Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Busse, unser Sohn (gerade 5 geworden) macht uns momentan einigen Kummer. Es hat sich immer stärker herauskristallisiert, dass er ein sehr geringes Selbstbewußtstein hat. Alles neue, unbekannte schrickt ihn erst mal ab, er braucht lange, bis er Vertrauen faßt, kann auch vor Zuschauern nicht agieren. So z. B. beim Sommerfest im KiGa, die Gruppe übte eine kurze Tanzvorführung ein, er freute sich darauf, aber als es soweit war, traute er sich unter weinen und trotzig sein nicht mitzumachen, aus Angst, die Leute außenrum würden lachen. Selbst im Stuhlkreis im KiGa, wenn er direkt aufgefordert wird etwas zu machen, passiert es zu 50 %, dass er sich nicht traut und dann nach ein wenig Drängen der Erzieherin das weinen anfängt. Er ist überhaupt sehr sensibel, aber zuhause sehr bestimmend, rotzfrech, führt sich auf wie ein Pascha, auch mit seinen Freunden zusammen. Da will immer er der Bestimmer sein. Ich bin leider öfters viel strenger mit ihm, als ich das möchte, da unsere Kleine (20 Mon.) mit schlechtem Schlaf, sehr, sehr viel kranksein, Anhänglichsein bis zum Äußersten meine stark beanspruchten Nerven bis zum äußersten reizt. Wie kann ich ihm helfen (Loben bspw. erfolgt sehr oft, freut ihn aber oft nicht mal) bzw. wie kann ich meine Erz.fehler wieder ausbügeln? Herzlichen Dank bereits im voraus. Freundliche Grüße Ingrid
Liebe Ingrid, es ist schon mutig, daß Sie einen Erziehungsfehler erkennen und nicht, wie so oft, "alles dem Kind in die Schuhe schieben". Es gibt natürlich gewisse Anlagefaktoren, die Schüchternheit verursachen, aber ich meine, daß es sich hierbei nicht eigentlich um Schüchternheit handelt, sondern vielmehr um Introvertiertheit und Zurückhaltung, vielleicht auch Öffentlichkeits-oder Mittelpunktsscheu. Alles andere sind Erziehungsfolgen. Ein Kind, das wenig Selbstbewußtsein besitzt, sich also selbst wenig positiv einschätzt, verträgt Lob widererwartend schlecht. Wieso? Es kann keine Übereinstimmung seiner eigenen Gefühlshaftigkeit, resp. Wertigkeit und der Selbsteinschätzung durch den anderen herstellen. Auf einen einfachen Nenner gebracht: es fühlt sich verschaukelt. Daher reagieren Kinder dann schnell beleidigt. Folglich muß zuerst immer die persönliche Wertigkeit von Grund auf verbessert werden. Da geht über nachlassenden Druck und Rücknahme von Kritik. Wenn kritisiert werden muß, immer nur den Fehler, d.h. die Sache kritisieren, nicht die Person! Positive Seiten des Kindes müssen erkannt und bestärkt werden. Ein solches Kind braucht Aufgaben, die es erfüllen kann. In ihrem Fall muß der ältere dadurch aufgewertet werden, daß er kleine Aufträge in Bezug auf sein Geschwisterchen erledigt. Die Loslösung muß v.a. vonseiten des Vaters weiter unterstützt werden, und er braucht gute elterliche Vorbilder. Das sind so die Dinge, die man ganz allgemein empfehlen kann. Alles andere bedarf dann einer genauen Kenntnis der jeweiligen persönlichen und familiären Umstände. Viele Grüße
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