Der richtige Sitz für Kleinkinder

Kindersitz

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Ist der Nachwuchs dem Babyalter entwachsen wird irgendwann ein Autositz der Gruppe I relevant. 

Sitze der Gruppe I sind für ein Körpergewicht von 9 bis 18 kg ausgelegt (ca. 1 bis 4 Jahre). Es empfiehlt sich beim Kauf darauf zu achten, dass das Kind über einen Hosenträgergurt im Kindersitz gesichert wird. Der Sitz selbst wird durch einen Drei-Punkt-Sicherheitsgurt fixiert.

Eine andere Möglichkeit ist die Befestigung mittels ISOFIX-System. Dabei ist der Kindersitz mit Hilfe von Metallschienen fest mit der Karosserie verbunden, was für noch mehr Sicherheit sorgt. Die Metallschienen bzw. Rastarme werden in Haken eingerastet, die sich zwischen der Rückenlehne des Rücksitzes und der Sitzfläche befinden.

Ob Ihr Auto ISOFIX-tauglich ist, können Sie in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs nachschauen oder beim Hersteller erfragen. Evtl. können die ISOFIX-Bügel auch nachgerüstet werden. In dieser Altersgruppe sitzen Kinder in den meisten Autositzen bereits vorwärtsgerichtet im Auto.

Je bequemer die Handhabung, desto besser

Ganz klar, jeder Sitz muss den Sicherheits- und Qualitätsanforderungen des ECE-R 44 Prüfzeichens entsprechen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ein Sitz automatisch auch für Sie, Ihr Kind und Ihr Auto ideal ist. Sie werden Ihr Kind viele Hunderte Male darin transportieren, es an- und abschnallen. Wichtig sind unter anderem:

  • leicht verstellbare, gut gepolsterte Gurte
  • ein sicherer Stand des Sitzes auf dem Autositz
  • eine Sitzkonstruktion mit gutem Seitenaufprallschutz
  • leichtes Verstellen in Schlafposition
  • ein möglichst atmungsaktiver Bezug, der einfach abzieh- und waschbar ist.

Übrigens: In Sitzen der Gruppe 1 kann das Kind so lange bleiben, bis es 18 kg wiegt oder der obere Schalenrand in etwa in Augenhöhe des Kindes liegt. Vor allem beim Wechsel in die Gruppe 2-3 ist das Gewicht entscheidend und ein zu früher Wechsel unbedingt zu vermeiden. Aus Sicherheitsgründen sollte hier auf keinen Fall vor 15 kg, möglichst sogar erst mit 18 kg gewechselt werden.

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Achtung, Sicherheitslücke!

Der sicherste Kindersitz ist nicht viel wert, wenn er falsch im Auto montiert wird. Oder die Gurte nicht richtig sitzen. Experten haben herausgefunden, dass genau das bei etwa jedem fünften Kind der Fall ist. Damit steigt das Verletzungsrisiko erheblich. Die häufigsten Fehlerquellen sind:

  • Die Gurte sitzen nicht stramm am Körper des Kindes: Bei einem Frontalaufprall fliegt Ihr Kind regelrecht in den Gurt.
  • Der Sitz ist gar nicht oder zu locker befestigt. Im schlimmsten Fall, etwa bei einem Frontalzusammenstoß, kann Ihr Kind dann wie ein Geschoss durchs Auto fliegen. Deshalb: Kindersitz tief ins Polster drücken und dann mit dem Drei-Punkt-Gurt anschnallen. Die Gurte dürfen auch nicht verdreht werden. Die Stabilität kontrollieren Sie, indem Sie kräftig am Sitz rütteln: Er darf nicht kippeln.
  • Der Schultergurt verläuft nicht über die Schulter des Kinde: Die Sitzgurte sollten auf Schulterhöhe aus den dafür vorgesehenen Sitzöffnungen herauskommen. Da Kinder schnell wachsen, ist es wichtig, die Gurte regelmäßig zu überprüfen und nachzustellen.

Kampf ums Anschnallen? Da helfen nur Nervenstärke und Konsequenz

Manchmal sperren sich die kleinen Passagiere gegen das Anschnallen. Sie biegen zum Beispiel ihren Rücken so stark durch, dass Mama oder Papa kaum wissen, wie sie den Gurt schließen sollen. Ganz zu schweigen von lautstarken Protesten...

Größere Kinder probieren auch gern mal aus, das Gurtschloss selbst zu öffnen. Das geht, denn die Schlösser müssen so konstruiert sein, dass Rettungspersonal das Kind bei einem Unfall schnell befreien könnte. Die Öffnungstaste ist deshalb groß und auffällig markiert.

Die Kämpfe ums An- bzw. selbstständige Abschnallen kosten reichlich Nerven. Trotzdem hilft hier nur Konsequenz: Ihr Kind darf nun einmal nur mitfahren, wenn der Gurt ordnungsgemäß angelegt und geschlossen ist. Ein Patentrezept, um die Situation in den Griff zu bekommen gibt es leider nicht. Am besten planen Sie vor dem Start etwas mehr Zeit ein, das hilft Ihnen, ruhig zu bleiben. Bei den Jüngsten hilft es oft, sie einfach abzulenken. Etwas ältere Kinder können hingegen bereits verstehen: Solange ich nicht in meinem Sitz sitze und der Gurt nicht geschlossen ist, bleibt das Auto stehen. Dann dauert es länger, bis wir bei meinem Freund, der Oma oder auf dem Spielplatz sind. Eltern bleibt zumindest der Trost, dass die Phase des Protests vorübergeht. Und zwar um so schneller, je konsequenter sie handeln.

Uff, bitte mal eine Tobepause

  • Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Langes Stillsitzen ist nichts für sie. Am besten planen Sie bei längeren Fahrten mehrere Pausen ein. Faustregel: Im Durchschnitt jede Stunde einen Stopp einlegen, und maximal 500 Kilometer am Tag fahren.
  • Die Devise "weniger ist mehr" gilt auch für Einkaufstouren. Rein in den Sitz, anschnallen, wieder raus: Irgendwann hat das geduldigste Kind genug und protestiert lauthals.
  • Immer gut: Im Auto ein Kuscheltier als Tröster sowie zur Unterhaltung Bilderbücher, Hörspiele, einfache Spiele oder Malutensilien bereit halten.

Zuletzt überarbeitet: Januar 2019

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