Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, meine Tochter 3J und 2 Monate und ich hatten letztes Jahr im Nov+Dez Schnuppertage im Kiga. Sie wollte ungern hin, hatte dort aber Spass, dann krank, wollte absolut nicht mehr hin.(weinen + schreien) Wir haben dann keine Eingewöhnung gestartet. Heute waren wir wieder dort, es hatte eine Stunde gedauert, bis ich sie überreden konnte, hinzugehen. Ich erzählte ihr von neuen Freunden usw. Sie war unausgeschlafen, ist verschnupft. Sie wurde von Grosseltern etc immer wieder auf den Kiga angesprochen, hat sie das vielleicht unter Druck gesetzt? Irgendwann war sie soweit (ich hatte sie erinnert, dass sie dort kleistern darf) Dort ist sie aber sofort zu den anderen Kindern gestürmt, hat gespielt, gemalt etc. Hat Kontakt zur Erzieherin aufgenommen, hat mich kaum beachtet. Ist das ein gutes Zeichen für die Bindung bzw. LL? Was könnte der Grund dafür sein, dass sie sich so wehrt? Die Angst von Neuem, der Druck vom Umfeld, die Müdigkeit? Gruss Inna
Liebe Inna, sicherlich spielt von allem ein bisschen mit. Über 3 Jahre sind die meisten Kinder kindergartenbereit, d.h. auf Sozialisation eingestellt und finden dann auch schnell ihren Platz in der Gruppe. Trotzdem ist der Moment der Trennung von der Bezugsperson immer noch ein schwieriger und kostet Überwindung. Weiß sich das Kind von seiner Mutter oder seinem Vater abgesichert, weil er entweder physisch noch erreichbar ist (sanfte Ablösung) oder aber schnell zurückzuholen ist (fortgeschrittene Ablösung), dann fürchtet es sich nicht mehr und kann sich leicht überwinden. Offenbar befindet sich Ihre Tochter jetzt in diesem Stadium, und Sie können mit ihr eine Verabredung treffen, was Sie für sie tun, wenn sie plötzlich von ganz großer Muttersehnsucht befallen wird. Eine Bezugserzieherin fängt dieses Problem übrigens im Ki-ga auf. Viele Grüße
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