Sophia1408
Ihr Lieben, ich schreibe diesen Beitrag mit zitternden Händen und ehrlich gesagt auch mit großer Scham. Wahrscheinlich werden manche mich verurteilen. Vielleicht hätte ich das früher selbst getan. Trotzdem brauche ich gerade Menschen, die von außen auf meine Situation schauen können, weil ich selbst nicht mehr klar sehe. Ich bin 40 Jahre alt, verheiratet, Mutter von zwei Kindern und seit 19 Jahren mit meinem Mann zusammen. Meine Kindheit war schwierig. Ich hatte behinderte Geschwister, eine depressive Mutter und einen Vater, der weggezogen ist. Sehr früh hatte ich das Gefühl, dass ich stark sein, funktionieren und für andere da sein muss. Tief in mir blieb aber immer ein Gefühl zurück: dass ich eigentlich allein bin und nirgendwo wirklich zu Hause. Vor fünf Jahren lernte ich einen anderen Mann kennen. Aus beruflichem Kontakt wurde eine Beziehung. Er war verheiratet, ich war verheiratet. Es war nie geplant. Und trotzdem passierte etwas, das ich bis heute kaum erklären kann. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, angekommen zu sein. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, jemand sieht mich wirklich. Jemand interessiert sich für meine Gedanken, meine Gefühle, meine Ängste. Jemand ruft mich an, sucht meine Nähe und gibt mir das Gefühl, wichtig zu sein. All das hatte ich auch nie in meiner Ehe. Nie. In meiner Ehe ist es wie im Kühlschrank. Ob ich lebe oder tot bin war schon immer allen egal. Heute verstehe ich, dass ich mich nicht nur in einen Mann verliebt habe. Ich habe mich in das Gefühl verliebt, endlich ein Zuhause gefunden zu haben. Er sagte von Anfang an, dass er seine Familie niemals verlassen würde. Trotzdem habe ich gehofft. Fünf Jahre lang. Ich hab absolut alles mit mir machen lassen für ihn in der Hoffnung dass er sich für mich entscheidet - er hat mir auch immer erzählt wie unglücklich er zuhause ist. Seine Frau überwacht ihn per spyware auf dem handy, per Kamera in seinem Haus und per GPS. Die Frau lebt im Ausland sie sehen sich nur alle 3-4 Wochen er muss aber täglich 2-4 Stunden telefonieren und darf nichts daheim entscheiden. Bei mir hat er seine gesamten Wünsche ausgelebt absolut alles. Weil ich dachte dann bleibt er bei mir. Vielleicht, weil ich glaubte, dass Liebe irgendwann stärker sein würde als Vernunft. Vielleicht, weil ich unbedingt glauben wollte, dass ich für jemanden einmal die erste Wahl sein könnte. Ich bin sogar sehr hübsch ich modele sogar. Nun ist alles ganz furchtbar. Er hat mir gesagt, dass er seine Familie niemals verlassen wird. Dass er 4 Wochen keinen Kontakt möchte. Dass er seine Ehe retten will. Und ich sitze hier und merke, dass ich nicht nur um einen Mann trauere. Ich trauere um einen Traum. Um die Vorstellung, endlich angekommen zu sein. Ich bin inzwischen in therapeutischer Begleitung und erkenne langsam, dass ich mein ganzes Leben auf der Suche nach diesem Zuhause war. Dass ich vielleicht etwas von ihm erwartet habe, was kein Mensch der Welt mir geben kann. Und trotzdem beschäftigt mich eine Frage Tag und Nacht: Seine Frau weiß meines Wissens nicht die Wahrheit über die letzten fünf Jahre. Ein Teil von mir denkt, sie hat ein Recht darauf. Ein anderer Teil von mir fragt sich, ob ich das nur möchte, weil ich verletzt bin, weil ich wütend bin und weil ich nicht verstehe, warum ich mit diesem Schmerz zurückbleibe. Deshalb frage ich euch: Würdet ihr es der Ehefrau sagen? Oder würdet ihr für immer schweigen? Bitte seid ehrlich. Ich halte Kritik aus. Aber ich wünsche mir Antworten von Menschen, die versuchen, auch den Menschen hinter meinen Fehlern zu sehen. Danke.
Zu deiner Frage: Nein, ich würde der Ehefrau nichts sagen. Es ist nicht deine Verantwortung, nicht du hast sie betrogen, sondern ihr Mann. Er war sozusagen "das Schwein", aber die Beziehung zu seiner Frau (und seiner Familie) geht dich nichts an. Der Wunsch, es ihm heimzuzahlen, ist trotzdem verständlich, den Gedanken darfst du ruhig haben und auch genüsslich durchspielen oder in allen Details aufschreiben oder -malen, wie du dir das vorstellst - und dann verbrennen. Die Befriedigung, die du hättest, wenn du es machst, würde nur kurz dauern, und du verursachst viel Leid. Ich hätte an deiner Stelle Probleme mit diesem Gedanken. Wenn du dich unbedingt rächen möchtest, dann mach doch irgendwas kleines Fieses, was nur für den Lover unangenehm ist. Mir hat mal ein Therapeut (!) dazu geraten, einen Hundekotbeutel mit Inhalt heimlich in der Tasche meines Ex zu platzieren. Natürlich ist das kindisch, aber es sind ja auch kindliche Gefühle, die die Wut verursachen. Mir hat damals allein schon der Gedanke gefallen, dass ich das machen könnte, ich habe es nie in die Tat umgesetzt.
???? Dein Mann bzw deine Familie weiss also Bescheid? Wie würdest du denn reagieren, wenn dein Ex Lover deinem Mann genüsslich von den letzten 5 Jahren erzählt?
Schließe mich einer Vorrednerin an: Es wäre also okay für dich, wenn deine Affäre anschließend dasselbe machen und deinem Mann oder den Kids von eurer Beziehung berichten würde...? Ich wäre da sehr vorsichtig. Denn wenn du aus Enttäuschung und Rache so einen Stein ins Rollen bringst, dann kann es gut sein, dass er auch dich selbst überrollt. Rache und Bitterkeit sind gefährliche Ratgeber. Deine Affäre wollte fürs richtige Leben seine Ehefrau, und fürs Bett wollte er dich. Er hatte beides – für ihn eine perfekte Situation, wieso hätte er daran etwas ändern sollen? Erstaunlich finde ich eigentlich nur, wie viele Frauen nach wie vor so naiv sind, auf solche Männer reinzufallen. Und vor allem auf deren Märchen von der pösen-pösen Ehefrau. Ach, Mädel! Aber sei's drum. Auch du wolltest im richtigen Leben offenbar deinen Ehemann und deine Kinder, und für die Tagträume den Lover. Denn sonst hättest du deinen Mann längst verlassen, oder? Und zwar egal ob da ein anderer Mann wäre oder nicht. Auch du fandest aber offenbar euer Arrangement gar nicht so übel. Den eigenen Mann für die Sicherheit und die Stabilität, die Affäre für den Tagtraum. Ich verstehe ehrlich gesagt das Problem jetzt nicht. Jede Affäre geht auch mal zu Ende, deshalb ist es ja eine Affäre. So what? Ich meine das gar nicht böse, es liegt einfach in der Natur der Dinge. Ich glaube dir auch nicht wirklich, dass du deiner Familie egal bist. Du hättest deine Kinder wirklich schlecht und lieblos erzogen, wenn du ihnen egal wärest, denn dann wäre da gehörig etwas schief gelaufen. Du klingst da ein wenig selbstmitleidig. Dass Teenies sich erst mal nicht allzu sehr für die Mama interessieren, ist normal. Es heißt aber nicht, dass die Mutter ihnen egal wäre oder sie sie nicht lieben würden. Sondern es ist ein normaler Ablöseprozess, den du vielleicht einfach aushalten musst. Ich find's gut, dass du eine Therapie machst. Einfach, damit du erkennst, was du willst. Wenn du nicht mehr bei deinem Mann bleiben willst, dann jammere nicht, sondern verlass ihn. Und wenn du bei ihm bleibst, dann erkenne auch ehrlich, warum du das tust. Zum Beispiel, weil er vielleicht gar nicht so übel ist oder die Familie dir Halt gibt, was auch wertvoll ist. LG
Du solltest dich vielleicht erstmal um deine Familie / Ehe kümmern, und in Betracht ziehen, ob deine Kinder / Ehemann ein Recht auf dir Wahrheit haben.
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