Sylvia Ubbens

Wie Tod eines Babys erklären

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Guten Tag
Meine Nichte ist leider 5 Tage nach der Geburt aufgrund von Komplikationen?! gestorben. (3 Wochen vor ET also voll lebensfähig und ohne vorangegangene Krankheiten) Es ist eine extrem schwere Situation für die ganze Familie und besonders natürlich für die Eltern.

Meine Tochter (fast 5) weiß, dass das Baby bald kommen sollte und spricht immer wieder davon. Wie kann ich ihr behutsam erklären was passiert ist und wie kann ich ihr klarmachen, dass sie die Tante und den Onkel später auch nicht darauf ansprechen oder ausfragen sollte. Sie ist ein schlaues und wissbegieriges Kind, aber eben auch recht stürmisch und direkt und versteht vl noch nicht, dass Fragen, nach dem Baby verletzend sein könnten. Bisher weiß sie nur, dass sehr alte Leute nach einem langen Leben in den Himmel kommen, aber sie war noch nie "direkt" vom Tod eines Menschen betroffen. Sie beschäftigt sich aber immer wieder mit dem Thema. Sie fragt zB nach dem Himmel oder stellt immer wieder Fragen über den Tod (zB ein toter Igel hat sie immer wieder dazu veranlasst diese Stelle und den Tod zu kommentieren. )

Ich fürchte gar nicht so ihren Umgang mit der Trauer, sondern eher wie sie mit der Trauer der Verwandten umgeht und (unbewusst) dann immer tiefe Wunden aufreißt.

von B.sommer am 29.01.2020, 22:15 Uhr

 

Antwort auf:

Wie Tod eines Babys erklären

Liebe B.sommer,

Kinder können sehr gut mit der Wahrheit umgehen. Erklären Sie Ihrer Tochter, dass das Baby geboren wurde und dann gestorben ist und dass dies leider passieren kann. Für Ihre Tochter wird es etwas ganz "normales" sein.

Ihre Tochter wird keine "falschen" Fragen an die Eltern stellen. Die Eltern des verstorbenen Babys werden gerne von ihrem Kind erzählen und froh darüber sein, dass dies im Leben der Verwandten und Freunde eine Rolle spielt. Sie werden sich wünschen, dass auch die Erwachsenen sich trauen, so offen ihre Fragen zu stellen und die eigene Traurigkeit nicht verbergen. Ihre Tochter wird die ihr wichtigen Dinge äußern und niemanden damit verletzen. Keine Worte zu finden wird die Eltern viel trauriger stimmen und dazu gehören auch nicht gesagte Kinderworte.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 29.01.2020

Antwort auf:

Wie Tod eines Babys erklären

Ich bin nicht Frau Ubbens und kann Dir leider auch überhaupt keinen Ratschlag geben, aber ich finde es ganz schrecklich und ungeheuer traurig, was eurer Familie passiert ist... mein allerherzlichstes Beileid und ganz viel Kraft für die kommende Zeit!

von Nina677 am 29.01.2020

Antwort auf:

Wie Tod eines Babys erklären

@Nina677 danke für die Anteilnahme

Und danke Frau Ubbens für die rasche Antwort.
Leider sind wir Erwachsenen oft sehr befangen und verschlossen bei schwierigen Themen.
Aber wie kann ich reagieren wenn die Fragen doch zu betroffen machen?
Meine Schwägerin spricht noch sehr wenig darüber und es war bei ihr schon immer ein ganz schmaler Grat zwischen "lasst mich in Ruhe" und "redet mit mir" .

Soll ich meiner Tochter schon vorher erklären, dass es die Tante traurig macht ? Und wie reagiere ich auf die Warum Fragen, die in diesem Alter oft endlos und schwer oder gar nicht zu beantworten sind

von B.sommer am 30.01.2020

Antwort auf:

Wie Tod eines Babys erklären

Liebe B.sommer,

die Tante macht es nicht traurig, wenn über das Baby gesprochen wird. Die Tante ist traurig, weil das Baby gestorben ist.
Sie sind ja dabei, wenn Ihre Tochter auf die Tante trifft. Wenn Sie das Gefühl haben, dass es der Tante zu viel wird, fragen Sie nach. "Soll ich mit ... (Ihrer Tochter) ein wenig raus gehen?" Betroffene wollen einbezogen werden. Sie wollen nicht, dass nur Vermutungen angestellt werden.

Auf die Warum-Fragen antworten Sie wahrheitsgemäß, wenn Sie die Antwort kennen. Kennen Sie die Antwort nicht, antworten Sie wahrheitsgemäß, dass Sie es nicht wissen. Kinder können mit der Wahrheit umgehen und auch damit, dass Mama und andere Personen nicht alles wissen.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 30.01.2020

Antwort auf:

Wie Tod eines Babys erklären

Ich klinke mich jetzt mal ein und hoffe, dass das ok für dich ist. Ich kann dir vielleicht ein wenig aus der Sicht der " Tante" erzählen. Unser Kind ist auch nur wenige Tage alt geworden und die Anfangszeit war einfach nur schrecklich. Man schwankt wirklich zwischen "lasst mich in Ruhe" und "ich will euch davon erzählen". Die Erwachsenen waren immer ganz behutsam mit uns. Richtig gut getan hat mir aber mein Neffe, er war zu dem Zeitpunkt gut 4. Er hat immer wieder gefragt, wie das Baby nochmal heißt, wo es jetzt ist, warum das passiert ist usw. Dadurch hatte ich das Gefühl, es lebt in der Erinnerung anderer ( nicht nur in meiner ) weiter. Klar tut es weh. Aber nicht die Erinnerung tut weh und auch kein " in der Wunde bohren", sondern der Verlust. Und der wird durch verkrampftes unter den Deckel halten nicht weniger. Erzähl deiner Tochter was passiert ist, sag ihr dass alle traurig sind, weil sie das Baby gerne bei sich gehabt hätten. Und lass sie dann ungezwungen mit den Eltern interagieren. Vielleicht/ wahrscheinlich weinen sie, wenn deine Tochter ganz unbefangen fragt. Aber das ist ok. Deine Tochter erkennt die Trauer und jede geweinte Träne der Eltern kommt nicht zurück.
Ein Tipp noch: sag nicht, das Baby war krank. Mein Neffe hatte dann tatsächlich Angst um seinen neugeborenen Bruder, weil für Kinder ein Schnupfen ja auch schon " krank" ist.

von Thea1511 am 05.02.2020

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