Sylvia Ubbens

Kann sich ein Kindergartenbeginn ohne Eingewöhnung negativ auswirken?

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,
Mein Sohn ist 2,5 Jahre alt und soll eigentlich im Herbst in den Kindergarten kommen. Allerdings wohnen wir im Ausland und hier läuft vieles anders, als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Die Kinder gehen hier nur max. 2 Jahre in den Kindergarten, ab 5 fängt die Schulpflicht an. Wann das Kind in den Kindergarten kommt richtet sich nach dem Geburtsjahr. In unserem Fall würde mein Sohn mit 2 Jahren und 9 Monaten in den Kindergarten kommen (und dann mit 4 Jahren und 9 Monaten in die Grundschule).
Nun zum eigentlichen Problem: es existiert hier keine Eingewöhnungsphase, nicht mal 1 Tag! Es ist landesweit den schulischen Einrichtungen (außer bei der Betreuung, die dem Kindergarten vorausgeht) verboten, Eltern Zugang zu den Schulgebäuden, geschweige denn den Klassenräumen zu gewähren. D.h. selbst am allerersten Kindergartentag muss das Kind am Tor dem Personal übergeben werden und die Eltern müssen sofort gehen. Der "Unterricht" dauert über 5 Stunden. Ausnahmen werden nicht gemacht, ich hatte mich schon an die Schulleitung gewandt. Mir wurde lediglich mitgeteilt, dass es für die Eltern schwieriger sei als für die Kinder, und sich alle Kinder früher oder später gut einleben würden. Falls ein Kind überhaupt nicht mit der Abnabelung klar kommt, würden nach ca. 2 Wochen die Eltern informiert und können entscheiden, ob sie das Kind vorläufig aus dem Kindergarten nehmen oder es weiterhin probieren.
Aufgrund dieser Bedingungen habe ich ein extrem schlechtes Gefühl, meinen Sohn jetzt in den Kindergarten zu schicken (er wurde noch nie fremd betreut und ist ein recht sensibles Kind). Ich weiss, dass sich das Problem nur um 1 Jahr verlagern würde, allerdings macht das Alter ja oft viel aus. Ich habe große Bedenken, mein Kind einfach so ohne irgendeine Art von Kennenlernphase abzugeben und es damit vielleicht sogar zu traumatisieren. Es gar nicht in den Kindergarten zu schicken vor Schulbeginn, davon raten mir viele Freunde ab.
Für Ihre Einschätzung wäre ich Ihnen sehr dankbar!
Viele Grüße
Norina

von flybluehigh am 06.07.2020, 11:19 Uhr

 

Antwort auf:

Kann sich ein Kindergartenbeginn ohne Eingewöhnung negativ auswirken?

Liebe Norina,

natürlich wäre eine Eingewöhnung wünschenswert. Dennoch kommen die Kinder meist mit neuen Situationen besser zurecht als die Eltern. Sie können es ja ausprobieren. Wenn Sie nach ein paar Tagen das Gefühl haben, dass es Ihrem Sohn mit der Situation nicht gut geht, können Sie ja noch einmal pausieren. Wichtig ist, Ihrem Sohn Ihre Verunsicherung nicht spüren zu lassen. Reden Sie Ihrem Sohn gut zu und vertrauen darauf, dass die Erzieher entsprechend geschult sind, um die Kinder zu beruhigen und diese abzulenken wissen. Zudem erleben Sie sicherlich auch Kinder im Umfeld, die Kindergärten und Schulen besuchen, denen es gut geht und keinen "Schaden" genommen haben.

Der Kindergartenbesuch ist grundsätzlich eine gute und wichtige Vorbereitung für die Schule. Von daher würde auch ich davon abraten, Kinder bis zum Schuleintritt nur zu Hause zu betreuen.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 06.07.2020

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