In der Urlaubszeit: So schieben Sie Einbrechern den Riegel vor

Sommerzeit ist Reisezeit – und Haus oder Wohnung sind über einen längeren Zeitraum unbewohnt. Dies kann auf Einbrecher durchaus verlockend wirken. Im Zweiminutentakt wird in Deutschland eingebrochen. Damit es nach der Rückkehr keine böse Überraschung gibt, sollte man sein Zuhause gut gegen Einbruch schützen.

Achten Sie darauf, dass Ihr Heim gut mit Zusatzsicherungen ausgestattet ist, damit es potentielle Einbrecher so schwer wie möglich haben. Laut Polizeistatistik scheitern 40 Prozent aller Einbrüche an umfassenden Sicherheitsmaßnahmen. Wer nach drei bis fünf Minuten nicht ins Haus oder in die Wohnung eindringen konnte, gibt oft auf, weil die Gefahr der Entdeckung zu groß ist. Aber gute Sicherheitstechnik hat ihren Preis, lassen Sie sich am besten vom Fachhandel kostenlos beraten. Nur hochwertige, geprüfte und zertifizierte Technik, die fachmännisch installiert wurde, bietet wirkungsvollen Schutz. Wichtig bei Mietwohnungen: Möchten Sie spezielle Sicherungstechnik einbauen, müssen Sie das mit dem Vermieter absprechen.

Tipp: ein einbruchhemmendes Schloss mit Schutzbeschlag und Zylinderabdeckung

Die meisten Eindringlinge kommen durch die Wohnungstür in das Gebäude bzw. in die Wohnung. Häufigste Möglichkeit für einen Einbruch: ein ungenügendes Schließblech, also das Metallteil, welches an der Tür angebracht ist. Wenn das Material zu dünn ist, das Blech nicht ausreichend lang oder nicht genügend befestigt, kann die Tür hier aufgehebelt werden. Ist dagegen das Blech im Mauerwerk verankert und verlängert, hat der Einbrecher es schwer. Mit einem einbruchhemmenden Schloss mit Schutzbeschlag und zusätzlicher Zylinderabdeckung ist die Haustür gut geschützt. Denn auch ein stark hervorstehender Schließzylinder kann mithilfe einer Wasserpumpenzange geknackt werden. Gute Profizylinder -am besten mit Sicherheitskarte- schützen dagegen.

Auch ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel verhindert, dass die Tür mehr als einen Spalt geöffnet werden kann. Diese Zusatzschlösser sind relativ preisgünstig, für unter 100 Euro erhältlich und bieten Schutz, wenn mal ein Unbekannter vor der Tür steht.

Eine geprüfte Sicherheitstür bietet den besten Schutz

Falls die Tür insgesamt von zu geringer Stärke sein sollte, wäre es angebracht, eine geprüfte einbruchhemmende Tür einzubauen. Ganz klar, eine geprüfte Sicherheitstür, die zwar nicht ganz billig ist, aber bei der alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind, schützt am besten. Achten Sie auf die Widerstandsklasse, sie sollte mindestens bei 2 oder 3 liegen. Dies ist bei einer Mietwohnung natürlich nur schwer möglich, abgesehen davon dass Sie dazu die Erlaubnis Ihres Vermieters benötigen, genauso wie für das Einbauen eines Kastenzusatzschlosses, wenn es im Türrahmen oder im Mauerwerk befestigt wird.

Vor allem: Hausbesitzer sollten auch an weitere Nebentüren, beispielsweise im Keller oder Waschkeller denken. Im besten Fall können diese meist versteckt liegenden Eingänge durch eine höherwertige Sicherung, etwa eine Mehrfachverriegelung oder ein Querriegelschloss, sicher verschlossen werden.

Sind alle Fenster vollkommen geschlossen?

Natürlich versichert man sich vor der Abreise ganz genau: Sind die Balkontüren, Terrassentüren und die Fenster alle gänzlich verschlossen. Das sind bei Einfamilienhäusern die häufigsten Einstiegsstellen! Bitte keine Ausnahme, ein Fenster darf auch nicht in Kippstellung geöffnet bleiben. Denken Sie auch an Kellerfenster! Bei einem gekippten Fenster geht die Versicherung von grober Fahrlässigkeit aus, Sie tragen ein Mitverschulden und so wird die Erstattung durch die Hausratversicherung gekürzt.

Sind Ihre Fenster oder die Glasscheiben in Türen mit einbruchhemmender Verglasung ausgestattet, ist das ein Plus. Manchmal wollen Einbrecher das Glas zerschlagen, um dann den Griff zu erreichen – dieser Plan geht dann nicht auf. Gegen das Aufhebeln von Fenstern helfen einbruchhemmende Beschläge und Schlösser. Diese abschließbaren Zusatzsicherungen oder Beschläge mit Pilzkopfzapfen können auch nachträglich in der gewünschten Sicherheitsstufe montiert werden.

Weitere Sicherheitslücken: Kellerfenster und versteckte Schlüssel

Heruntergelassene Rollläden und ein überquellender Briefkasten – das sind die Zeichen für Einbrecher, dass die Eigentümer offensichtlich gerade nicht zu Hause sind. Um keine falschen Signale auszusenden, sollte man deshalb den Nachbarn bitten, die Post zu entnehmen und die Fensterläden geöffnet lassen. Wird der Eindruck vermittelt, es wäre jemand daheim, so schreckt das Einbrecher ab. Vielleicht können Sie Steh- und Leselampen auch an eine Zeitschaltuhr anschließen, so dass sie regelmäßig das Zimmer erleuchten? In manchen Fällen prüfen Kriminelle auch vor einem Einbruch, ob das Haus oder die Wohnung wirklich leer ist und rufen zu diesem Zweck vorher das Festnetztelefon an. Experten raten deshalb davon ab, den Anrufbeantworter mit den genauen Urlaubszeiten zu besprechen.

Haben Sie auch einen Schlüssel unter der Fußmatte deponiert? Bitte nicht! Die meisten Einbrecher kennen die vermeintlich sicheren Verstecke, sei es unter dem Blumentopf, unter einem großen Stein, über dem Türrahmen oder unter dem Windlicht. Bei einem Großteil der Einbrüche ist keine Gewalteinwirkung sichtbar.

Wertsachen außerhalb der Wohnung sichern

Wertsachen, etwa Münzsammlung, wertvoller Schmuck oder Gold deponiert man am sichersten bei seiner Bank. Sparbücher, Dokumente und Geldkarten bewahrt man zuhause an einem sicheren Ort auf. Ob Sie dazu eine abschließbare Geldkassette oder einen Tresor nutzen, müssen Sie selbst entscheiden. Manche Experten raten von einer Geldkassette eher ab bzw. empfehlen, hier wertlose Dinge zu lagern, damit der Einbrecher nicht weiter nach Geld sucht und „nur“ die Geldkassette entwendet. Kopien von Ausweisdokumenten, Urkunden sowie Kaufbelege, Fotos und Quittungen von Wertgegenständen sollten zur Sicherheit immer auch an einem anderen Ort aufbewahrt werden. Hier kann eine Liste über große Anschaffungen mit Herstellerangabe bzw. Artikelnummer, hinterlegt werden. So erhält die Versicherung im Schadensfall einen schnellen Überblick. Übrigens gilt eine Abwesenheit von über 2 Monaten als gefahrenerhöhend und ist der Versicherung deshalb mitzuteilen.

Das Grundstück um das Haus sollte man vor der Abfahrt in den Urlaub aufräumen. Bitte räumen Sie umherliegendes Werkzeug weg, andernfalls könnten Zange, Hammer oder Sonstiges für Einbrecher nützlich sein. Mülltonnen und Gartenmöbel, die direkt neben am Gebäude aufgestellt sind, werden in die Garage gestellt. Aufstiegshilfen wie Leitern, Gerüste oder Ranken entfernt.

Weitere hilfreiche Tipps, wie Sie sich gegen Einbruch schützen, finden Sie auch auf der Seite: www.nicht-bei-mir.de.

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