Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr. Posth, ich wende mich mit einer Frage zur Mutter/Kind-Bindung an Sie: meine Tochter ist jetzt knapp 12 Monate alt und eigentlich schon immer sehr eng an mich gebunden. Ich kann zwar weggehen und nach kurzem Weinen, wenn sie das bemerkt, beruhigt sie sich gut und verhält sich dann wie immer bis sie mich mit Freude wieder begrüßt. Bin ich jedoch da, bevorzugt sie mich gegenüber allen anderen Personen und hängt mir sehr "am Rockzipfel": im Gegensatz zur Anwesenheit anderer Personen sucht sie viel meine Nähe wenn ich im Raum bin. Spiele ich dann nicht aktiv mit ihr, geht sie zwar meistens wieder und wendet sich anderen Dingen zu, hat sie aber einen schlechten Tag beginnt sie zu jammern bis ich sie hochnehme und mich ihr ganz widme (was ich von mir aus natürlich vielfach am Tag tue). Wie kann ich sie dazu motivieren sich mehr auf andere Betreuungspersonen wie zB auf ihren Vater zu beziehen? Und wann hört diese Phase auf? MfG Katrin_M.
Liebe Katrin, was Sie jetzt am Beginn der Loslösung am Ende des 1. Lebensjahres bei Ihrer Tochter feststellen, bezeichnet man als "Anhänglichkeit" (s. gezielter Suchlauf). Die ersten Schritte aus der Bindung heraus in die von größerer Selbstständigkeit gekennzeichnete Loslösung sind für die Kinder Angst auslösend und verunsichernd. Je zuverlässiger der Vater oder eine ihn ersetzende Person zur Vefügung stehen, desto problemloser gelingt diese Entwicklung. Ihre Tochter verhält sich so wie Sie das beschreiben völlig altersgerecht. Aber es wird noch etwas dauern, bis die Selbstständigkeit immer deutlicher wird. Und es ist genauso wie Sie sagen. Geht es den Kindern aus irgendwelchen Gründen nicht gut, flüchten sie sich sofort wieder in die Bindung. Viele Grüße
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