Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

KiTa

Frage: KiTa

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To.15M.wird entweder von mir oder meinem Mann in den KiGa(s.11/09) gebracht.Sonst weinte sie kurz,kuschelte sich ganz fest an uns und wollte nicht unbedingt zur Erzieherin,ließ sich aber doch recht schnell von ihr ablenken.Beim Abholen hat sie sich sonst wahnsinnig gefreut,die Ärmchen ausgestreckt u wollte schnellstmöglich zu uns.Seit ein paar Tagen ist es anders.Sie geht sofort ohne Probleme zur Erzieherin,dreht sich nicht mal mehr um.Beim Abholen huscht ein kurzes Lächeln über ihr Gesicht,aber wirkliche Freude sieht anders aus.Mein Mann sieht das natürlich nicht ganz so eng,aber mir versetzt es einen Stich ins Herz.Eigentlich ist es ja ein gutes Zeichen,dass sie sich dort wohlfühlt (oder?),aber ist es nicht gleichzeitig auch ein schlechtes Zeichen,was die Bindung angeht? Ich habe Angst,dass unsere Maus die "Rangordnung" (1.Platz KiTa, 2.Platz Eltern) geändert hat.Auch ist sie dort ein kleiner "Engel",beim Essen u Sonstigem kein Gequengel,Gemoser.Zu Hause ist es andersherum!Wieso? LG


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Fremdbetreuung Hallo, aus bindungstheoretischer Sicht muss man das Verhalten Ihrer Tochter als "vermeidend" interpretieren. Die Kinder lernen, ihre wahren Gefühle zu unterdrücken, weil sie spüren, dass diese unerwünscht sind oder keinen Erfolg haben. Mit diesem Vermeiden setzt aber auch eine globale Gefühlsunterdrückung ein, so dass das Abschied nicht so schmerzliche ist, das Wiedersehen aber auch nicht mehr so freudig. Schließlich kann das Vermeiden eine so starke Strategie werden, dass ihr bisherige Bindungssicherheit zum Opfer fällt. Vermeidende Kinder sind solche, die für Laien und auch manche Fachleute von psychisch ganz gesunden kaum zu unterscheiden sind, weil sie unauffällig und angepasst wirken. Im Stillen aber leiden sie vor sich hin und neigen viel später zu internalisierenden Verhaltensstörungen (Regression, genral. Angst, Depression). Die Ursache wäre hier eine zu frühe und v.a. falsch begonnen frühe Fremdbetreuung. Keine ausreichede sanfte Ablösung, keine stabile Ersatzbezugsperson, zu hoher Erzieherinnen-Kind-Schlüssel usw. Für diese Interpretation spricht dei Umkehr im Verhalten Ihrer Tochter: Zu Hause widerständig, "aufmüpfig", in der Ki-ta ängstlich angepasst, die eigenen Bedrüfnisse unterdrückend. Sie sollten noch einmal mit der Erzieherin darüber sprechen, was aber nur Sinn macht, wenn diese die Grundbegriffe der Bindungstheorie kennt. Ist das so? Viele Güße PS: In meinem neuen Buch bespreche ich diese Verläufe ganz genau. Es kommt voraussichtlich Mitte März auf den Markt.


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