Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, unser Sohn (2 Jahre alt geworden) hat momentan ganz stark die Phase, wo nur ich alles machen darf. Mein Mann "darf" momentan weder Pampers wechseln, noch ihn aus dem Hochstuhl nehmen, oder ähnliches. Wenn ich seinem Wunsch nachgebe und immer alles übernehme, wird die "Ablehnung" gegenüber Papa nur noch schlimmer. Wenn ich allerdings mal aus dem Haus bin, ist überhaupt kein Problem dabei, dass mein Mann alles macht. Jetzt erkläre ich ihm, dass Papa die Sachen genauso gut kann wie Mama und das Papa das jetzt mal machen möchte. Manchmal akzeptiert unser Sohn dies aber manchmal fängt er auch an zu weinen, wenn mein Mann ihn dann trotzdem wickeln möchte. Ist unser Vorgehen so richtig? vielen Dank und Grüße Susan
Liebe Susan, entweder steckt Ihr Sohn etwas später als gewöhnlich in der sog. Wiederannährungskrise. Das ist der Moment, wenn dem Kind bewusst wird, ein von der Mutter vollkommen getrenntes Selbst zu besitzen. Oder er reagiert regressiv, weil irgendein Konflikt in ihm steckt. Wurde kürzlich frühe Fremdbetreuung begonnen ohne sanfte Ablösung? Das wäre ein wichtiger Grund für Regression (s. gezielter Suchlauf). In beiden Fällen ist besser, sein Kind nicht zu dem zu zwingen, das er gerade ablehnt. Das würde die Loslösung blockieren. Denn für die Loslösung muss ein Kind innerlich frei sein und emotional stabil. Richtig ist aber, die Momente zu födern und zu nutzen, in denen das Vater akzeptiert ist und ebenfalls pflegerische Aufgaben übernehmen kann. Das "Problem" löst sich dann mit der Zeit von alleine durch Reifung. Viele Grüße
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