Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

aggressives Kind in Spielgruppe

Frage: aggressives Kind in Spielgruppe

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Lieber Dr Posth, in unserer Spielgruppe ist eine kleine Kolumbianerin (adoptiert 2,5 Jahre), die sehr aggressiv ist. Sie schlaegt beisst, kratzt. Sie hat meinen Sohn in die Stirn (!) gebissen, es hat geblutet und wurde dick...Kurz, es wird zum Teil gefaehrlich, weil sie einfach unberechenbar ist. Sie sitzt und spielt, auf einmal zack, schlaegt sie zu. Wie verhalte ich mich richtig? Ich bin mit dem weinenden Elio zu der Kleinen, habe ihr die Wunde gezeigt und gesagt, dass das nicht in Ordnung ist, dass es weh tut usw. Das gleiche sagte ihre Mutter. Die Kleine fing dann fuerchterlich an zu weinen...Da hab ich auch sie getroestet und ihr dabei immer wieder gesagt, dass beissen sehr sehr weh tut. Mehr faellt mir nicht ein. Die Mutter sprach von Strafe, die anderen Muetter von drastischen Massnahmen (Auszeit). Wie koennen wir Muetter der Kleinen innerhalb der Gruppe helfen aufpassen, klar aber sonst? Sie wird zwangslaeufig isoliert werden, denn die Muetter machen sich Sorgen. LG Chris


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Chris, zu Ihrer Frage gehört das Stichwort "Induktion". Bitte rufen Sie die Antworten hierzu auf, und am besten kopieren Sie sie gleich, um sie mit in den Kindergarten zu nehmen. Strafe und Auszeit sind zunächst einmal völlig untaugliche, ja sogar schädliche Mittel, dem Verhalten des Mädchens zu begegnen. Am Weinen des Mädchen nach Ihrer richtigen Reaktion sehen sie, wie beschämt es gewesen ist und wie Sie damit offenbar Bedauern bei ihr auslösen konnten. Das muß Ihnen nicht Leid tun, und sie dann zu trösten, ist allerdings etwas ungeschickt. Denn Sie und auch die Mutter wollen ja Gewissen in dem Mädchen mit Ihrer Intervention auslösen. Wenn Sie das beschämte Mädchen aber trösten, nachdem Sie Bedauern und erste Reue in ihr ausgelöst haben, entsteht bei diesem der Eindruck, daß jetzt Sie etwas falsch gemacht haben und diesen Fehler bei ihr wiedergutmachen wollen. Eigentlich soll aber das Mädchen etwas wiedergutmachen, z.B. in dem es Ihrem Sohn ein Pflaster auf die Stirn klebt. Später, ab etwa dreieinhalb bis vier Jahre wird aus diesen Vorgängen eine innere Regung, die sich Gewissen nennt und die mit dem schlechten Gewissen beginnt. Die sozial positiv gerichtete Aufgabe der Eltern und Erzieherinnen ist es jetzt, durch Handlungsverzicht beim Kind (als Versprechen) und durch konkrete Wiedergutmachung ein gutes Gewissen im Kind zu erzeugen. Auf diese Wiese wird das Gewissen zum wichtigsten sozialen Regulativ in der menschlichen Gemeinschaft. Viele Grüße


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