cherry_1997
Hallo meine Lieben, ich wollte euch gern mal nach eurer Meinung fragen. Ich bin 27 und habe 1 Kind. Aber ehrlich gesagt, manchmal fühle ich mich, als hätte ich 2 Kinder. Und mit dem Zweiten meine ich meinen Mann. Bevor das falsch rüberkommt: Er ist kein schlechter Papa. Aber genau dieses „wenn ich ihn darum bitte“ macht mich langsam fertig. Ich muss gefühlt an alles denken. Und wenn ich ihm dann etwas sage, muss ich ihn später nochmal erinnern. Oder es kommen tausend Fragen zurück. Manchmal denke ich mir dann wirklich: Lass, ich mach es einfach selbst. Aber genau das will ich eigentlich auch nicht. Ich möchte nicht seine Mama sein und ihm sagen, was er machen soll. Ich möchte einfach, dass er manche Dinge selbst sieht und erledigt. Und dann fühle ich mich wieder unfair, weil er ja nicht nichts macht. Keine Ahnung, vielleicht versteht ihr, was ich meine? Kennt ihr das? Geht es noch jemandem so?
Huhu, ich würde deinem Mann immer ganz konkret sagen, was er tun soll. Damit können Männer viel mehr anfangen, als mit Wischiwaschi-Aussagen wir: "Du könntest auch mal mehr mithelfen." Männer brauchen es sachlich und genau. So scheint es auch bei deinem zu sein. Trotzdem würde ich ihn nicht über-betüddeln. Du kannst ihm auch mal sagen: "Mach das ruhig auf deine Weise, das klappt schon. Du musst es nicht genauso machen wie ich. Ich vertraue dir." Damit er etwas selbstständiger wird. Lass dich nicht dazu verleiten, ihm Dinge abzunehmen, die sein Job als Papa sind. Er sollte, auch wenn er berufstätig ist, feste Aufgaben bei der Kinderpflege übernehmen. Es ist wichtig, dass er als Papa stattfindet, das Kind badet, ins Bett bringt, ihm vorsingt, es wickelt (falls es noch klein ist), füttert oder auch mal nachts aufsteht fürs Kind. Er sollte am Wochenende regelmäßig auch mal Papa-Kind-Aktionen ohne dich machen, um dich zu entlasten und seine Bindung ans Kind zu stärken. Wie viel er sonst noch machen sollte, hängt davon ab, ob er Vollzeit arbeitet oder nicht, und ob du selbst berufstätig bist. Wenn du nicht berufstätig bist momentan und er in Vollzeit arbeitet, finde ich es selbstverständlich, dass du den Haushalt, den Einkauf, das Kochen etc. weitgehend übernimmst. Wenn ihr beide Teilzeit arbeitet, muss die Aufteilung natürlich anders aussehen. Für mich war die 8-Stunden-Regel wichtig: Wenn mein Mann ca. 8 Stunden im Job ist, sollte auch ich 8 Stunden arbeiten (bei mir: morgens 4 Stunden Home Office, nachmittags Haushalt und Kinder). Damit es ungefähr ausgeglichen ist zwischen beiden Elternteilen. LG
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