Wandfarbe - Einzelheiten für den Anstrich

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Ein frischer Look für die heimischen vier Wände: Mit einem neuen Anstrich strahlen die Zimmer wieder. Egal ob Sie eher schneeweiße Wände bevorzugen, eine Wand in Pastell oder farbige Kontraste bevorzugen, mit Pinsel oder Farbroller können Sie Ihre Räume mit etwas Zeit und ein wenig Know-how herausputzen.

Das Zimmer eines kleinen Seemanns strahlt durch eine Wand in meerblau, eine rosa Wolke über dem Himmelbett bereitet der Prinzessin herrliche Träume - Farbe ist im Kinderzimmer meist heiß begehrt. Die Kleinen mögen es gern bunt. Erfüllen Sie Ihrem Nachwuchs doch diesen Wunsch. Denn Malern ist nicht schwer, mit ein wenig Geduld, Zeit und Liebe schafft es jede/jeder die Farbe ordentlich an die Wand zu bringen. Doch was sollte man beachten, bevor die große Malerei beginnen kann?

Gutes Material und das richtige Werkzeug

Für den neuen Wandanstrich brauchen Sie:

  • Wandfarbe in ausreichender Menge
  • Farbrolle und Teleskopstange
  • einen breiten Maler-Eimer und Abtropfgitter
  • Flachpinsel für die Kanten und Ecken
  • Kreppband zum Abkleben
  • Abdeckfolie

Die Vorbereitung: Rechnen Sie vorher die Quadratmeter genau aus!

Zunächst einmal die Vorbereitung: Wie viel Farbe werden Sie benötigen? Dazu gibt es eine einfache Formel: Länge der Wand multipliziert mit der Höhe dazu addiert man Breite der Wand multipliziert mit der Höhe. Das Ergebnis ist die Quadratmeterzahl für die Größe der Wand. Also bei einem Zimmer mit vier Meter Länge und sechs Meter Breite und einer Höhe von 3 Meter rechnen Sie: 4x3=12, mal zwei, es sind ja jeweils zwei Wände, ergibt 24 und 6x3=18, mal zwei ergibt 36. In der Endsumme, 24+36, ergibt das 60 Quadratmeter. Auf den Farbeimern befindet sich immer eine Angabe: Ist ausreichend für X Quadratmeter. Dies bezieht sich auf einen einmaligen Anstrich auf glatter Fläche. Bei einer Raufaser- oder Strukturtapete reicht die Farbmenge für die gleiche Fläche nicht aus, pauschal rechnet man hier 20 Prozent Mehrverbrauch dazu.

Jedoch: Ist der Untergrund bereits farbig, benötigen Sie für einen deckenden Anstrich mehr Farbe, dann sollten Sie einkalkulieren, dass Sie eventuell zweimal streichen müssen und damit die doppelte Menge an Farbe benötigen. Schauen Sie auch bevor Sie loslegen, wie fest der Untergrund ist. Blättert alte Farbe ab, muss diese erst komplett runter, Leimfarben und kreidende Flächen sollten mit Wasser abgewaschen werden. Bei verschiedenen Putzarten sollte die Wand, bevor der Farbanstrich erfolgt, vorbehandelt werden mit lösemittelfreiem Tiefengrund.

Pinsel und Rollen - Qualität spart Zeit und Nerven

Es ist sinnvoll beim Einkauf von Pinsel und Rollen nicht unbedingt zu den Billigprodukten zu greifen und lieber mehr Geld in die Hand zu nehmen. Sonst kann es beim Malern passieren, dass Sie ständig unterbrechen müssen, um einzelne Pinselhaare von der Wand zu fischen. Oder die Rolle nimmt keine Farbe auf, manche Streichwerkzeuge tropfen stark. Ein guter Pinsel hat sehr dichte Borsten, die fest sitzen. Eine Rolle sollte ebenfalls möglichst dick und dicht verarbeitet sein. Je dünner der Belag ist, desto weniger Farbe haftet an ihr und umso schneller tropft die Farbe auf den Boden - das kostet nur unnötig Zeit und Nerven. Darüber hinaus müssen Sie wählen zwischen Langflorrollen und Kurzflorrollen. Langflor eignet sich besser für grobe Wandstrukturen, Kurzflor ist besser für glatte Wände. Experten empfehlen übrigens Rollen mit Lammfell, hier verbleiben beim Streichen keine Flusen an der Wand.

Farbauswahl: Billigprodukt oder doch besser Markenware?

Sie stehen im Baumarkt und die Hinweisschilder mit der günstigen weißen Wandfarbe locken: Auch hier raten Experten auf Qualität zu setzen. Es heißt, wer mehr investiert, hat beim Malern weniger Arbeit. Denn bei Billigfarbe kann es passieren, dass sie nicht richtig deckt, Sie müssen die Wand dann für ein akzeptables Ergebnis eventuell mehrmals streichen. Dies bedeutet Mehraufwand und bringt nicht unbedingt eine Ersparnis. Bei einer guten Farbe ist ein Anstrich ausreichend. Denn bei einem Qualitätsprodukt sind mehr Farbpigmente enthalten, die Farbe deckt besser. Im Gegenteil, wenn zu viel Farbe auf die Wand aufgebracht wird, werden schneller Schlieren sichtbar.

Schauen Sie auch auf das Haltbarkeitsdatum der Farbe. Generell ist Dispersionsfarbe zwei Jahre lang haltbar. Sollte sie länger gelagert werden, kann sich Schimmel zeigen. Entdecken Sie daheim, dass die Farbe einen üblen Geruch absondert oder statt flüssig breiartig ist, sollte Sie das Produkt besser umtauschen. Übrigens, Farbe, die gesund und umweltverträglich ist, erkennt man an dem Siegel „Der Blaue Engel“. Gute Informationen, welche Farbe wirklich etwas taugt, können Sie zudem auch bei der Stiftung Warentest erhalten, die Experten testen regelmäßig Wandfarben.

Sie wollen Farbe? Sicher können Sie Ihre Wunschfarbe selbst zusammen mischen. Wichtig: Immer erst an einer unauffälligen Stelle vorstreichen, vollständig trocknen lassen und dann bei Tageslicht begutachten. Der Vorteil von individuell abgemischter Farbe ist aber, Sie können genau diesen Farbton immer wieder im Handel nachbestellen.

Los geht`s: So gehen Sie beim Anstrich vor

Zuerst kleben Sie mit dem Kreppband alles ab, was keine Farbe abbekommen soll, beispielsweise Lichtschalter, Steckdosen, Leisten etc. Sind Flecken auf der Wand, etwa von Rost, Fett, Wasser oder bunte Kritzeleien der Kinder, werden diese mit einem Isolierspray besprüht, damit bleibt der Fleck später wirklich unsichtbar.

Nun rühren Sie die Farbe zuerst gut durch, die Farbpikmente müssen überall verteilt sein, Wasser, welches sich vielleicht oben angesammelt hat, wird untergemischt. Eine nagelneue Farbwalze sollten Sie vorher erst etwas anfeuchten, ausdrücken und danach gut in den Farbeimer tauchen.

Streichen - aber bitte mit Konzept

Beim Streichen sollte eine gleichmäßige Raumtemperatur vorherrschen. Im Winter schalten Sie aber besser die Heizung aus, damit die Farbe nicht zu schnell trocknet und sich dadurch Streifen bilden. Arbeiten Sie vom Fenster weg. So werden mit dem Lichteinfall eventuelle Ansätze nach dem Trocknen unsichtbar. Fangen Sie zudem mit dem Pinsel in den Ecken und Kanten an. Anschließend rollen Sie die großen Flächen. Achtung nicht zu viel Farbe „aufladen“, das führt zu unerwünschten Spritzern.

Damit der Anstrich schön gleichmäßig wird und die Farbe nicht kleckst, streifen Sie die Rolle nach dem Eintauchen am Abrollgitter ab. Jetzt rollen Sie von unten nach oben über die Wand und rollen die Farbe in 2-3-facher Rollenbreite auf. Danach führen Sie die Rolle kreuzweise über die gestrichene Bahn bis zur nächsten senkrechten Bahn. Jetzt wird noch einmal senkrecht gerollt. Auf diese Weise wird die Farbe gleichmäßig verteilt und es gibt keine Streifen.

Geschafft, aber wohin mit den Farbresten?

Nach getaner Arbeit müssen Pinsel und Rollen, damit sie beim nächsten Malern wieder einsatzbereit sind, gut gesäubert und aufbewahrt werden. Streifen Sie die Farbe am Gitter ordentlich aus. Wenn die Geräte am nächsten Tag wieder gebraucht werden, stellt man sie in ein Glas oder Eimer mit Wasser. Möchte man erst nach mehreren Tagen weiter streichen, legt man sie in eine luftdicht verschließbare Kunststofftüte. Ist der nächste Anstrich noch in weiter Ferne, spülen Sie Pinsel und Rolle unter fließendem, warmem Wasser sorgfältig aus und lassen Sie vollständig trocknen.

Farbreste sollten Sie jetzt nicht sofort entsorgen. Vor allem abgemischte Farbtöne bewahren Sie besser in einem Schraubglas auf, so können Sie Abnutzungsspuren schnell ausbessern. Farbeimer, die angebrochen sind, werden gut verschlossen und kühl sowie frostfrei gelagert.

Benötigen Sie alte Farbreste wirklich nicht mehr, werden diese am besten bei einer Sammelstelle für Altfarben entsorgt. Eimer mit eingetrockneten Farbresten gehören in den normalen Hausmüll.

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