Bindungsgefühle zu ihren neuen Bezugspersonen aufzunehmen. Das hat ihnen die natur so vorgegeben, weil es dem Überlebensprinzip dient. Die Gefahr in Urzeiten, seine Eltern zu verlieren war groß, und wenn die Kinder sich nicht an neue Bezugspersonen binden könnten, wären sie selbst damit verloren. Im Grunde macht man sich bei der Fremdbetreuung dieses Urprinzip zunutze. Aber man darf es nicht überstrapazieren, denn bei solchen Prozessen kann es leicht zu Beziehungsstörungen kommen. Das wird nun so gut wie nicht untersucht, wohl auch in Amerika nicht (wo es allerdings die NICHD-Studie gibt). die Ergebnisse könnten die positiven Beurteilungen über die frühe Fremdbetreuung einschränken. Ihr Sohn reagiert Ihrer Beschreibung nach ganz normal mit einer Phase der Verunsicherung und Weinen und einer Phase der Gewöhnung bzw. Anpassung und der Freude. Sicher wäre eine sanfte Ablösung besser gewesen, aber das erfordert einen hohen Aufwand und psychologische Vorarbeit und Ausbildung. So nimmt man die Verunsicherung des Kindes in Kauf und wartet oder hofft auf die Gewöhnung, die bei einem guten psychologischen und sozialen Angebot in der Einrichtung auch zustande kommt. solange das Kind zu Hause nicht stark aggressiv oder regressiv reagiert und offensichtlich gerne in seine Gruppe geht, solange darf man davon ausgehen, dass die seelischen Blessuren bewältigt werden. Aber die Mütter müssen wissen, dass ihre Kinder sich auch an die neuen Bezugspersonen anbinden und damit ihnen selbst Konkurrenz schaffen. Viele Grüße
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