Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Hr. Dr. Busse, ich lese sehr viel in Ihrem Stichwortverzeichnis, kann mich aber in unserer mom. Situation nicht wiederfinden, bzw. ich hänge ein bisschen in der Luft! Meine Tochter ist 17,5 Monate und Ihrem Alter entsprechend ist Sie schon seit Wochen in einer extremen Mama-Phase. Wenn ich da bin, darf nur ich Sie ins Bett bringen, überhaupt fixiert Sie mich den ganzen Tag. Mama hier, Mama da. Noch dazu hat Sie zur Zeit seltsame Ängste, wie z. B. vor einer Mücke, oder unserem Telefon, welches im Flur steht. Sie betritt nich einmal mehr unsere Diele, da es dort stationiert ist! Ich denke, dass dies die Loslösung ist, liege ich da richtig? Ist das denn normal in der Phase, dass Sie sich so schwer von mir trennt? Ich denke, sie löst sich los. Und woran erkenne ich eine unsichere Mutter-Kind-Bindung? Bin auf Ihre Bedürfnisse immer eingeganen, hab Sie nicht weinen lassen, Sie viel getragen. Herzlichen Dank, ANJA
Liebe Anja, das Verhalten, das Ihre Tochter im Moment zeigt, spricht für eine noch nicht in Gang gekommenen Loslösung. Steht ihr denn ihr Vater ausreichend und mit gewünschter Geduld zur Verfügung? Gibt er ein gutes Loslösungsvorbild ab? Im gezielten Suchlauf unter "Loslösung" finden Sie hierzu erklärende Antworten. Die Ängste, die Sie bei Ihrer Tochter feststellen, sind für das Alter nicht untypisch. Kinder, die solche Ängste entwickeln, sind eigentlich immer ein wenig zu Angstgefühlen veranlagt. Da war es sicher sehr wichtig, daß Sie Ihre Tochter in der Säuglingszeit nie haben länger weinen lassen. Auf die dadurch entstandene sichere Bindung baut jetzt Ihre Tochter auf. Solche Real- oder Objektängste können Sie am besten abbauen, wenn Sie mit Ihrer Tochter schrittweise sich dem Angst auslösenden Objekt nähern und es gemeinsam "untersuchen", aber immer nur soweit, wie es Ihre Tochter auch tatsächlich aushält. Beschwichtigende und erklärende Worte dürfen dabei nicht fehlen. Viele Grüße
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