Mitglied inaktiv
Mein Sohn, (13 Monate) ist seit kurzem absolut auf seinen Vater fixiert. Ich darf dann nicht einmal mehr in die Nähe kommen. Anderen Personen gegenüber, auch absolut Fremden ist er total offen. Er fremdelt nicht ein bisschen. Hat er auch noch nie gemacht. Auch wenn wir den Raum verlassen, ist es für ihn überhaupt kein Problem. Das bereitet mir Sorgen. Hat er denn keine Bindung zu mir? Als Säugling (gleich von Anfang an) hatte er wohl schwere Blähungen. Ich war auch bei 3 verschiedenen Kinderärzten, jedoch keiner konnte ihm helfen. Es hieß immer, da müssen die Kleinen durch, mit 12 Wochen ist es dann vorbei. Leider dauerte es sogar 15 Wochen und auch danach war er sehr unzufrieden. Kann es daher kommen, dass er keine tiefe Bindung zu mir aufbauen konnte? Ich mache mir diesbezüglich viele Gedanken. Wie kann ich die Bindung jetzt noch „reparieren“? Nun bin ich wieder schwanger und mein Sohn wird (wenn alles klappt) Ende März gr.Bruder. Wird das die Bindung nochmals schwächen?
Hallo, das viele Schreien in der frühen Säuglingsphase kann tatsächlich die Bindung am Ende des 1. Lebensjahres beeinträchtigen. Am häufigsten findet man allerdings den ambivalent unsicheren Bindungstyp. Gibt es bei älteren Säuglingen ähnliche Probleme scheint der vermeidend-unsichere Typ vorzuherrschen. Aber manches hängt auch mit der chrakterlichen Veranlagung des Kindes zusammen. Nun muß man aber wissen, daß die gesamt Klassifikation der Bindungstypen in der Kinderheilkunde noch überhaupt keine Niederschlag gefunden hat. Daher werden die meisten KiA/KiÄ´s solche Interpretationen rundherum ablehnen. Bei Ihrem Sohn fällt aber vor allen Dingen auf, daß er so gut wie keine Bindung zu seinem Vater aufgenommen hat. Den aber fremdelt er jetzt heftig an, wahrscheinlich weil er plötzlich Aufgaben in der Betreuung übernehmen soll. Da er aber keine Ersatzbezugsperon ist, wird er vorerst nicht akzeptiert. Die anderen fremden Personen, haben hingegen keine Berteuungsaufgaben und werden einfach mit der natürlichen Neugier des Kindes betrachtet. Was Sie im Moment tun können, ist auf die Signale nach Zuwendung Ihres Sohnes hören und sichere Bindung "nachliefern". Parallel wäre es aber wichtig, auch im Hinblick auf das zweite Kind, daß ihr Mann zu einem zuverlässigen und vertrauenwürdigen Loslösungsvorbild wird. Er muß sich also intensiv und mit aller Freundlichkeit um seinen Sohn bemühen (s. gezieltes Stichwort: Väter). Viele Grüße
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