Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Erziehung und/oder Temperament

Frage: Erziehung und/oder Temperament

Mitglied inaktiv

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Guten Tag, Dr. Posth, unser Sohn (12 Monate) ist ein quirliges, fittes und fröhliches Kerlchen. Wir erziehen ihn jenseits der gängigen Prinzipien, indem wir seine Bedürfnisse stets prompt befriedigen, ihn oft zu uns ins Bett holen, nicht alleine einschlafen lassen, nie schreien lassen, Verzicht auch auf kurze Fremdbetreuung im ersten Jahr usw. Er hat nur sporadisch gefremdelt und befindet sich nun planmäßig in der Phase der Anhänglichkeit, die bei ihm zwar ausgeprägt, aber nicht extrem ist. Nun ist er außer Haus in Gegenwart Fremder, vor allem anderer Kinder, sehr zurückhaltend und abwartend. Er entfernt sich trotz spürbarem Interesse nur selten von unserem Schoß auf eigene Faust, strebt recht schnell wieder zurück und reagiert auf stürmische Attacken der Kinder weinerlich. Die Mehrzahl der gleichaltrigen Kinder, so stelle ich fest, preschen los und erkunden die Umgebung. Unser Sohn nicht. Zu Hause ist kein Winkel vor ihm sicher, aber das ist ja auch eine vertraute Umgebung. Mein Mann sagt nun, das sei eine Begleiterscheinung unseres intensiven und zugewandten Umgangs mit ihm. Dadurch sei er sehr fixiert auf uns. Mein Mann steht hinter diesem Konzept, sieht aber die Zurückhaltung unseres Sohnes draußen und in Gegenwart Fremder als Nebenwirkung an. Ich hingegen glaube, es ist schlichtweg sein Naturell, sein Charakter. Er ist kein Draufgänger, geht mit allem sehr vorsichtig und langsam um und überrennt nicht alle und alles, wie viele seiner Altersgenossen. Wer von uns beiden hat Recht? Kerstin


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Kerstin, nur ungern spiele ich hier den Schiedsrichter. Nachher löse ich eine Ehekrise damit aus ... Sagen wir es so. So wie Ihr Mann das sieht, ist es naheliegend und entspricht ungefähr den konventionellen Vorstellungen in der Kinderpsychologie. In Wirklichkeit sind die Entwicklungswege aber etwas anders; eben mehr so, wie wir das hier im Forum besprechen. Bleibt ein Kind trotz sicherer Bindung in der Phase der Anhänglichkeit, die ja -auch das eine Art Paradox- dem Beginn der Loslösung entspricht, eher vorsichtig und vielleicht auch etwas ängstlich scheu, dann liegt das an seinem Temperament bzw. seinen Charakteranlagen. Bei allen Einflussen aus der Umwelt und bei aller Erziehung gibt es immer noch so etwas wie einen angeborenen Charakter. Aber in diesem zarten Alter sollte man noch sehr vorsichtig mit solchen Festlegungen sein. Warten Sie einmal ab, wie Ihr Sohn sich verhält, wenn er die Anhänglichkeit etwas überwunden hat. Viele Grüße


Mitglied inaktiv

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hallo kerstin, unser sohn wird so behandelt wie eurer, ist aber schon 3 jahre alt. nur kurz: er zeigt(e) die gleichen "nebenwirkungen". oder er hat den gleichen charakter. wie auch immer. lg, shopgirl


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