Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Bindung

Frage: Bindung

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Lieber Hr. Doktor Posth, wenn meine Tochter,10,5 Mon., mich sieht während sie bei der Oma auf d. Arm ist, strahlt sie nicht, es ist eher eine Mischung aus jammern, weinen, meckern u fordern. Sie will zu mir. Als wäre ihr die Sache nicht geheuer. Wenn ich sie dann nehme, quitscht sie immer ganz froh u schmiegt sich an mich. Bin ich nicht dabei ist alles ok. Ist das ein "sicheres Bindungsverhalten"? Papa darf alles machen, aber trösten muß ich meistens. Sie lacht Fremde an, geht aber nur zu ganz wenigen "auserwählten" Menschen auf d. Arm. Ihre andere Oma sieht sie eher selten u ist auch nicht so gerne bei ihr auf d. Arm. Soll ich sie beim kleinsten Protest wieder nehmen, oder soll ich abwarten, ob sie es vll. nicht doch ganz schön auf Omas Arm findet? Jeder sagt ich übertreibe u sei zu vorsichtig, jetzt bin ich unsicher. Vielen Dank für Ihr Buch, es ist klasse! Ich wünschte, meine Eltern hätten es gelesen!;-) Ganz viele Grüße, Tanja


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Tanja, was Sie bei Ihrer Tochter beschreiben, ist in der Tat sicheres Bindungsverhalten. Den Wert der sicheren Bindung verstehen natürlich die Menschen nicht, die sich mit diesen entwicklungspsychologischen Fakten nicht auskennen. Man kann es ihnen immer nur geduldig erklären. sicher wird man das eine oder andere Mal der Großmutter zuliebe sein Kinder überlassen, wenn es nicht weint. Schließlich wollen und sollen die Großmütter je Ersatzbezugsperson werden. Dann verschwindet man als Mutter vielleicht eine gewisse Zeit mal eben aus dem Blickfeld, um das Bindungsverhalten nicht noch herauszufordern. Sobald der Säugling aber richtig unruhig wird und sogar zu weinen anfängt, muß man sein Kind, u.U. auch gegen den Willen der anderen Person, wieder zurücknehmen. Den Großmüttern kann man ja sagen, daß auch sie Mütter gewesen sind und dasselbe Glück gehabt haben oder hätten haben können. Manchmal steckt ja auch ein bißchen Neid in dem Argwohn, der der Mutter gegenüber geäußert wird. Es freut mich übrigens sehr, wenn Ihnen mein Buch gefällt! Viele Grüße


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