Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Gibt es eindeutige Alarmzeichen das man den Kiga abbrechen sollte?

Frage: Gibt es eindeutige Alarmzeichen das man den Kiga abbrechen sollte?

Ricardo1

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Hallo Herr Dr. Posth, ich hatte ihnen vor zwei Wochen schon einmal zum Thema Kindergartenunlust geschrieben. Sie haben mir geraten, meinen Sohn ruhig einige Male wieder mit nach Hause zu nehmen. Würde ich prinzipiell sehr gerne tun, ich gefährde damit aber meinen Arbeitsplatz. Zwischendurch war es einige Male o.k.. Momentan weint er bei der Übergabe an seine Bezugserzieherin kurz. Ich gehe meine Tasche holen und verabschiede mich nochmal am Fenster, da weint er nicht mehr, sondern will schon spielen. Wenn ich ihn abhole, rennt er mir lachend in die Arme und zeigt mir dann, was er alles gemacht hat. Jetzt mache ich mir sehr große Sorgen, ob das so noch vetrretbar ist, oder ob ich ihn Job hin oder her wieder mit zurücknehme. Oder ich nehme 2 Wochen Urlaub, um ihn ggf. wieder mit nach Hause zu nehmen. Reicht das? Gibt es eindeutige Alarmsignale, wann ich auf jeden Fall abbrechen muß? Vielen herzlichen Dank!!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, eindeutige Signale gibt es viele, die einen das Vorgehen bei der Fremdbetreuung überdenken lassen sollten. Dazu zählt natürlich zu allerst das weinende Kind bei der Übergabe. Welche paradoxe Vorstellung hat sich in der Pädagogik verbreitet, dieses Weinen als Erpressungsversuch seitens des Kindes und Steuerungsinstrument für eine klammernde Mutter zu interpretieren. Aber ein Kind versteht relativ schnell, was von ihm gefordert ist, und wenn es keine Chance gegen die Übermacht sieht, unterwirft es sich, weil das seine Überlebenstrategie ist. Pädaogischer Erfolg ist das aber mitnichten! Nun kann man sich so absurde Gedanken machen, wie "ein bisschen Weinen" ist doch nicht schlimm, oder "fünf Minuten Tränen" haben noch keinem Menschen geschadet usw. "Wir" sind ja auch alle groß und erwachsen geworden. Und dabei meinen wir, dass wir alle psychisch stabil und gesund sind. Schlimmer wird es, wenn die Kinder dann auch zu Hause Angsterscheinungen entwickeln, die sie schon lange nicht mehr gezeigt haben, wenn sie trotzig aggressiv oder traurig verstimmt sind, wenn sie nicht mehr essen wollen und Bauchschmerzen haben und nächtsns vor Albträumen nicht schlafen können. Den Konflikt zwischen Beruf und Kind und Familie haben die Politiker zu verantworten und die haben wir gewählt. Von schwarz über rot und gelb bis zu grün ist jede unpsychologische Ansicht dabei. Aber ich will hier keine Partei und schon gar keine(n) PolitikerIn persönlich angreifen. Wir verdonnern uns alle gegenseitig zu Kompromissen, meistens eher schlechten als guten, und die Kinder werden es ausbaden, denn Kinder können noch nicht wählen. Vielleicht ist eine Pause von 2 Wochen gut, denn jetzt ist ja Weihnachtszeit und da haben die Ki-gä doch auch eine Zeitlang geschlossen und Sie vielleicht auch Urlaub. Viele Grüße


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