Sylvia Ubbens

Unruhig

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,

mein Sohn, 9, hat der ersten Klasse ein kleines Problem. Das er sich nicht an gesprächsregeln hält und oft aufsteht. Eigentlich dachten wir es wäre erledigt da wir nach Ende vom zweiten Schuljahr insgesamt 2 Gespräche auf eigenen Wunsch hatten mit der damaligen Lehrerin und das Zeugnis gut ausfiel.
Nun stellte sich heraus das es in der dritten weitergeht und ob uns das bekannt war, man hatte am Anfang das Gefühl er sei hyperaktiv. Er kann es immer noch nicht lassen, erst dann zu reden nachdem er aufgerufen wird. Läuft oft zum Mülleimer.
Zuhause läuft das allerdings anders, er lässt jeden ausreden. Nur wenn er irgendwo ist oder auch wie in der Schule dann kann er sich einfach nicht zurück halten.

Jeden Tag sage ich ihm das er sich benehmen soll, das übliche nun mal. Das man die Lehrer nicht ärgern soll und heute diese Rückmeldung.
Ich bin ratlos und weiss einfach nicht mehr weiter, was kann ich hier tun?


Vielen lieben dank im voraus.

von All am 26.11.2019, 11:45 Uhr

 

Antwort auf:

Unruhig

Liebe All,

sprechen Sie noch einmal mit der Lehrerin. Fragen Sie nach, wie in der Schule mit dem Verhalten Ihres Sohnes umgegangen wird. Ihr Sohn buhlt um Aufmerksamkeit. Er kann es schwer ertragen, nicht gesehen oder gehört zu werden. Dennoch darf er dies lernen.

Wie meine Vorrednerin schon geschrieben hat, erklären Sie Ihrem Sohn mit einem Satz, dass Sie gerade telefonieren oder Sie das Gespräch noch zu Ende führen und dann für ihn da sind. Ggf. wechseln Sie bei einem Telefonat das Zimmer. Stört Ihr Sohn bei persönlichen Gesprächen, wäre der erste Schritt, ihn zu ignorieren. Hilft dies nach mehreren Versuchen nicht, erklären Sie ihm, dass Sie möchten, dass er auf Abstand geht wenn sie unterwegs sind oder für einen Moment in ein anderes Zimmer geht wenn sie zu Hause sind.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 27.11.2019

Antwort auf:

Unruhig

Also geht es tatsächlich nur darum, das er redet, ohne aufgerufen worden zu sein?
Ich würde sagen, dass der häufige Gang zum Mülleimer dann wohl eher eine Übersprungshandlung ist bewusste Störung/sich nicht an die Regel halten. Also er bemüht sich, nicht einfach zu reden - da er aber irgendetwas statt dessen tun muss, geht er zum Mülleimer.
Das ändert ja nun aber dennoch nichts am Grundproblem für ihn - dass er eben nicht jedesmal seine Antwort/Meinung zur Frage/Thema äußern kann.
Das es zu Hause klappt, kann ich mir gut vorstellen: da weiß er nämlich, dass er auf jeden Fall zu Wort kommt. Vielleicht nicht sofort, aber er darf seine Dinge sagen.
In der Schule (oder auch woanders) ist das nicht so. Es können nicht alle Kinder bei jeder Frage/Aufgabe dran kommen. Er weiß also, dass er evt. eben auch nichts sagen kann/darf.
Für ihn scheint das ja ziemlich unerträglich zu sein.
ich frage mich, ob es in der 2. Klasse wirklich ganz weg war oder ob es nur so viel besser geworden ist, dass die KL das als "wird schon" gewertet hat.
Ich würde da nochmal nachhaken, ob es in der 2. Klasse wirklich kein Thema mehr war oder ob er da zB auch statt dessen etwas anderes getan hat wie zum Mülleimer gehen oder sonstiges.
Und dann würde ich ihn mal fragen, warum es so wichtig für ihn ist, etwas sagen zu dürfen.
Wenn es wirklich nur das ist, nichts anderes gibt, was man als "ist generell unruhig" werten könnte und auch ihr zu Hause keine allgemeine Unruhe bei ihm zu erkennen ist, muss es ja einen Grund geben, warum ausgerechnet das Reden so wichtig für ihn ist.

von cube am 26.11.2019

Antwort:

Unruhig - Nachtrag

Aber grundsätzlich muss das Problem dann natürlich in der Schule gelöst werden.
Zu Hause könnt ihr mit ihm darüber reden - aber irgendwelche Maßnahmen, um ihm klar zu machen, das es stört und nicht ok ist, müssten eigentlich dann in den jeweiligen Unterrichten erfolgen.
Was macht ihr denn, wenn er woanders mit euch ist und er da einfach dazwischen redet?
Gibt es bei euch auch Regeln/Konsequenzen oder duldet ihr das?

von cube am 26.11.2019

Antwort auf:

Unruhig

Vielen lieben dank für die schnelle Antwort.
Egal wo wir sind, macht er das. Auch wenn ich mich mit einer anderen Mutter unterhalte.
Ich habe es immer reden versucht ohne irgendwelche Konsequenzen.
Gerade eben habe ich ihn natürlich auch darauf angesprochen. Natürlich ist es aus seiner Sicht nicht so und wirklich interessiert war er an dem Gespräch auch nicht, was mich zur Verzweiflung treibt.
Er ist sehr ehrgeizig, vielleicht dadurch.

diese Gleichgültigkeit und das man nicht mit Gesprächen an ihn ran kommt ist natürlich sehr frustrierend. Aus seiner Sicht sind die Lehrer gemein, sobald es Kritik gibt.

Liebe Grüsse

von All am 26.11.2019

Antwort auf:

Unruhig

Ok, das zeichnet nun schon ein etwas genaueres/anderes Bild.
Euer Sohn ist ehrgeizig und möchte dafür auch entsprechend honoriert werden bzw. sein Wissen zeigen können. Normal.
Dabei hat er aber bisher wohl noch nicht gelernt, die Grenzen anderer zu respektieren und sich auch mal zurück zu nehmen. Empfindet Kritik diesbezüglich als unfair/gegen ihn als Person? gerichtet.
Wenn ihr bisher immer nur darüber geredet habt, würde ich jetzt mal Konsequenzen folgen lassen. Also in dem Sinne, dass du/ihr sein Dazwischenreden einfach ignoriert und euch weiter unterhaltet. Oder auch mal klipp und klar sagt, dass er jetzt nicht dran ist und wenn er weiter EUER Gespräch stört, würdet ihr raus gehen. Oder er muss dann mal das Zimmer verlassen.
Ich glaube dann auch eher nicht, das die häufigen Mülleimer-Gänge nur reine Übersprungshandlung sind, sondern auch dazu dienen, Aufmerksamkeit zu bekommen. Ein bisschen nach dem Motto "wenn ich nicht dran komme und alle zuhören, dann geh ich halt zum Mülleimer, damit alle gucken".
Das muss gar nicht mal wirklich bewusst absichtlich sein.
Aber ich würde ihm tatsächlich noch mal klipp und klar sagen, dass es so nicht weiter geht und auch du keine Lust mehr darauf hast, dich ständig in Gesprächen unterbrechen zu lassen. Denn was er gerne für sich in Anspruch nimmt (reden dürfen ohne unterbrochen zu werden), ist genau so euer gutes Recht und das würdet ihr in Zukunft eben auch vermehrt einfordern.
Er ist ja nun bereits 9. Da muss man nicht mehr alles butterweich formulieren ;-)
Im übrigen haben wir das ab ca. 5 Jahren bei unserem Kind so gemacht, das wir nur noch gesagt haben "jetzt unterhalte ich mich gerade, warte bitte" und dann mit dem Gegenüber stur weiter gesprochen. Danach dann aber wirklich zugewandt unserem Kind zugehört und seine Fragen etc beantwortet. Auch bei Telefonaten hab ich nur kurz gesagt "ich telefoniere gerade" und habe im Zweifel dann auch den Raum verlasen. Danach aber auch deutlich kund getan "so, fertig - was möchtest du mit erzählen". Also ganz klar gemacht - ich bin nicht desinteressiert an seinen Fragen/Geschichten, aber eben alles zu seiner Zeit :-) Genau so sage ich dann aber anderen auch schon mal "Moment, jetzt redet x (unser Kind) gerade, danach höre ich dir gerne zu".

von cube am 26.11.2019

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