Mitglied inaktiv
Hallo, im Alter von 3 Mon. verstarb die Mutter meines Neffen. Meine Schwester hat damals 400 km von mir weg gewohnt. Obwohl ich den Kleinen sofort zu mir nehmen wollte, hat das Jugendamt ihn nach einem Aufenthalt in einer Bereitschaftspflege in eine andere Pflegefamilie gegeben. Ohne eine Prüfung meines Antrages teilte man mir mit, dass kein Interesse vorliegen würde, da man bereits 2 Familien hätte.Im Alter von 8 und 11 Monaten durfte ich ihn für jeweils 1 Stunde sehen.Bei beiden Terminen hat mein Neffe nicht im Geringsten gefremdelt und auch nicht ernst oder skeptisch geschaut. Das Jugendamt ist der Meinung, daß dies der Verdienst der Pflegemutter wäre, da mein Neffe an die Pflegemutter eine sehr starke Bindung hätte. Hätte mein Neffe nicht wenigstens ein wenig fremdeln müssen, wenn die Bindung an die Pflegemutter so groß ist?Kann es sein, dass mein Neffe mir vertraut, da ich meiner Schwester sehr ähnlich bin und er dies spürt-dass er einen intuitiven ursprünglichen Bezug zu mir hat?
Hallo, beides erscheint mir möglich. Sicher gebundene Säuglinge verhalten sich in Anwesenheit ihrer Mütter nicht so ängstlich wie unsicher gebundene. Allerdings zeigen auch sie zunächst einmal eine gewisse Skepsis fremden Personen gegenüber. Auch das zählt als Fremdeln (Stufe 1). Bei sehr sympathischen erwachsenen Personen empfinden sie Säuglinge dann schnell Vertrauen und zeigen ein gewisses Neugierverhalten, wofür bei Ihrem Neffen auch das Alter des Kindes spricht. Ob ein Säugling intuitiv Verwandtschaft spüren kann, ist schwer zu sagen, in mancher Hinsicht aber denkbar. Über die Umstände der Sorgenrechtsentscheidung zu Ihren Ungunsten kann ich nichts sagen. Für Sie und den kleinen Jungen tut es mir Leid. Viele Grüße
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