Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Fremdeln

Frage: Fremdeln

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Hallo Herr Dr.Posth, meine Tochter ist jetzt fast 13 Monate alt und hat bisher kaum gefremdelt.Skeptische Blicke am Anfang sind alles, sie schaut mir nicht mal hinterher, wenn ich gehe.Wenn ich sie von der KITA abhole, ist sie gar nicht so erfreut darüber, dann bin ich natürlich enttäuscht.(Sie ist seit dem 8.Monat in der KITA) Dabei haben mein Mann und ich uns immer viel mit ihr beschäftigt und sie war noch nie über Nacht woanders.Woran liegt das? Viele Grüsse und Danke F.


Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Fremdeln Hallo, das Ergebnis meiner Beobachtungen zum Fremdelverhalten und zur Anhänglichkeit ist das, daß sowohl der Fremdeleaffekt als auch die Anhänglichkeit stark von angeborenen Anlagen und Voraussetzungen im Temperament abhängig sind. Dabei sind die Kinder, die als Säugling schwach gefremdelt haben (skeptische Blicke ist Fremdelstadium 1) - eine gesunde psychosoziale Entwicklung vorausgesetzt- auch die, die weniger anhänglich sind. Davon abweichend spätere starke Anhänglichkeit, wie auch vermeidendes Verhalten (so tun, als ob einen das alles nicht berührt) ist in der Regel ein Zeichen für falschen Umgang mit dem fremdelnden Säugling oder ein Zeichen für häufiges Schreien-lassen. D.h. man kann durch falschen Umgang schwache Fremdler ängstlich und unsicher machen. Umgekehrt ist es etwas schwieriger, aber ein stark fremdelndes Kind profitert sehr von einem behütenden Umgang. So frühe Fremdbetreuung ist in diesem hoch sensiblen Geschehen immer ein Risiko. Es gelingt weitgehend atraumatisch eigentlich nur über eine geeignete Ersatzbezugsperson. Viele Grüße


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