frauelaust
Hallo Ihr Lieben, Ich muss mir mal meine Gedanken von der Seele schreiben und hoffe, hier Auf einen Rat oder Tipps. Mein Mann und ich sind seit 13 Jahren ein Paar. Wir haben zwei gemeinsame Kinder, der Große ist vier Jahre, die kleine ein Jahr alt. Ich arbeite seit knapp zwei Monaten wieder in einem recht anspruchsvollen Beruf. Wir sind grundsätzlich wirklich ein sehr gutes Team. Der Alltag, alles rund um die Kinder so wie unseren Hund klappt als Team wirklich gut. Natürlich gibt es hier und dort mal Reibereien und Grundsatzdiskussion, ich denke aber, das ist normal. nun zu meinem Problem. Ich bin keinesfalls prüde oder igele mich ein, wenn es um das Thema Sex geht. Wir haben aber ein kleines Bedürfnisdefizit, also mein Mann und ich. ich weiß, dass mein Mann sich deutlich mehr Sex wünschen würde, wir haben so grob 2-5 mal im Monat. Gestern hat er das auch so thematisiert. Es sei ihm zu wenig und er könne sich nicht vorstellen, dass das den Rest unseres Lebens so bleiben würde. Ich selber würde mir auch wünschen, dass es wieder anders wird. Aber häufig ist tatsächlich die Zeit ein Problem. Mein Mann arbeitet in Schichten und hat eben auch Spätschicht und Nachtschicht. Unser großes Kind geht meist nicht vor 20:00 Uhr ins Bett, schlafen ist meist erst so 21:00 Uhr dran. mein Mann muss aber schon 20:15 Uhr zur Schicht fahren. In der Spätschicht ist er logischerweise auch erst gegen 21:30 Uhr zu Hause. Dann kommt ja auch noch sowas dazu wie Zyklus, Stress und eben einfach die Lust, die manchmal ausbleibt. Leider hat er teilweise recht wenig Verständnis dafür und setzt mich (ungewollt) teilweise auch unter Druck. Beispielsweise wenn ich zum Sport möchte kommen dann so Kommentare wie: du könntest dir die Cardio Einheit auch für danach aufheben. Oder: ich freu mich schon, wenn die Kinder nachher schlafen… ich weiß, dass das im Grunde nichts schlimmes ist und er mir so einfach nur zeigt, dass er Bedürfnisse hat. Mich setzt dies aber unter Druck und stößt mich eher ab. Es ist mittlerweile so schlimm, dass ich teilweise richtig darauf warte, dass er sowas sagt und dann streiten wir. Ich habe auch schon überlegt, irgendwas zu nehmen, dass meine Libido wieder etwas aktiver wird. Ich weiß wirklich nicht weiter. Ich liebe ihn und möchte natürlich auch weiterhin mit ihm zusammen sein, gleichermaßen möchte ich mich aber auch nicht unter Druck setzen lassen und es ist eben auch etwas, was ich so schnell jetzt nicht ändern kann ...
Hallo, das ist ein ganz häufiges Problem bei vielen Eltern. Solange die Kinder klein sind, ist man als Frau mit Kindern und Job einfach so ausgelastet (auch emotional und psychisch), dass die Lust auf Sex auf der Strecke bleibt. Und das hat sicher auch biologische Ursachen: Die Unlust zeigt, dass dir zwei Kinder momentan kräftemäßig völlig reichen und du nicht noch weitere fünf Kinder möchtest.😉 Dein Körper fährt die Lust auf Sex daher runter (die Natur weiß ja nix von Verhütungsmitteln ...). Das Ding ist halt, dass Männer durch das Testosteron oft tendenziell (!) eine etwas stärkere Libido haben als Frauen. Sie reagieren auf Stress und Alltagsbelastungen auch nicht so leicht mit Unlust wie Frauen. Frauen wiederum wünschen sich bei Belastung oft eher mehr Zärtlichkeit als mehr Sex. Männer und Frauen sind eben nicht identisch, und das gilt auch für solche Dinge. Die Sache mit den unterschiedlichen Bedürfnissen ist einer der häufigsten Konfliktstoffe zwischen Paaren mit Kindern. Was deine Überlegung mit den Hormonen angeht: Es hat überhaupt keinen Zweck, einen gesunden Körper mit Hormonen zu belasten, und kein guter Frauenarzt wird das tun. Denn kein künstliches Hormon ist harmlos. Alle Hormone wirken stark auf den Körper und auch aufs Gehirn. Denn alle Hormone sind zugleich auch Neurotransmitter, das heißt, sie beeinflussen das vegetative Nervensystem und damit alles, was es steuert (sämtliche Organfunktionen). Hier murkst man nicht unnötig hinein. Eine tolle Lösung oder einen schnellen Tipp gibt es da nicht. Du kannst versuchen, deinem Mann etwas über die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen (mit kleinen Kindern) und Männern zu erklären, damit er das Ganze nicht persönlich nimmt, denn es ist nicht persönlich. Der zweite Rat ist etwas schwierig, ich weiß. Aber: Es kann auch richtig sein, sich ab und zu einen Schubs zu geben und Sex zu haben, obwohl man gerade nicht so irre doll Lust hat. Denn oft kommt der Appetit ja auch beim Essen. Wenn man also erstmal loslegt, wird es meist doch ganz schön. Das klingt banal: Aber manchmal muss man sich mitten im Familientrott auch mal aufraffen, um festzustellen, dass es ja doch auch eine ganz nette Sache ist. LG
Hast du mal mit deinem Mann darüber gesprochen, dass es dich abtörnt, wenn er dir Druck macht? Willst du, wenn du in dich hineinhörst, wirklich selbst wieder häufiger Sex oder nervt es dich auch, dass dein Mann ein weiterer Faktor in deinem Leben ist, der Forderungen an dich stellt, denen du nicht gerecht wirst? Ich will dir nichts in den Mund legen, aber dir einen Denkanstoß geben, ehrlich mit dir zu sein. Es gibt keinen Anspruch auf penetrierenden Sex in einer Partnerschaft, dein Mann hat ja zwei gesunde Hände. Vielleicht fühlst du dich auch weniger unter Druck gesetzt, wenn er sich mal richtig Zeit für dich nimmt und ihr andere Sachen ausprobiert? Testosteron hin oder her, viele Männer sind auch einfach nicht gut im Bett, sondern glauben, sie müssten nur ein paar Knöpfe drücken, dann funktioniert das schon und die Frau ist willig. Die meisten Frauen sind aber nicht so schlicht gestrickt und haben eine weniger stereotype Erwartung an Sex, erst recht, wenn sich ihr Körper durch Schwangerschaften und Hormonumstellungen verändert. Auf keinen Fall solltest du deinem Mann zuliebe Hormone einnehmen, um wie gewünscht zu funktionieren. Dein Mann darf gerne dazulernen, dass seine Partnerin ein Mensch mit Grenzen und eigenen Bedürfnissen ist.
Was mir dazu einfällt: Statt wenig subtil mitzuteilen, dass sich dein Mann quasi in Dauerwarteposition befindet, könnte er ja auch überlegen, womit er dich ernsthaft entlasten kann, damit du nicht dauermüde bist. Und nachdem die Libido ja nicht von heute auf morgen wieder da ist.....google mal das "Hamburger Modell in der Sexualtherapie". Keinesfalls würde ich Hormone schlucken und noch keinesfallser würde ich einfach mitmachen, wenn ich eigentlich gar keine Lust dazu habe. Es ist ja nicht nur dein, sondern EUER Problem. Also solltet ihr es auch gemeinsam lösen. Auch wenn das heisst, dass ihr auf unbestimmte Zeit vielleicht auch überhaupt nicht herzelt. Mag er nicht witzig finden, aber umgekehrt ist es auch nicht witzig für dich.
habt ihr denn genau so darüber geredet? oder hat er einfach nur gesagt dass er sich mit der aktuellen situation nicht wohlfühlt, du hast dich davon angegriffen gefühlt und dann war das thema vorbei bzw. mündete in einen streit? was sagt er denn zu den zeitlichen problemen die ja scheinbar zu großen teilen durch seinen beruf bedingt sind? und hast du ihm gesagt wie er besser sein bedürfnis zum ausdruck bringen kann ohne dass es sich für dich wie druck anfühlt? könnt ihr darüber reden ohne schuldzuweisung und auch, wichtig!, ohne schuldig fühlen? du merkst scheinbar selber dass dein mann dir nicht die schuld geben will, du dich aber trotzdem beschuldigt fühlst. aber dafür kann dein mann ja nichts, das musst du für dich ändern oder zumindest für dich herausfinden woran das liegt und ob dein mann das irgendwie so formulieren kann dass du dich nicht beschuldigt fühlst. vielleicht nicht als plumpe erwartung: "heute kardio nach dem sport zwinkerzwonker" sondern als liebevoller vorschlag zum schaffen einer gelegenheit die genutzt werden kann aber nicht muss: "ich könnte was zu essen bestellen für ein gemütliches date wenn du wieder da bist". die üblichen ratschläge: feste wiederkehrende termine ausmachen (und zwar keine sex-termine sondern zweisamkeits-termine die dann zu sex führen können aber nicht müssen), gemeinsamkeiten finden bzw. wiederbeleben, babysitter organisieren, eine für beide angenehme atmosphäre schaffen, emotional belastende care-arbeit besser verteilen, den jeweils anderen anerkennen in dem was er/sie leistet, ehrliche komplimente machen. was bei euch scheinbar fehlt: geduld haben und nicht denken dass das jetzt für immer "den rest unseres lebens" so bleibt (dein mann). und nicht die klagen des einen als vorwurf an den anderen verstehen (du). wenn mein mann jammert dass ihm die paarzeit (nicht sex, auch wenn das für männer oft synonym ist) zu wenig ist jammere ich mit denn mir fehlt sie auch. das ändert zwar nichts aber es erkennt die existenz eines problems an und schiebt die verantwortung dafür auf die umstände, da gehört sie nämlich hin. und dann versichern wir uns gegenseitig dass die umstände sich auch wieder ändern werden (s.o. zum thema "rest unseres lebens"). mein mann sagte mir mal dass er es toll findet dass ich das problem nicht zu ihm schiebe im sinne von "stell dich nicht so an, geh goonen bis ich wieder lust habe". das fühlt sich für ihn wohl ähnlich an wie für mich "stell dich nicht so an, mach einfach die beine breit um meine lust zu befriedigen". und die sprüche sind ja auch irgendwie vergleichbar. beides macht aus intimität 1. eine rein mechanische zielgerichtete angelegenheit die 2. dem mann von der frau gnädig gewährt wird. dabei soll es doch etwas gemeinsames sein was ein paar einander näher bringt.
Das ist so nen Punkt, da kannst dues als Mann nur falsch machen. Warscheinlich will er dir einfach nur zeigen, dass er dich noch begehrenswert findet. Denn zeigt er kein interesse mehr an sex mit dir, wäre bestimmt erstrecht falsch... Und er spürt evtl, dass ihr euch zu wenig Zeit für euch zu Zweit nehmt, und die nähe zwischen euch in gefahr ist auseinander zu driften. Wir Männer setzen da oft nähe und sex gleich. Wir merken, dass mit der Nähe was nicht stimmt, wenn beim sex was nicht mehr stimmt... und statt wir müssen wieder mehr zeit für uns zu zweit finde, sagen wir dann, wir brauchen öfter sex... Hatte ein ähnliches Problem mit meiner Frau, meine Vorstellung war, ab und zu mal nen Babysitter zu Organisieren und was schönes zu zweit zu unternehmen, um wieder mehr nähe zueinander zu haben, und somit auch wieder mehr chance darauf, dass sich eben Lust aufbaut... Sie hat sich aber gleich unter druck gesetzt gefühlt und ist erstmal explodiert, bevor sie merkte, dass ich ihr nichts böses will. Meisten liegt es halt einfach daran, dass man als eltern einfach zu viel stress hat, und sich keine Zeit mehr für den Partner oder die Partnerin nimmt um mal was einfach nur zu zweit zu machen. Und wer unter stress ist, ist gereitzt, explodiert leicht, und fühlt sich leicht unter druck gesetzt und schiebt den Partner oder die Partnerin von sich weg. Und ganz ehrlich, sobald man kinder hat, geht es fast nur noch um die Kinder, selten noch um den Partner oder die Partnerin. Denn alles dreht sich nur noch um die Kinder. Da verliert man sich als Paar schnell wenn man sich nicht regelmäßig zeit zu zweit nimmt. und ein Schritt kann da eben gut sein, regelmäßig mal ein wochenende zu zweit zu planen. Und Kinderbetreung zu organisieren.
Vielen Dank für eure ganzen lieben Nachrichten, Ideen, Anregungen und Perspektivwechselmöglichkeiten ☺️ Ich habe nochmal in mich rein gehorcht und werde verschiedene Dinge ausprobieren!
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